Silber

Silberbarren mit nur 7% Mehrwertsteuer

in Rohstoff Daily zum Thema Silber
vom


Zusammenfassend: auf Silber wird in jedem europäischen Land eine Mehrwertsteuer fällig. In Deutschland beträgt diese 19% auf Barren und 7% auf Anlagemünzen. In Österreich beträgt die Mehrwertsteuer 20% und in der Schweiz 7,6% (Achtung: ab dem kommenden Jahr wird in der Schweiz die Mehrwertsteuer auf 8% angehoben). Eine genaue tabellarische Aufstellung der Mehrwertsteuersätze beim Silber finden Sie hier.


Folglich, ist der Kauf von Anlagemünzen in Deutschland, zumindest was die darauf erhobene Umsatzsteuer angeht, noch am günstigsten. Bevor wir auf Silberbarren, welche in Deutschland nur mit 7% Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) belegt werden, zu sprechen kommen, möchte ich zunächst einen kurzen Exzerpt über die grundsätzlichen Merkmale von Anlagemünzen anbringen:

 

Was sind Anlagemünzen?

Verwechseln Sie Anlagemünzen bitte nie mit den bekannten Gedenkmünzen, die weltweit in großer Zahl geprägt werden. Seit Silbermünzen nicht mehr im Umlauf befindlich sind, werden Jahr um Jahr neue Gedenkmünzen geprägt. Allein in Deutschland kommt jedes Jahr ein neuer Satz Gedenkmünzen heraus - sehr beliebt sind zum Beispiel die 10-Euro-Gedenkmünzen.

Was es bei Gedenkmünzen zu beachten gilt:

Der Wert einer Gedenkmünze unterliegt in erster Linie der Auflage. Werden diese Gedenkmünzen in hoher Auflage geprägt, dann ist der Wert der Münzen verhältnismäßig geringer und entspricht bisweilen auch nur dem Nominalwert. Dies aus zwei Gründen:

  • Gedenkmünzen, weisen zumeist ein niedrigeres Gewicht auf, unterhalb einer Feinunze (31,1 Gramm); die 10-Euro-Gedenkmünzen weisen beispielsweise nur ein Gewicht von 18 Gramm auf

  • Gedenkmünzen weisen meist einen geringeren Edelmetallgehalt auf; die 10-Euro-Gedenkmünzen weisen beispielsweise einen Feingehalt von 925/1000 Sterlingsilber auf; damit enthält eine 10-Euro-Gedenkmünze effektiv nur rund 16,65 Gramm Silber

 

Wenn Sie solch eine Münze zum Nominalwert bekommen, könnte das noch ganz interessant sein: Sie würden im vorliegenden Fall 10 Euro Papiergeld gegen 10 Euro Hartgeld tauschen und sind überdies im Besitz von einer halben Unze Silber. Sollte der Preis für die Gedenkmünze allerdings weit über dem Nominalwert liegen, heißt es aufpassen. Solche Münzen können zwar je nach Alter und Auflage unter Sammlern einen deutlich höheren Wert als den Nominal- oder Materialwert erreichen doch eine Garantie gibt es nicht - und die Münze muss in einem perfekten Zustand bleiben. Denn schon leichte Kratzer können den Sammlerwert stark minimieren.

 

Im Gegensatz dazu Anlagemünzen:

Anlagemünzen werden meist in sehr hohen Stückzahlen geprägt. Dies ist allerdings irrelevant, da sich der Wert der Münze ausschließlich aus dem Materialwert ergibt. Zwar weisen auch Anlagemünzen einen Nennwert auf, doch auch dieser Aspekt ist eigentlich irrelevant, da der Nennwert lediglich als Referenz dafür dient, das es sich hierbei um eine offizielle Münze handelt. Denn der Wert der Münze, der sich aus dem Materialwert ergibt liegt deutlich über dem Nennwert. Der Preis für eine Silberanlagemünze setzt sich also aus dem Silberwert, plus Zusatzkosten (für die Prägung usw.) zusammen.

  • Anlagemünzen weisen ein bestimmtes Gewicht auf; zumeist von 1-5 Unzen, aber auch im Kilogramm-Bereich; eine bekannte Silber-Anlagemünze ist der American Eagle (Silver-Eagle) beispielsweise mit einem Gewicht von 1 Unze (31,1 Gramm)

  • Anlagemünzen weisen darüber hinaus den höchstmöglichen Edelmetallgehalt auf; im vorliegenden Falle: der Silver-Eagle weist einen Feingehalt von 999,3/1000 auf.

