Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom
Soft Commodities
Auch die Agrarrohstoffe haben sich in den letzten Wochen nicht der Korrelation zu den übrigen Rohstoffmärkten entziehen können und korrigiert.
Auch hier liegt die Begründung vor allem in den Liquidationswellen begründet. Marktteilnehmer wie Fonds, haben in der jüngsten Vergangenheit zur Cash-Generierung, respektive um Liquiditätslücken aufzufüllen auch Agrarrohstoff-Positionen geschlossen.
Zu Beginn dieser Woche kristallisierte sich dann allerdings ein erster beginnender Boden heraus. Während Mais und Sojabohnen beispielsweise bereite zu einer leichten Erholung ansetzten, verfolge Weizen zumindest eine Seitwärtsbewegung.
Heute allerdings verpasste der neueste USDA-Bericht, der eine negative Überraschung war, den Grains wieder einen deutlichen Dämpfer.
Die USDA geht von deutlich höheren Erträgen in diesem Jahr aus, als noch im Monat zuvor. So hat die USDA ihre Prognose für die Sojabohnenernte um 1,7 % auf 2,983 Milliarden Scheffel nach oben korrigiert. Für Mais prognostiziert die USDA nun eine Gesamtproduktion von 12,2 Milliarden Scheffel, was einem Plus von 1,1 % gegenüber der Vormonatsprognose entspricht. Für Weizen prognostiziert die USDA einen Anstieg der Restlagerbestände um 4,7 % gegenüber der vorherigen Prognose auf 601 Millionen Scheffel.
So fiel Weizen zur Lieferung im Dezember an der CBOT vom Schluss gestern bei 6,10 US-Dollar pro Scheffel auf gegenwärtig 5,68 US-Dollar pro Scheffel
Mais zur Lieferung im Dezember notiert Limit Down an der CBOT bei gegenwärtig 4,08 US-Dollar pro Scheffel.
Sojabohnen zur Lieferung im November notieren ebenfalls Limit Down an der CBOT bei gegenwärtig 9,10 US-Dollar pro Scheffel.
Ausblick
Trotz des massiven Preisverlustes unter ein Level, welches ich fundamental nicht mehr für gerechtfertig halte und einer anstehenden Produktionskürzung durch die OPEC werden die Rohölpreise gegenwärtig eher von Emotionen, als fundamentalen Überlegungen getrieben. In Korrelation zu den Shaky-Aktienmärkten könnten durchaus weitere hohe Tagesverluste möglich sein.
Gold ist und bleibt der sichere Hafen in Krisenzeiten. So gehe ich von einer anhaltend hohen Nachfrage aus. Im Angesicht der Turbulenzen an den Aktienmärkten und mittelfristiger Unterstützung für den USD könnte Gold weiterhin schwankungsfreudig bleiben und damit ebenfalls zwischenzeitliche Preisverluste generieren.
Obgleich das fundamental ungerechtfertigte niedrige durchschnittliche Preisniveau bei den Industriemetallen mittlerweile schon zu Produktionskürzungen führt und teilweise ab dem kommenden Jahr auf ein Angebotsdefizit hindeutet, könnten im gegenwärtigen Marktumfeld durchaus weiterhin Druck auf die Preise ausgeübt werden. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich weitere Preisverluste im Rahmen halten.
Trotz der überraschenden USDA-Prognose halte ich die Aussichten insbesondere für Mais und Sojabohnen fundamental begründet weiterhin für positiv. Denn die fundamentalen Faktoren bleiben bestehen. Trotz Konjunkturrückgängen bleibt die Nachfrage nach Agrarrohstoffen weiterhin hoch. Dennoch stagnieren Anbauflächen, führen Wasserknappheit und widrige Wetterumstände immer wieder zu Produktionsausfällen, verhindern gerade die niedrigen Preise neue Investitionen, respektive könnten in der Zukunft wiederum zu gezielten Produktionsrückgängen führen. Hinzu kommt der wachsende Verbrauch durch die Biokraftstoffindustrie. Trotzdem sind natürlich auch die Agrarrohstoffe kurzfristig weiterhin nicht vor Verlusten gefeit.
So long liebe Leser...so viel für heute einmal...ich wünsche uns allen ein geruhsames und den G-20 ein erfolgreiches Wochenende ...und bis Montag in neuer Frische...
Ihre Miriam Kraus
Belehrung:
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