Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 27. März 2009, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
die interessanteste Idee der vergangenen Woche kam mit Sicherheit aus den Reihen der chinesischen Zentralbanker. Enttäuscht von den massiven Quantitative Easing Maßnahmen der FED, verunsichert aufgrund der raschen USD-Abschwächung nach Bekanntgabe der Ausweitung der Bilanzsumme durch die FED und besorgt um den Wert der vielen USD-Assets, welche China hält, sind die Chinesen mittlerweile frustriert, wenn nicht gar verärgert was die US-amerikanische Dollar-Politik angeht. Kein Wunder, schließlich ist China der größte Gläubiger der USA und fühlt mittlerweile ein Recht auf Mitsprache, da es mit dem Vertrauen offenbar nicht mehr so weit her ist.
So brachte Peoples Bank of China - Chef Zhou Xiaochuan am Montag eine interessante Idee vor: die Schaffung einer neuen Super-Währung. Genauer gesagt, soll der Status der Sonderziehungsrechte, welche der IWF kontrolliert, ausgeweitet werden. Die Message dahinter ist aber folgende: wir wollen nicht mehr auf die USA und ihre USD-Politik vertrauen. Stattdessen wollen wir die übergeordnete Form einer Weltwährung haben, die vom IWF kontrolliert, nicht mehr dem Vertrauen einem einzigen Staat gegenüber geschuldet ist. Zhou regte unter anderem an, eine so entstehende "Super-Nationale-Währung" solle dann auch zum Beispiel zur Einpreisung von Rohstoffen genutzt werden. Die USA zeigten sich von dieser Idee natürlich wenig begeistert. Tatsächlich hatten aber auch schon zuvor die Russen eine ähnliche Idee gefordert.
So stand die Woche also zunächst weiterhin ganz unter dem Motto des Vertrauensverlustes gegenüber der US-Währung. Wovon weiterhin der Euro, die Rohstoffwährungen AUD und NZD, sowie die Rohstoffpreise profitieren konnten.
Am Freitag änderte sich das Bild allerdings wieder,
nachdem sowohl die Russen, als auch die Japaner zurückgerudert waren. Aus beiden Ländern wurde verlautbar, dass der Status des USD als Leitwährung beim kommenden G-20-Treffen kein Gegenstand der Diskussion werden würde.
Dann meldete sich auch noch Steinbrück zu Wort, der den Bundestag zu mehr Ernsthaftigkeit gegenüber dem EU-Stabilitäts- und Wirtschaftspakt aufrief. Sonst, so Steinbrück, werde der Euro bald Stabilitätsprobleme haben.
Dies zusammen mit schwachen Auftragseingängen in der Industrie im Euro-Raum, sowie dem heute bekannt gegebenen Rückgang der Inflationsrate in Deutschland ( Jahresrate auf 0,5 %), führte im Verlauf des Tages wieder zu massivem Druck auf die europäische Einheitswährung. So musste der Euro heute gegenüber USD ganze 2 Cent wieder abgeben. EUR/USD notiert aktuell bei 1,3292.
Der Druck auf den Euro, respektive der Anstieg der US-Währung, übte damit heute wieder Druck auf die Rohstoffpreise aus. Auch die Aktienmärkte haben wieder leicht ins Minus gedreht.
Energie
Die Ölpreise konnten in dieser Woche zunächst ihre starke Bewegung weiter fortsetzen. WTI zur Lieferung im Mai erreichte gestern sogar ein 4-Monats-Hoch bei 54,60 US-Dollar pro Barrel.
Unterstützung fanden die Preise zunächst weiterhin durch die USD-Schwäche, aber auch aufgrund der offenbar recht konsequenten Umsetzung der OPEC-Quotenbestimmungen. Das Beratungsinstitut Oil Movements geht davon aus, dass die OPEC in den vier Wochen bis zum 11. April rund 22,23 Millionen Barrel pro Tag liefert. Das bedeutet einen Rückgang um 770.000 Barrel pro Tag gegenüber dem Vormonat und entspricht dem niedrigsten Level seit über 5 Jahren.
Heute allerdings gerieten die Ölpreise aufgrund der EUR-Schwäche, respektive USD-Stärke und den nach wie vor mageren Konjunkturaussichten (aktuell ruht der Fokus nun wieder vor allem auf dem Euro-Raum und UK), wieder unter Druck.
WTI zur Lieferung im Mai notiert aktuell bei 52,32 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Mai notiert aktuell bei 51,97 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis konnte sich trotz der eher verbesserten Konjunkturhoffnungen im Laufe der Woche und der zuvor festeren Aktienmärkte, zunächst weiterhin über 930 USD halten. Dies ist wohl am ehesten den wachsenden Inflationssorgen, welche vor allem durch die FED-Maßnahmen verstärkt werden, geschuldet.
Heute allerdings, muss auch Gold im Angesicht der wieder erstarkten US-Währung abgeben und fällt unter die 930 US-Dollar-Marke.
Aktuell notier Gold im Spotmarkt bei 921,30 US-Dollar pro Feinunze in New York. Gold zur Lieferung im Mai notiert aktuell bei 922,90 US-Dollar pro Feinunze an der NYMEX. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 924 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Auch die Industriemetallpreise konnten in dieser Woche zunächst weiterhin zulegen. Ein verbesserter Konjunkturoptimismus, insbesondere in Bezug auf China und die USA war hierfür ausschlaggebend. Von beiden Staaten erhofft man sich, dass ihre massiven Konjunkturprogramme die Wirtschaft stimulieren werden.
Dem PBoC-Vorsitzenden Zhou zufolge zeigt Chinas Volkswirtschaft bereits erste Zeichen der Erholung. UND Chinas Nachfrage nach Industriemetallen ist aktuell hoch. Dennoch ist bislang noch nicht vollumfänglich klar ob der chinesische Verbrauch bereits stärker angezogen hat oder ob lediglich die Lagerbestände aufgefüllt werden.
Allerdings gab der größte chinesische Edelstahlproduzent Tsingshan Mineral bekannt die Produktion in diesem Jahr um 20 % ausweiten zu wollen. Ein Pluspunkt für den für die Edelstahlproduktion bedeutenden Rohstoff Nickel.
Nickel schloss gestern bei 4,33 US-Dollar pro Pfund und notiert aktuell bei 4,27 US-Dollar pro Pfund in New York.
Konjunkturmetall Kupfer schloss gestern bei 1,82 US-Dollar pro Pfund und notiert aktuell aufgrund der USD-Stärke - wie die übrigen Industriemetalle auch - natürlich wieder schwächer, bei 1,78 US-Dollar pro Pfund in New York.
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