Rohstoffzertifikate
Bei den meisten Rohstoffen sind Zertifikate oft die einzige Anlage-Möglichkeit
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Rohstoffzertifikate
Die Hausse an den Rohstoffmärkten ist am Zertifikatemarkt nicht spurlos vorübergegangen - im Gegenteil. Entsprechende Indexpapiere waren für Privatanleger lange Zeit die einzige Möglichkeit, überhaupt von einem steigenden Öl-, Aluminium- oder Kaffeepreis zu profitieren, ohne den jeweiligen Rohstoff real zu kaufen und im Keller zu horten. Bei den meisten Roh- stoffen sind Indexpapiere auch heute noch die einzige Anlagegelegenheit.
Unter den Einzelrohstoffen sind vor allem Produkte auf Öl, Gold und Silber gefragt. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, auf Basiswerte wie Lebendrinder, Kaffee, Aluminium oder Orangensaft zu spekulieren. Die Palette ist breit, und sie wird ständig breiter.
Anleger, die eine gewisse Risikostreuung favorisieren, wählen Produkte auf Rohstoff-Subindizes oder eigens von Emittenten zusammengestellte Rohstoffkörbe. Dabei wird zwischen Energie, Industriemetallen, Edelmetallen und Agrarprodukten unterschieden.
Das Gros der Anleger wählt allerdings einen der übergreifenden Rohstoffindizes wie den Goldman Sachs Commodity Index, Reuters/Jeffries CRB, Jim Rogers (RICI) oder DJ AIG Commodity. Dort sind ausgewählte Basiswerte aus jeder Rohstoffklasse enthalten. Allerdings sollten Anleger beim Kauf von Wertpapieren auf Indizes die Zusammensetzung genau analysieren. So macht beispielsweise der Bereich Energie im GSCI etwa 70 Prozent aus, während Industriemetalle und Agrarprodukte dort klar unterrepräsentiert sind. GSCI-Subindizes wie der GSCI-Reduced-Energy-Index und der GSCI-Low-Energy-Index sowie der RIC- und CRB-Index sind wesentlich ausgewogener zusammengesetzt.
Rohstoffzertifikate tragen Währungsrisiko in sich
Bei Engagements im Rohstoffbereich gibt es jedoch etwas Wichtiges zu berücksichtigen: Fast alle Rohstoffe notieren in US-Dollar. Die Anleger haben also das Währungsrisiko zu tragen.

Quelle: Onvista
Ölpreis-Future versus Ölpreis-Indexzertifikat
Der Blick auf den Kursverlauf des Indexzertifikats zeigt, dass es in einem Jahr etwa 25 Prozent an Wert verloren hat, während der Öl-Future nur neun Prozent eingebüßt hat. Neben den Währungsverlusten kommen hier sogenannte Rollverluste hinzu. Zertifikate auf Rohstoffe basieren nicht auf dem aktuellen Kassakurs, sondern auf einem Terminkurs (Future). Einzige Ausnahme sind die Edelmetalle. Maßgeblich ist meist der als Nächstes auslaufende Drei-Monats-Terminkurs. Dieser endet jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember. Am Laufzeitende des Terminkontrakts wird der Future verkauft und der Erlös in einen neuen Drei-Monats-Kontrakt reinvestiert. Dieses Prozedere bezeichnen Experten als »Rollen«.
Das »Rollen« von Rohstoffzertifikaten, ein Beipiel:
Der Tageskurs für Öl notiert bei 60 Dollar pro Barrel. Der Terminkurs für den nächstfälligen Kontrakt liegt bei 65 Dollar. Ein Anleger bezahlt somit nicht 60 Dollar für das Zertifikat, sondern 65 Dollar. Steigt der Ölpreis bis zum Laufzeitende, wie vom Terminmarkt erwartet, auf 65 Dollar, erzielt der Anleger zwar keinen Gewinn, aber auch keinen Verlust. Kurz vor Laufzeitende wird die Position wieder verkauft und in den nächsten Future investiert. Stagniert der Ölpreis allerdings bei 60 Dollar, verlieren Anleger fünf Dollar. Von den einst investierten 65 Dollar können am sogenannten Rolltag nur noch 60 Dollar reinvestiert werden.
Der Rolltag ist der Zeitpunkt, an dem der auslaufende Kontrakt verkauft und in den neuen reinvestiert wird. Um Gewinne zu erzielen, muss der Ölpreis somit am Laufzeitende des Kontrakts oberhalb des Terminkurses liegen.
Experten reden bei einer steigenden Terminkurve von einer Contango-Formation. Diese ist bei zahlreichen Rohstoffen zu beobachten und birgt die Gefahr von Verlusten am Rolltermin.
Bei der Backwardation-Formation hingegen notiert der Terminkurs unterhalb des aktuellen Kurses. Sofern der Kurs des jeweiligen Rohstoffs bis zum Laufzeitende des Kontrakts stagniert, besteht somit die Möglichkeit, Gewinne durch Rollen zu erzielen.
Auf Grund teilweise großer Verluste mit Rohstoffpapieren bieten Emissionshäuser inzwischen Papiere an, die das Risiko von Rollverlusten deutlich minimieren. So gibt es von Emittenten gemanagte Rohstoffkörbe, die Basiswerte mit einer Chance auf Rollgewinne beinhalten. Andere haben Wertpapiere begeben, die sich auf einen konkreten Kontrakt beziehen. Das Rollen wird somit ausgeschlossen.
Ehe Anleger in ein Rohstoffpapier einsteigen, lohnt sich der Blick auf die Terminkurve. Diese ist unter anderem auf den Internetseiten der London Metall Exchange oder bei Goldman Sachs zu finden.
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