Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 17. Oktober 2008, 20:00 Uhr
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Noch immer bewegen sich die Rohstoffmärkte in enger Korrelation zur Entwicklung an den Aktienmärkten. Noch immer gelten auch hier vielmehr die Auswirkungen der Bankenkrise in Verbindung mit von Emotionen und Spekulationen auf Zukunftsszenarien getriebenen Entscheidungen der Marktteilnehmer als Indikatoren, denn fundamentale Überlegungen.
Nach dem Aktionswochenende der Staaten reagierten die Märkte am Montag mit starker überbordender Euphorie. In der Folge generierten sowohl die Aktien- als auch die Rohstoffmärkte über zwei Tage hinweg starke Kurs- und Preisanstiege, zum Teil zwischenzeitlich bis zu zweistelligen prozentualen Kursgewinnen.
Auf die Phase der Euphorie folgte die Phase der Ernüchterung. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nunmehr verstärkt auf die Auswirkungen von Krise und Rettungspaketen auf die Realwirtschaft, insbesondere auf die US-Volkswirtschaft über deren Haupt das Damoklesschwert der Rezession an einem sehr dünnen Faden schwebt. Hinzu kommt, dass obgleich sich der Knoten im Interbankenmarkt langsam lockert (Libor ist mittlerweile von 4,59 % in der vergangenen Woche auf 4,28 % gefallen), diese Entwicklung bis hin zu einem normalen Level deutlich Zeit in Anspruch nimmt, was weitere Sorgen in Bezug auf die Auswirkungen für die Realwirtschaft mit sich bringt. Hinzu kommt der anhaltende Liquidationsdruck von Seiten der Hedge-Fonds.
Dennoch zeigt sich der Markt uneinig. Zwischenzeitlich werden immer wieder positive News und Reaktionen generiert, was gegenwärtig zu einer Art Schaukeleffekt an den Märkten führt.
Energie
Wie erwartet setzten die Rohölpreise nach der Euphorie der ersten zwei Wochentage zu weiteren Preisverlusten an.
Am Dienstag erreichte WTI zu Lieferung im Dezember ein Wochenhoch bei über 83,60 US-Dollar pro Barrel. Das Wochentief wurde am Donnerstag bei 68,90 US-Dollar erreicht.
Diese Entwicklung wurde unterstützt durch einen Anstieg der US-Rohöllagerbestände um 5,6 Millionen Barrel. Dieser Zuwachs zeichnete sich damit doppelt so stark ab, wie zuvor erwartet.
Zum Ende der Woche hin konnten die Rohölpreise wieder zulegen, in Korrelation zu den Aktienmärkten. WTI durchbrach die 70 US-Dollar-Marke wieder nach oben.
Gegenwärtig notiert WTI zur Lieferung im Dezember bei 73,24 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Dezember notiert gegenwärtig bei 70,75 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Unterstützt wurde die stärkere Entwicklung zum Wochenende hin durch eine Ankündigung der OPEC ihre außerplanmäßige Notfallkonferenz auf den 24. Oktober vorzuverlegen.
Es wird erwartet, dass die OPEC auf dieser Konferenz eine Förderkürzung beschließen wird. Wie bereits im letzten Wochenrückblick vermerkt, dürfte ein Ölpreis auf dem gegenwärtig niedrigen Level bereits manchen Produzenten Probleme bereiten.
Metalle
Edelmetalle
Auch die Goldpreise gerieten in dieser Woche zunehmend weiter unter Druck.
Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind in erster Linie noch immer Liquidationswellen durch Fonds, die mittlerweile sogar gezwungen sind ihre „Safe Haven"-Währung zur Cash-Generierung einzusetzen. Gerade die Hedge-Fonds sind gegenwärtig die großen Verlierer der Krise, denn sie erhalten keine Unterstützung von staatlicher Seite.
Gold im Spotmarkt notiert gegenwärtig bei 786,40 US-Dollar pro Feinunze in New York. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 784,50 US-Dollar festgesetzt.
Basismetalle
Ähnlich wie Rohöl erging es in dieser Woche den Industriemetallen. Konnten zu Beginn der Woche, während der zwei Tage andauernden Euphorie zum Teil zwischenzeitlich noch Preisgewinne von bis zu 10 % generiert werden, schlug die Stimmung ab Dienstag um. Stattdessen wurden dann wieder starke Preisrückgänge verzeichnet, aufgrund negativer US-Konjunkturdaten und darauf gründender Rezessionsängste.
Zum Ende der Woche hin verzeichneten die Industriemetalle dann aber in Korrelation zur Entwicklung an den Aktienmärkten - mit Ausnahme von Nickel - wieder deutliche Preisgewinne.
Kupfer legte am Freitag zwischenzeitlich bis zu 5 % zu aufgrund eines drohenden Streiks bei Freeport McMoran in Peru.
Kupfer im Spotmarkt notiert gegenwärtig bei 2,21 US-Dollar pro Pfund in New York.
Blei verzeichnete am Freitag zwischenzeitlich einen Preisanstieg um fast 7 % aufgrund rückläufiger Lagerbestände. Die LME verzeichnete einen Rückgang um 1.650 Tonnen.
Blei im Spotmarkt notiert gegenwärtig bei 0,66 US-Dollar pro Pfund in New York.
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