Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom
Energie
Wie erwartet gaben die Rohölpreise auch in dieser Woche im Wochenvergleich weiterhin ab.
Gegenwärtig – zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses am Freitag Mittag- notiert WTI-Crude zur Lieferung im Februar bei 93,19 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Februar notiert gegenwärtig bei 91,56 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Der Markt zeigte sich auch in dieser Woche weiterhin volatil und „mit gemischten Gefühlen“.
Grundsätzlich vermochte sich in dieser Woche eher der steigende Rezessionsdruck auf den Ölmarkt durchzusetzen. Die Bedenken, dass eine weltweite Abschwächung des Wirtschaftswachstums die Nachfrage nach dem Energierohstoff schwächen wird, üben weiterhin Druck auf die Ölpreise aus.
Der US-Zentralbankchef Ben Bernanke gab in dieser Woche zu bedenken, dass eine erneute Absenkung des US-Leitzins möglicherweise nötig sei, um die sich abschwächende US-Wirtschaft zu unterstützen.
Die Investmentbank Goldman Sachs sagte in dieser Woche, nicht nur die USA, sondern auch Japan – zusammen stehen diese beiden Nationen für einen Verbrauch von 30 % des weltweiten Rohölangebots- stünden vor dem Risiko einer drohenden Rezession.
Hinzu kommt China, dass sich mit einer steigenden Inflationsrate konfrontiert, Maßnahmen zur Abschwächung des Wirtschaftswachstums ergriff um die Inflation zu bekämpfen.
Chinas Geldmenge wuchs in dieser Woche mit der geringsten Geschwindigkeit innerhalb von sieben Monaten, ein Zeichen dafür, dass die Maßnahmen der chinesischen Zentralbank, die sich überhitzende Wirtschaft etwas abzukühlen, zu Greifen beginnen.
Auf der anderen Seite erhielten die Rohölbullen innerhalb der vergangenen Woche zeitweilige Unterstützung durch die Veröffentlichung der US-Rohöllagerbestandsdaten und durch die weiterhin schwelenden Konflikte in Nigeria.
So konnte WTI nach Veröffentlichung der Lagerbestandsdaten am Mittwoch 2 US-Dollar gewinnen.
Laut dem Bericht, fielen die US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche dreimal so stark wie erwartet um 6,7 Millionen Barrel.
Gleichzeitig wurde allerdings wieder ein Anstieg der US-Benzin- und Rohöldestillatslagerbestände verzeichnet. Die US-Raffinerien verarbeiteten um 1,9 % mehr Rohöl als in der Woche zuvor.
Das Absinken der US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche ist also auch diesmal folglich eher auf die steigende Raffineriekapazität zurückzuführen.
Zudem erhielten die Ölpreise weiterhin Unterstützung durch neue Meldungen aus Nigeria, wo bewaffnete Einheiten wieder Schiffe, auf dem Weg zu einer Ölförderanlage, angegriffen haben. Die Bewegung für die Emanzipation des Nigerdeltas, deren Sprecher in der letzten Woche von einer stärker werdenden Einheit der verschiedenen militanten Gruppierungen Nigerias sprach, drohte weiterhin mit Angriffen auf die dort ansässige Ölindustrie.
Metalle
Edelmetalle
Nach leichten Gewinnmitnahmen zu Beginn der Woche, setzten die Goldpreise wie erwartet ihren Aufwärtstrend auch in der vergangenen Woche weiter fort.
Gegenwärtig notiert Gold auf dem Spotmarkt bei 892,60 US-Dollar pro Feinunze. Der London Gold Fix AM wurde am Freitag bei 893,75 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt. Gold zur Lieferung im Februar notiert gegenwärtig bei 895,40 US-Dollar an der NYMEX.
Wenig überraschend, im Angesicht steigender Inflation und Wirtschaftsabschwächung wird Gold weiterhin verstärkt als Absicherungsinvestment nachgefragt.
Auch die hohen Ölpreise unterstützen weiterhin die Goldpreisentwicklung, da sich Befürchtungen mehren die rekordhohen Energiekosten könnten die Inflation noch weiter beschleunigen.
Hinzu kommt die wachsende Problematik aus der Kreditmarktkrise und ihre signifikanten Auswirkungen auf das weltweite Bankensystem. Aufgrund der hohen Verluste ist die Geldmenge, welche zur Stabilisierung des Bankensystems notwendig ist, enorm. Unterstützend für die Goldpreise wirkte in diesem Zusammenhang auch ein Bericht der New York Times vom Donnerstag. Die Zeitung, welche sich auf Bankeninterne Quellen beruft, schrieb, die Verluste der Investmentbank Merryl Lynch durch die Hypothekenkrise, seien mit 15 Milliarden US-Dollar doppelt so hoch wie zuvor veranschlagt.
Zudem bietet nach wie vor der schwache US-Dollar den Goldpreisen Unterstützung.
Basismetalle
Auch in der vergangenen Woche erhielten die Kupferpreise einmal mehr Unterstützung durch den Chinafaktor.
China berichtet von einem Anstieg der Kupferimporte im Dezember auf ein achtmonatiges Hoch. Die Kupferimporte stiegen auf 224.553 Tonnen, so Peking, das entspricht einem Anstieg von 8,6 % gegenüber dem Vorjahr.
Für das Jahr 2007 gesamt, sind die chinesischen Kupferimporte um mehr als 35 % gestiegen.
Der Anstieg der chinesischen Kupferimporte ist vornehmlich auf die die, im Vergleich zu den heimischen Preisen aufgrund der gestiegenen chinesischen Teuerungsrate, günstigeren LME-Preise zurückzuführen. So verbuchet die LME auch folgerichtig einen Rückgang der Kupferlagerbestände auf gegenwärtig 199.275 Tonnen.
Doch auch in New York befinden sich die Kupferlagerbestände unterhalb des Durchschnittswertes vom vergangenen Jahr, bei gegenwärtig 238.517 Tonnen.
In New York notiert Kupfer auf dem Spotmarkt gegenwärtig bei 3,27 US-Dollar pro Pfund.
Die New Yorker Kupferpreise erhielten zudem Unterstützung durch die Aussage des FED-Chefs, der das Erfordernis einer weiteren Absenkung des Leitzinssatzes für möglich hält. Diese Maßnahme soll dem US-Wirtschaftswachstum Unterstützung bieten.
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