Rohstoffgewinnung aus Münzen
Investors Daily
vom 16. März 2005 18:00 Uhr
ENL5462
*** Die amerikanische Geldmenge steigt noch schneller an, als das Handelsdefizit. So stieg die Geldmenge M3 in der Woche, die am 28. Februar endete, um rund 16 Mrd. Dollar. Die Verkäufe bei Wal-Mart steigen. Forbes sagt, dass die Leute auf ihrer Liste der Superreichen heute reicher sind als je zuvor.
*** Die Financial Times berichtet, dass Konkursspezialisten mehr Personal einstellen. Sie liegen auf der "Lauer nach Blasen", sagte ein Analyst, der von der Zeitung zitiert wird. Während der vergangenen acht Monate wurden Deals im Wert von 100 Milliarden Dollar auf Schuldenbasis in den USA und im Vereinten Königreich abgeschlossen. Viele dieser Deals werden arge Schwierigkeiten bekommen. Umschuldungen werden der nächste große Wachstumssektor der Finanzgemeinschaft sein.
*** Eine Nachricht von Steve Sjuggerud:
"Einen Nickel zu prägen, kostete die U.S. Regierung laut des letzten Jahresabschlussberichts der Münzanstalt 3,8 Cent, ein Penny 0,98 Cent. Dieser Report ist auf den 30. September 2003 datiert. Seitdem habe ich von den Münzprägeanstalten nichts mehr gehört, aber die Metallpreise haben sich seitdem fast verdoppelt. Wenn man jetzt mal schnell überschlägt, basierend auf den Kupferpreisen von heute Morgen, würde der Penny heute 1,7 Cent kosten und der Nickel 7,2 Cent. Bin ich eigentlich der einzige, der je diese Zahlen ausgerechnet hat?"
"Die Regierung braucht Rohmetall, um die Münzen herzustellen. Möchte jemand sich mir anschließen und direkt vor den Türen der Münzanstalt eine Metallrecyclingfirma aufmachen? Wir kaufen die frisch geprägten Pennies und Nickels der Anstalt für 1 und 5 Cent und schmelzen sie wieder ein, und danach verkaufen wir das Metall für 1,7 und 7 Cent an die Anstalt zurück. Es ist die perfekte Geschäftsidee."
"Aber setzten wir nicht zu viele Hoffnungen darein. Wahrscheinlicher ist es, dass die Regierung die Profite selbst einstreichen wird. Sie wird einfach den Metallgehalt der Münzen reduzieren müssen. Ältere und abgenutzte Münzen werden eingereicht werden (wenn man uns nicht zwingt, unsere alten Münzen abzugeben). Und die Regierung wird sie einschmelzen und die Profite selber einstreichen. Ah! Aber sie besitzen doch sicher schon Goldmünzen, oder?"
*** "Ich habe nichts gemacht", lautet die Verteidigung von Bernie Ebbers. "Und abgesehen davon, war ich schon immer zu unfähig und hatte an der Führungsspitze von Worldcom nichts verloren."
Ich habe keinen Grund, Zweifel daran zu hegen. Ich habe schon vermutet, dass er nicht wusste, was er tat, als Worldcom noch über den Wolken war. Aber schließlich habe ich auch ein ausgeprägteres Bewusstsein für Dummheit und Unfähigkeit als die meisten Leute. Ich sehe Dummheit und Unfähigkeit, wo ich hinsehe. Früher oder später haben sie noch alle Weltverbesserer verraten, die nie wussten, was sie taten. Aber auch im privaten Umfeld werden sie unterschätzt.
Noch mehr Beweise gibt es in der Wochenendausgabe der Zeitung. Dort schildert Kurt Eichenwald die Farce von Enron. Augenscheinlich hatte keiner der leitenden Angestellten eine Ahnung von dem, was dort passierte.
Der Enron Mitarbeiter Ray Bowen: "Jetzt kommt, Jungs. Ich meine, ehrlich, wie sollen wir unsere Finanzen regeln, wenn wir nicht auf unsere Liquidität achten?"
Der Enron Mitarbeiter Tim Despain: "Ray, ich habe noch nie ... und es hat uns bisher auch noch nie jemand gesagt, dass wir darauf achten sollen."
Enron war pleite.
Wie können die Leute nur so dumm sein? Ich habe ein Prinzip entwickelt, das vielleicht hilft, die Sache zu erklären: Wenn man von den unmittelbaren, kleinen, privaten Ereignissen des Lebens zu den großen, abstrakten und massiven Ereignissen öffentlicher Institutionen liefe, dann würde sich die Dummheit im Quadrat zu der zurückgelegten Strecke steigern, oder in der dritten Potenz zur Stellung.
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