Rohöl | Erdöl

Unterliegen wir einem Preisdiktat beim Öl?

in Wave Daily zum Thema Rohöl | Erdöl
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Wir sehen also, beim Vergleich mit den gestern hier behandelten Einschätzungen der OPEC, abweichende Meinungen. Die IEA sieht für das Gesamtjahr 2012 einen leichten Nachfrageüberhang, die OPEC eher ein Überangebot.

Abhängig wird dies jedoch in beiden Fällen gemacht von einem Wirtschaftswachstum und einer dadurch steigenden Nachfrage im zweiten Halbjahr. Sollte diese so nicht eintreten, dürfte die Nachfrage unter dem Angebot bleiben und der Ölpreis somit eher zu tieferen Kursen neigen.

Ölpreis abhängig von Wirtschaftswachstum

Im Prinzip hätte man zu diesem Fazit auch ohne die Betrachtung der Berichte der beiden Organisationen kommen können. Denn jeder weiß, dass ein höheres Wirtschaftswachstum auch zu mehr Nachfrage nach Öl führen wird und dies die Preise steigen lässt. Umgekehrt führt ein schwaches Wirtschaftswachstum zu sinkenden Ölpreisen.

Ziel: Permanentes Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage

Dennoch halte ich es für wichtig zu wissen, dass die beiden Institutionen eben von einem Wachstum ausgehen. Und generell darf davon ausgegangen werden, dass die OPEC die Entwicklung der Öl-Nachfrage, des Öl-Angebots und den Ölpreis kontinuierlich im Auge behält, um die Fördermengen (also das Angebot) so zu steuern, dass nicht nur die Versorgung der Welt sichergestellt ist, sondern auch der Zielpreis erreicht wird. Es wird also weder zu einem extremen Überangebot noch zu einer Öl-Knappheit kommen.

Drei Stellschrauben im Ölmarkt

Es gibt also drei Stellschrauben im Ölmarkt:

  • das Angebot

  • die Nachfrage

  • den Preis

Alle drei Faktoren kann die OPEC direkt oder indirekt beeinflussen. Und das funktioniert so:

Die OPEC kann das Angebot direkt steuern - über die Fördermengen und eventuell sogar eine Steuerung der Exportmengen.

Bei der Nachfrage wird es schon schwieriger. Diese hängt zum einen natürlich von der Entwicklung der Weltwirtschaft zusammen. Aber auch vom Preis. Und den Preis kann man über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage steuern. Sinkt das Angebot, steigt der Preis. Steigt der Preis, sinkt die Nachfrage. Über ein geschicktes steuern des Angebotes, kann die OPEC also auch den Preis und damit auch die Nachfrage steuern.

Unterliegen wir einem Preisdiktat?

Natürlich ist die OPEC nicht die einzige Organisation, die so agiert. Sie kann den Preis also nicht allein bestimmen. Dennoch kann sie stets reagieren. Es ist also davon auszugehen, dass wir hier einem Preisdiktat unterliegen. Nicht umsonst wird die OPEC auch "Ölkartell" genannt.

Als der Aufschrei am größten war, fielen die Preise

Beispiel gefällig? Gerade als der Aufschrei in Deutschland über die hohen Benzinpreise am größten war und die Politik drohte einzugreifen, fielen die Ölpreise. Heute ist in den Medien kaum etwas über hohe Benzinpreise mehr zu lesen. Zufall? Oder wollte da jemand die Schmerzgrenze austesten? Wir wissen es nicht mit Sicherheit, aber man kann davon ausgehen, dass da höhere Mächte (wie die OPEC) am Werk waren.

DAS Ziel am Ölmarkt

Das Ziel am Ölmarkt ist also ein permanentes Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf einem bestimmten Preisniveau. Und genau deshalb gehe ich auch davon aus, dass sich der Ölpreis in einer bestimmten Range zukünftig seitwärts bewegen wird (siehe Beitrag von Freitag).

Charttechnik + Fundamentalanalyse + Markthintergrund

Zu so einer Erkenntnis gelangt man nicht allein durch Charttechnik, aber auch nicht allein durch die Betrachtung der fundamentalen Situation. Zu so einer Erkenntnis gelangt man nur durch eine vollumfänglichen Betrachtung (Charttechnik + Fundamentalanalyse + Markthintergrund).


Dies gilt für alle Märkte und hat zum Beispiel auch beim Goldpreis hervorragend funktioniert.
Beachten Sie dies bei Ihren eigenen Analysen.


Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus



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Sven Weisenhaus
Sven Weisenhaus

Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.

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Kommentar von Peter Immhoff

Die 5te Analyse zum Ölpreis ... Viele hilft nicht immer viel. Werden Sie doch einmal konkret!

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Antwort von Sven Weisenhaus:

Guten Tag, Herr Immhoff! - - - Es ist bei der (5-teiligen) Öl-Analyse ja nicht gerade so, dass ich 5 Mal das Gleiche erzähle. Die vollständige Analyse bestand aus einer Chartanalyse der Sorte WTI, einer Chartanalyse der Sorte Brent, eine Beurteilung der Elliott-Wellen im Ölpreis, der Einschätzung der OPEC und der Einschätzung der IEA. - - - Ich denke, Sie haben damit alle Informationen, die Sie benötigen, um nun eigenständig am Markt entsprechend zu agieren. - - - Wie konkret soll ich denn noch werden? Welche Infos fehlen denn aus Ihrer Sicht? Ist Ihnen eine Analyse basierend auf unvollständigen Analysen lieber? - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus

Kommentar von A Ehrle

Eine Seitwärtsrange von 40 - 130 USD ist doch recht groß. Sollte der Ölpreis wieder auf 40 USD fallen, käme dies einem Preiscrash gleich, aber doch nicht einem Verbleib im Trendkanal der Seitwärtsbewegung. Gibt es von Ihnen anand der vorliegenden Analysen eine kurzfristige Prognose <6Monate und eine mittelfrstige Prognose <6 Monate bis 1-2 Jahre

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Antwort von Sven Weisenhaus:

Guten Tag! - - - Die neue Range von 40 - 130 USD hatte ich ja nur anhand des langfristigen Charts ausgemacht, um die treppenähnliche Entwicklung des Ölpreises darzustellen. - - - Im Weiteren hatte ich die Range auf 80 - 120 USD (je nach Ölsorte etwas höher oder tiefer) eingegrenzt wegen dem Preisziel der OPEC (ca. 100 USD). Im Prinzip lautet auch genau so meine Prognose für die kommenden Monate (bis zu 2 Jahre oder sogar länger, wenn sich nichts grundlegendes ändern sollte. Sollte sich grundlegendes ändern, würde ich dies dann aufgreifen. Aber aus heutiger Sicht und mit den in den aktuellen Beiträgen vorliegenden Informationen gehe ich von einem Preisband von 80 bis 120 USD aus, wobei wohl bei der aktuellen Konjunkturellen Lage der Bereich unter 100 USD relevant sein dürfte.) - - - Das Tief des aktuellen Kursrutsches sollte zunächst abgewartet werden. Dort dürfte dann das untere Ende der Range liegen. Brent-Öl hat heute sein 38,20%-Fibonacci-Retracement (92,26 USD) fast erreicht. Eine erste gute Möglichkeit zur Gegenbewegung. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus