Die Zukunft von Silber

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Die Zukunft von Silber sieht rosig aus. Der Hauptgrund, warum der Silberpreis nicht schon längst explodiert ist, ist das bisherige mangelnde Interesse der Kleinanleger. Gold kam in den letzten Monaten in den Genuss dieser Aufmerksamkeit, und natürlich ist davon auch ein wenig auf den Silbermarkt übergeschwappt.

 

Dieses Interesse der Anleger lässt sich hauptsächlich durch die Bewilligung eines Silber-Exchanged-Traded-Fund durch die SEC erklären. Dieses Investmentprodukt wird es professionellen wie auch privaten Investoren erlauben, am Silbermarkt zu partizipieren. Die Hauptsorge vieler potenzieller Silberinvestoren dreht sich um die Frage, wie sie Silber kaufen können und wo sie gekauftes Silber lagern können. Der Silber-ETF räumt beide Probleme aus dem Weg.

 

Da Silber bereits bewiesen hat, dass der Preis schnell und steil nach oben gehen kann und Korrekturen auch sehr heftig ausfallen können, möchte ich den Lesern eine langfristige Prognose des Preises geben. Natürlich kann niemand garantieren, dass irgendein Investment ein bestimmtes Preisniveau erreichen wird, und somit ist es vielleicht am besten, das Ganze logisch anzugehen. Im ersten Schritt werden wir uns den theoretischen Goldpreis anschauen, und wenn der ermittelt ist, werden wir uns im zweiten Schritt ansehen, welche Auswirkungen dies auf den Silberpreis haben könnte.

 

Wenn wir uns die M1 (Geldmenge)-Zahlen der US-Zentralbank anschauen, können wir daraus einen theoretischen Goldpreis für irgendeinen Zeitpunkt in der Geschichte bestimmen. Sehr oft wird zum Beispiel zitiert, dass Gold 1980 auf 800 Dollar gestiegen ist.

 

Wenn wir die Währungskomponente von 1980 von 105.144 Millionen Dollar nehmen und sie durch die 262 Millionen Unzen (die gemeldeten Bestände der USA) teilen, kommen wir auf einen Preis von 400,00 Dollar, also 105 Milliarden Dollar/262 Millionen Dollar = 400 Dollar, wenn wir die jedermann zugänglichen Zahlen verwenden. Wir wissen, dass Gold kurzeitig für mehr als das Doppelte verkauft wurde, für mehr als 800 Dollar pro Unze im Januar 1980.

 

Wenn wir jetzt die Zeit bis zum Beginn des neuen Jahrtausends vorspulen, dann stellen wir fest, dass die Geldmenge M1 Anfang 2000 mit 523.078 Milliarden angegeben wird. Wir wenden noch mal die gleiche Formel an und kommen jetzt auf über 2.000 Dollar pro Unze.

 

Heißt das jetzt, dass der Goldpreis die 2.000 Dollar pro Unze erreichen wird? Gut möglich, aber wenn wir uns strikt an die bekannten Zahlen halten, dann fällt uns etwas Interessantes auf: Im Jahr 2006 sind es wohl eher 2.500 Dollar pro Unze. Viele in der Branche schlagen sogar 3.000 bis 5.000 Dollar pro Unze Gold vor.

 

Erstens: Wie Ihnen jeder Gold Bug erzählen wird, hat sich die Geldmenge in den zurückliegenden 30 Jahren dramatisch vergrößert, auch wenn die Masse der Finanzpresse etwas anderes berichtet, und sie wird sich auch weiterhin vergrößern, weil die US-Zentralbank beschlossen hat, all ihre Probleme durch Inflation zu lösen.

 

Zweitens: Die Goldbestände der Staatskasse sind konstant geblieben. Gold hat das Potenzial, den Preis in Papierwährungen zu übertreffen. Eine Feinunze Gold hat überall im gesamten Universum die gleiche Masse. Das ist eine unveränderliche Wahrheit, daran können weder die Goldbären oder Bullion-Banker noch die Broker, die CFTC oder das World Gold Council rütteln. Der Wert eines »Dollars« (lesen Sie das als Banknote der US-Zentralbank) hingegen orientiert sich nicht an den Banknoten selber. Die Geldmenge oder die Anzahl der Dollars hat kein oberes Limit. Vielleicht wenn alle »Dollars« tatsächliche Geldscheine wären, dann wäre sie durch die Menge der Bäume auf der Erde begrenzt, aber da Geldscheine gerade mal fünf Prozent der gesamten Geldmenge ausmachen, ist dieses Argument irrelevant; der Großteil sind nur Zahlen in Computern.

 

Der springende Punkt ist doch, dass Sie praktisch eine unendliche Menge Papier drucken lassen oder nahezu unendlich viele Nullen an eine Zahl im Computer hängen können. Bevor Sie jetzt mit dem Argument kom- men, dass dies mein subjektiver Eindruck ist, möchte ich den Leser bitten, mit den Zahlen der US-Notenbank selber zu überprüfen, wie viel der aktuelle »Dollar« im Vergleich zu 1913 noch wert ist. Sie werden zu dem Schluss kommen, dass 96 Prozent des Wertes verschwunden sind und zurzeit ein »Schein« ungefähr noch vier Cent von dem wert ist, was 1913 ein Dollar wert war. Auch wenn Sie damit einer Banknote der US-Zentralbank – »Dollar« – noch einen Wert zuordnen, ist der größte Teil des Werts verschwunden.

 

Gehen wir also zurück zu unserer Formel, die uns den Preis von Gold ausspuckt. Wir müssen uns das Papiergeld im Wandel der Zeit anschauen, und wir haben festgestellt, dass ungedecktes Papiergeld mit der Zeit seinen Wert verliert. Im Grunde ist es sogar so, dass Papiergeld mit der Zeit den Wert null erreicht. Wir wissen bereits, dass der »Dollar« 96 Prozent seines Wertes verloren hat, so sagen es uns die Leute vom Rat der US-Zentralbank – die gleichen, die eigentlich dafür verantwortlich sind, den Wert des Geldes stabil zu halten (Gute Arbeit meine Herren!). Die Gleichung, mit der wir arbeiten, ist ziemlich simpel. Um den Papierpreis von Gold – oder vielleicht sollte ich doch sagen: den Goldpreis in Dollar – zu bestimmen, müssen wir etwas, das so massenhaft vorhanden ist, dass sein Wert gegen null geht – die Papiergeldmenge –, durch etwas mit einem echten Wert – Gold – teilen. Das könnte man mit $/oz oder »Dollar« pro Unze ausdrücken. Das ist natürlich das Gleiche, was wir zu Beginn dieses Kapitels schon gemacht haben. Allerdings sind wir mittlerweile schon Studenten der höheren Mathematik und können so auch diskutieren, was mit der Zeit mit dem Zähler passieren wird.

 

Wir wissen, dass der Zähler (die Geldmenge) immer mit hundertprozentiger Sicherheit größer wird, im Grunde sogar irgendwann gegen unendlich geht.

 

Also können wir unsere Gleichung jetzt in »unendlich durch eine reale Zahl« umschreiben. Für all jene, die sich nicht mit höherer Mathematik auskennen: Der Gedanke ist, dass $/oz oder die Möglichkeit, die Geldmenge unendlich zu vergrößern, geteilt durch die endliche Menge von Gold, gleich unendlich ist! Ganz genau, der richtige Papierpreis von Gold nähert sich mit der Zeit dem Wert Unendlich an. Das ist jetzt natürlich nur Theorie, aber es hilft dennoch, einen wichtigen Aspekt zu verdeutlichen.

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