 

Wenn Sie also einen amerikanischen Silver-Eagle, ein kanadisches Silver Maple Leaf, eine chinesische Silber-Panda-Münze oder eine australische Silber-Koala-Münze kaufen, dann kaufen Sie tatsächlich 1 Unze physisches Feinsilber auf dass Sie in Deutschland nur 7% Mehrwertsteuer abführen müssen. Solche Anlagemünzen gibt es - wie gesagt - in unterschiedlichen Gewichten. Australien beispielsweise prägt 1 Kilogramm schwere Koala und Kookaburra-Silbermünzen. Das ist ja schon ganz toll, doch es besteht überdies die Möglichkeit einen Silberbarren zu kaufen, der nur mit 7% Mehrwertsteuer belegt ist (anstelle von 19%)! Sie haben es mittlerweile mit Sicherheit schon erraten: es handelt sich hierbei um einen Münzbarren! Worin der Vorteil dieses Münzbarrens gegenüber Anlagemünzen mit dem gleichen Gewicht besteht, wollen wir im 2.Teil evaluieren.

 

Der Vorteil des Münzbarrens

Der Münzbarren, vom dem ich im 1.Teil gesprochen habe, nennt sich Cook Islands Münzbarren. Es handelt sich hierbei ganz offiziell um eine MÜNZE!, nicht um einen Barren. Allerdings um eine Münze, die einem Barren verdächtig ähnlich sieht. :-) Sehen Sie sich folgendes Bild an und entscheiden Sie selbst ob die Münze Ähnlichkeit zu einem Barren hat:

 Cook Island Münzbarren mit 7% Mehrwertsteuer

Quelle: anlagemetalle.de

 

Der Cook Islands Münzbarren ist in verschiedenen Gewichtsgrößen erhältlich: von 100 Unzen (3110,35 Gramm) über 1 Kg bis hin zu einem 5 kg (Münz)barren. Im Bild handelt es sich um einen 1 Kilogramm schweren Münzbarren (Feingewicht 999/1000) und als Münze nur mit 7% Mehrwertsteuer belegt.

 

Vorteile des Cook Island Münzbarrens

Der Vorteil des Cook Islands Münzbarrens gegenüber einem herkömmlichen Silberbarren liegt auf der Hand: er ist im Endeffekt günstiger! Denn für einen herkömmlichen Silberbarren zahlen Sie 19% Mehrwertsteuer, im Gegensatz zu 7% auf den Münzbarren. Während ein 1kg Silberbarren beispielsweise bei Pro Aurum 495,04 Euro kostet (Netto 416 Euro), respektive 493 Euro bei Anlagegold24, kostet der Cook Islands Münzbarren beispielsweise bei Anlagemetalle.de nur 461,37 Euro. Alle Preise inklusive Mehrwertsteuer!

 

Doch worin besteht der Vorteil gegenüber einer Anlagemünze?!

Ganz einfach, der Münzbarren ist oft auch günstiger als die meisten Anlagemünzen. Hier besteht zwar kein Unterschied in der Umsatzbesteuerung, doch viele Anlagemünzen (in der 1kg Kategorie) sind aufgrund des Sammlerwerts etwas teurer als der Münzbarren. Während eine 1 kg Cook Islands Bounty Münze bei Anlagemetalle.de beispielsweise nur 462,63 Euro kostet (oder eine 1 kg Kookaburra Münze, die bei Pro Aurum, mit 463,85 Euro auch noch relativ günstig ist), schlägt beispielsweise der Australische Lunare 2009 schon mit 500,23 Euro zu Buche (Pro Aurum). Der mexikanische Libertad kostet in der 1 kg Ausführung sogar 720,11 Euro bei Pro Aurum. Alle Preise inklusive Mehrwertsteuer.

 

So long liebe Leser....wer allerdings nur daran interessiert ist irgendwie physisches Silber aufzuschichten, kann sich dann auch an die in hoher Auflage ausgegebenen Anlagemünzen in der 1 Unzen-Kategorie halten, wie z.B. den österreichischen Philharmoniker, das Maple Leaf oder den Silver Eagle....diese sind dann - gemessen am Preis pro Unze - wieder etwas günstiger als der Cook Islands Münzbarren....so viel dazu.

Sie wollen wissen, wie hoch Silber im Europäischen Ausland besteuert wird? Lesen Sie hier.

Ihre Miriam Kraus


von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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Kommentar von Alexander

nachdem ich Ihren Beitrag nun dreimal gelesen habe, tut sich immer noch folgender Widerspruch auf: Einerseits sagen Sie, dass Silberbarren mit 19 % und im anderen Absatz mit 7 % besteuert werden. Was ist denn nun richtig?

Antworten
Antwort von Harald:

Bei einem Münzbarren handelt es sich in der Regel um einen ganz normalen Barren aus Feinsilber, auf dem eine Münze aufgeprägt ist. Dadurch wird er bei einer offiziellen Prägung zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel, auch wenn der aufgedruckte Nennwert natürlich auch hier deutlich unter dem echten Edelmetallwert des Silbers liegt. Nun fragt man sich natürlich, warum denn überhaupt Münzbarren hergestellt werden, wenn es eigentlich ein ganz normaler Silberbarren ist. --> wegen der Umsatzsteuer von 7% auf Münzen.