Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 25. März 2011, 20:00 Uhr
ENL5454
Agrarrohstoffe
Der Weizenpreis zeigte sich in dieser Woche ausgesprochen schwankungsanfällig. Zwar konnten die Weizenpreise, die seit Februar zunächst deutlich abgegeben hatten, seit dem Tief der letzten Woche bei 6,56 US-Dollar pro Scheffel inzwischen wieder deutlich zulegen. (Unterstützend wirkten hierbei auch die aktuellen Prognosen des USDA, das zu Beginn der Woche von rückläufigen weltweiten Weizenbeständen ausging, sowie die nach unten revidierten Prognosen zur Getreideernte durch die russische Regierung).
Zur Wochenmitte allerdings belasteten dann die aktuellen Prognosen der FAO. Die Organisation geht davon aus, dass die weltweite Weizenproduktion in diesem Jahr um 3,4% steigen wird. Allerdings geht die FAO trotz allem von einem insgesamt weiterhin angespannten Angebotsverhältnis für Getreide insgesamt aus.
Nachdem Mai-Weizen am Donnerstag noch einmal auf ein Tief bei 7,10 USD pro Scheffel gefallen war, setzte dann, angesichts der generell angespannten weltweiten Versorgungslage bei Getreide, erneutes Kaufinteresse ein.
Mai-Weizen erreichte am Freitag schließlich ein Hoch bei 7,52 US-Dollar pro Scheffel und notiert aktuell bei 7,34 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Nach wie vor bleibt insbesondere die Stimmung ein wichtiger Einflussfaktor für die Ölpreise. Nun bleibt der Brennpunkt Libyen zwar erhalten, dennoch wird der Ausfall der libyschen Förderung de facto bereits substituiert. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob Oil Movements mit seiner Prognose Recht behält, die im Widerspruch zu den Aussagen der OPEC steht. Sollte es in diesem Zusammenhang zu einer Verschärfung der Lage kommen, könnte auch Brent Crude aus seiner bereits begonnenen Konsolidierung erneut ausbrechen und ein neues Hoch erreichen. Vorerst jedenfalls sollten die Preise bei über 100 USD bzw. 110 USD pro Barrel zumindest unterstützt bleiben.
Die weltweiten Brennpunkte, die prekäre Lage in Europa und insbesondere um das hochverschuldete Portugal, sowie die ewig lockere Geldpolitik der Notenbanken dürften die Edelmetalle als traditionellen Sicheren Hafen auch weiterhin grundsätzlich unterstützen, obgleich im Falle von Silber eine zwischenzeitliche Mäßigung der aggressiven Dynamik durchaus wünschenswert wäre.
Die mittel- bis langfristigen Aussichten für Kupfer bleiben nach wie vor hervorragend, angesichts des zu erwartenden Angebotsdefizits in diesem Jahr. Kurzfristig bleibt der Markt aber dennoch für Schwankungen und auch Korrekturen anfällig, angesichts dessen, dass auch die jüngste Unterstützung erneut zum großen Teil ebenfalls durch die Stimmung mit beeinflusst wird.
Die Getreidepreise dürften angesichts der weltweit angespannten Versorgungslage weiterhin gut unterstützt bleiben. Weizen dürfte zumindest nach unten hin gut abgesichert bleiben und im Zuge des gesamten Getreidekomplexes mittelfristig auch wieder höhere Notierungen finden.
So long liebe Leser....damit verabschiede ich mich für diese Woche und wünsche Ihnen noch ein schönes und erholsames Wochenende....bis Montag und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
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