Rohstoffe Wochenrückblick Teil 1
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 16. Mai 2008 20:45 Uhr
ENL5454
Energie
Wie erwartet verbuchten die Rohölpreise im Wochenvergleich weitere Preisgewinne, trotz einer zwischenzeitlichen Gegenbewegung zu Beginn der Woche.
Zu Wochenbeginn gaben die Rohölpreise zunächst nach, aufgrund der zum wiederholten Male nach unten korrigierten Wachstumsprognose für die weltweite Ölnachfrage in 2008 durch die Internationale Energie Agentur.
Die IEA prognostiziert für das Jahr 2008 eine weltweite Ölnachfrage in Höhe von 86,84 Millionen Barrel pro Tag und korrigierte damit ihre zuvor im April gestellte Prognose um weitere 390.000 Barrel nach unten.
Die Nachfrage in Höhe von 86,84 Millionen Barrel Öl pro Tag steht laut IEA für das Jahr 2008 nun einem weltweiten Angebot in Höhe von 87,3 Millionen Barrel pro Tag gegenüber.
Zum Ende der Woche hin erhielten die Rohölpreise allerdings wieder massive Unterstützung und zwar zum zweiten Mal in Folge nun wieder durch eine Goldman Sachs Analyse.
Vor nicht einmal zwei Wochen prognostizierte GS-Analyst Arjun Murti die Möglichkeit eines Rohölpreisanstiegs auf 150-200 USD pro Barrel in den kommenden 24 Monaten und schicket damit den Ölpreis auf 125 USD pro Barrel.
Nun prognostizieren die GS-Analysten Peter Oppenheimer und Jeffrey Currie einen Preisanstieg auf 148 USD pro Barrel in 2009. Für die zweite Jahreshälfte 2008 erwartet Goldman Sachs einen Ölpreis in Höhe von 141 USD, zum Teil mit der Begründung China werde seine Kraftstoffimporte erhöhen zu Stromerzeugung, nachdem das verheerende Erdbeben in der Provinz Sichuan einige Wasserkraftwerke zerstört habe.
Der Goldman-Sachs-Bericht bestätigt die Ölbullen unter den Fonds-Mamagern und gibt ihnen somit eine Begründung die Preise weiter anzuheizen.
Gegenwärtig notiert WTI zur Lieferung im Juni bei 126,80 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Juni notiert gegenwärtig bei 125,07 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Gold beginnt wie erwartet das Interesse der Anleger erneut auf sich zu ziehen. Rekordhohe Energiekosten, gekoppelt mit einer erneuten moderaten US-Dollar-Schwäche machen deutlich, dass die Besorgnis in Bezug auf die Ausweitung der Inflation weiterhin Bestand haben muss.
Hinzu kommen negative Wirtschaftsdaten aus den USA, vor allem im Vergleich zu den überraschend positiven Ergebnissen aus Europa die auf den aufkeimenden Optimismus drücken und die Marktteilnehmer daran erinnern, dass die US-Wirtschaft noch lange nicht in trockenen Tüchern ist.
Gold als das traditionelle Absicherungselement gewinnt dadurch wieder an Attraktivität und hat gegenüber den rekordhohen Rohölpreisen inzwischen einiges aufzuholen.
Gold zur Lieferung im Juni notiert gegenwärtig bei 901,10 US-Dollar pro Feinunze an der NYMEX. Gold auf dem Spotmarkt notiert gegenwärtig bei 901,20 US-Dollar pro Feinunze in New York. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 897 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Die Kupferpreise legten im Wochenvergleich wieder zu auf gegenwärtig 3,83 US-Dollar pro Pfund im Junifuture an der NYMEX.
Unterstützung erhielten die Kupferpreise durch die nach wie vor prekäre Lage in Chile einerseits und aufgrund der eher knappen Angebotslage andererseits.
Die Gewerkschaftsführer der Arbeiter bei Chiles Codelco gaben gestern bekannt, sie würden möglicherweise ihre Proteste wieder aufnehmen, weil die Arbeiter bislang nicht die versprochene Bonuszahlung, welche als Bedingung für das Ende der zuvorigen Streikaktivitäten am 5.Mai ausgehandelt wurden erhalten haben.
Befürchtungen in Bezug auf eine weitere Angebotsverknappung hinsichtlich dieser Aktivitäten unterstützten die Kupferpreisentwicklung.
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