Rohstoffe Wochenrückblick Teil I
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 02. Mai 2008 20:45 Uhr
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Mittlerweile ist in die Märkte eine gewisse Form der Beruhigung eingetreten. Spekulationen unterstützende Panikreaktionen nehmen ab.
So beweist die Entwicklung des US-Dollar inzwischen die erwartete Stärke. Nachdem EUR/USD nahe der Marke 1,60 notierte, schien der Markt die Unterbewertung der US-Währung zu spüren. Schließlich setzte der US-Dollar zu einer Erholung an, was den Wandel in der Haltung zum US-Klima unterstützte.
Am Mittwoch beschloss die FED eine weitere Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf 2 %. Dieser Schritt wurde vom Markt allerdings in dieser im Vergleich moderaten Form erwartet. Grundsätzlich gehen nun die Marktteilnehmer mehrheitlich davon aus, dass die FED ihre Zinssenkungsserie für diesen Zyklus vorerst beendet sieht.
Zudem hat die FED beschlossen wiederum mehr Liquidität bereit zu stellen. Dies in Verbindung mit den wesentlich positiver als zuvor prognostizierten Arbeitsmarktdaten – das US-Arbeitsministerium gab an, dass die Arbeitslosenrate auf 5% gefallen ist von 5,1 % im Vormonat; es wurden 20.000 weniger Jobs vergeben im Vergleich zum Vormonat; die Prognose ging von einem Rückgang von 75.000 Jobs aus im Vergleich zu einem Rückgang von 80.000 Jobs im Vormonat – unterstützen sowohl die Aussicht auf eine mögliche moderate Verbesserung des US-Wirtschaftsklimas, als auch vor allem weiterhin die US-Dollar-Entwicklung. So notiert EUR/USD gegenwärtig bei 1,5414.
Energie
Die Rohölpreise zeigten in dieser Woche eine schwächere Entwicklung. WTI in New York gab zwischenzeitlich bis auf 111,85 US-Dollar pro Barrel ab am Donnerstag.
Hierfür ist vor allem die starke Korrelation zur EUR/USD- Entwicklung mit ausschlaggebend. Die US-Dollar-Schwäche hatte in der Vergangenheit massiv, auch auf spekulativer Ebene die starke Rohölpreisentwicklung mit beeinflusst.
Zudem berichtete die US-Regierung von steigenden Rohöllagerbeständen. Diese sind in der vergangenen Woche um 3,8 Millionen Barrel angestiegen. Dieser Wert liegt massiv höher als der zuvor prognostizierte Anstieg um 1,5 Millionen Barrel.
Überdies ist die Besorgnis in Bezug auf die Angebotsseite zurückgegangen, nachdem die streikenden Mitarbeiter bei Exxon in Nigeria inzwischen beschlossen haben wieder zu ihrer Arbeit zurückzukehren. Der zuständige Gewerkschaftsführer Olusola Olumoroti versicherte, dass die Produktion sofort wieder aufgenommen würde.
Zum Ende der Woche hin erhielten die Rohölpreise noch einmal spekulative Unterstützung aufgrund erneuter Luftangriffe durch das türkische Militär auf kurdische Stellungen im Nord-Irak.
WTI notiert gegenwärtig bei 115,50 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX im Junikontrakt.
Brent Crude zur Lieferung im Juni notiert gegenwärtig bei 112,27 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Auch die Goldpreise gerieten unter den auf langfristige Sicht erwarteten Druck durch die US-Dollar-Negativkorrelation.
Sowohl die EUR/USD-Entwicklung, als auch die stärkere Beruhigung an den Märkten, verbunden mit einer etwas positiver gefärbten Sicht auf die US-Wirtschaft setzen der Goldpreisentwicklung zu. Spekulative Anleger verlassen nun den Markt.
So notiert Gold zur Lieferung im Juni bei 859,50 US-Dollar pro Feinunze in New York. Gold auf dem Spotmarkt kostet gegenwärtig 856,50 US-Dollar pro Feinunze in New York. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 853,50 US-Dollar pro Feinunze fest gesetzt.
Basismetalle
Auch die Kupferpreise gerieten im Angesicht des sich verändernden Marktklimas im Laufe der Woche wieder unter Druck. Der neu entdeckte Hoffnungsschimmer am Horizont führte auch hier zu einem leichten Abfluss spekulativen Kapitals. So gab der Spot-Kupferpreis bis zur Wochenmitte ab auf unter 3,80 US-Dollar pro Pfund.
Zum Ende der Woche hin erhielten die Kupferpreise allerdings wieder Unterstützung aufgrund der Angebotsseite. Die Befürchtungen mehren sich, dass der zweiwöchige Streik bei Chiles Coldeco sich negativ auf das Angebot auswirken wird. Tatsächlich verringert der Produktionsausfall die unternehmenseigenen Vorräte inzwischen derart, dass bei Bestehen der Situation schließlich mit Auswirkungen auf den physischen Markt gerechnet werden kann.
Die zuständigen Gewerkschaften gaben an, dass drei Minen über das Wochenende geschlossen bleiben werden.
Kupfer auf dem Spotmarkt notiert gegenwärtig bei 3,87 US-Dollar pro Pfund. Kupfer zur Lieferung im Juni notiert gegenwärtig bei 3,84 US-Dollar pro Pfund an der NYMEX.
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