Rohstoffe Wochenrückblick Teil 2 und Ausblick
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 11. Juli 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Soft Commodities
Der neueste USDA-Bericht drückt deutlich auf die Maispreise. Entgegen der zuvor getroffenen Prognose, geht das US-Agrarministerium mittlerweile davon aus, dass die US-Maisvorräte zum Ende des Erntejahres 08/09 deutlich höher im Plus liegen dürften. Die USDA geht von 833 Millionen Scheffel an Überschuss vor der kommenden Ernte aus. Dies trotzdem die US-Farmer eine deutlich geringere Anbaufläche mit Mais bepflanzt hatten.
Die USDA nennt als Grund die stark rückläufige Nachfrage durch die Livestock-Produzenten, für die Mais als Futtermittel inzwischen so teuer geworden ist, dass sie mittlerweile gezwungen sind die Tiere bereits vor der Schlachtreife zu schlachten.
Auch gibt es Verzögerungen beim Bau neuer Ethanol-Destillen, was der USDA zufolge ebenfalls die Nachfrage verringern dürfte.
Dennoch steigt, der USDA zufolge, die weltweite Nachfrage nach Mais, während die Weltproduktion rückläufig ist. Die USDA hat aber ihre Exportprognose unverändert belassen.
Mais zur Lieferung im September notiert gegenwärtig bei 6,92 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Der USDA-Bericht limitierte so auch Verluste im Weizen, trotz der hervorragenden Ernteaussichten. Das Getreide kann von den Livestockproduzenten als Futtermittel anstellen von Mais genutzt werden.
Weizen zur Lieferung im September notiert gegenwärtig bei 8,32 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Sojabohnen dagegen sollen der USDA zufolge von den Auswirkungen der Flutkatastrophe wesentlich stärker betroffen sein. Die USDA schätzt die Restlagerbestände auf 140 Millionen Scheffel und korrigiert sich damit selbst um 35 Millionen Scheffel nach unten.
Hinzu kommen Bedenken über sinkende Ertragsraten, aufgrund heißem und trockenem Wetter.
Sojabohnen zur Lieferung im August notieren gegenwärtig bei 16,19 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Ausgehend vom wider gekehrten bullischen Fokus für die Ölpreisentwicklung, dürfte auch die kommende Woche weitere Preisgewinne verbuchen. Dabei aber auch weiterhin mit extrem hoher Volatilität. Die psychologisch bedeutsame 150 USD-Marke dürfte weiterhin Anziehungskraft ausüben.
Im Angesicht der bestehenden geopolitischen Spannungen, der anhaltenden USD-Schwäche und weiterhin hohen Ölpreise dürfte auch Gold in der kommenden Woche weiterhin Preisgewinne verbuchen. Von zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen abgesehen.
Im Angesicht der bestehenden US-Dollar-Schwäche, die auch den Kupferpreisen Auftrieb verschafft, könnte Kupfer in der kommenden Woche zwischenzeitlich moderate Preisgewinne verbuchen.
Sollten sich noch gute Wetterbedingungen ergeben, dürften die Maispreise zunächst weiter abgeben. Verluste sollten sich dennoch vorerst moderat halten.
Weizen könnte moderate Preisgewinne verbuchen.
Sojabohnen dürften vom gegenwärtigen Level aus, weiterhin zulegen.
So long liebe Leser...ich wünsche Ihnen ein angenehmes und sonniges Grillwochenende und bis Montag....
Ihre Miriam Kraus
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