Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 29.08.-05.09.2011
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 5. September 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Da ich heute dem wichtigen Beitrag meines Kollegen Andreas Lambrou - mit dem ich gemeinsam als Co-Analystin am Tiger&Dragon arbeite - den Vorrang eingeräumt habe, beschränke ich mich heute im 2.Teil lediglich auf den Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick.
Energie
Nachdem noch zu Beginn der letzten Woche zunächst das Treffen der Notenbanker in Jackson Hole, - bzw. vorhandene Hoffnungen, darauf, dass die FED früher oder später doch ein QE3 wird implementieren müssen - die Ölpreise unterstützt hatten, bescherten die extrem schwachen US-Arbeitsmarktdaten (die USA haben im August absolut keine neuen Stelle geschaffen; erwartet worden war ein Stellenzuwachs von 68.000) vom Freitag den Ölpreisen einen deutlichen Rückgang. Und heute haben die Ölpreise bereits alle Gewinn der letzten Woche wieder abgegeben.
So notiert WTI zur Lieferung im Oktober, welche noch am Donnerstag bei 89,90 USD pro Barrel im Hoch handelte, aktuell bei 83,60 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieefrung im Oktober, welches am Donnerstag in der Spitze bei 115,36 USD pro Barrel handelte, notiert aktuell bei 109,93 US-Dollar pro Barrel an der ICE.
Angesichts der überaus trüben Aussichten und der steigenden Wahrscheinlichkeit für einen Wachstumseinbruch bis hin zu einer erneuten Rezession in den USA und Europa, dürfte der Druck auf die Ölpreise Bestand haben und sich möglicherweise verstärken. Abzuwarten bleiben die Impulse, welche von den Hoffnungen auf ein QE3 ausgehen und natürlich die Entwicklung der Konjunkturdaten und Teuerungsraten und davon ausgehend, das tatsächliche weitere Vorgehen der FED.
Edelmetalle
Für die Edelmetalle und insbesondere natürlich den Goldpreis ist das aktuelle Umfeld von schwachen Konjunkturdaten, negativen Aussichten und steigenden Verbraucherpreisen, sowie hohen Inflationsraten, weiterhin positiv.
So hat der Goldpreis in Euro heute ein neues Allzeithoch bei 1.350 Euro pro Feinunze erreicht, mit zusätzlicher Unterstützung durch einen schwachen Euro, der erneut durch die sich verschärfende Problematik in der Eurozone, unter Druck gerät. Gold in Euro notiert aktuell bei 1.348,31 Euro pro Feinunze.
Doch auch der Goldpreis in USD, nähert sich trotz stärkerem US-Dollar, erneut seinem vor 2 Wochen erreichten Allzeithoch bei 1.911,94 US-Dollar pro Feinunze und notiert aktuell bei 1.899,70 US-Dollar pro Feinunze.
Ähnlich Silber, das als Edelmetall, in Euro auf sein vor 2 Wochen erreichtes Hoch bei 30,77 EUR zuläuft, als Industriemetall heute aber ein wenig an Dynamik verliert und aktuell bei 30,35 Euro pro Feinunze notiert.
Silber in USD erreichte sein vor 2 Wochen erreichtes Hoch bei 44,21 USD nicht ganz und gab von seinem Hoch am Freitag bei 43,37 USD wieder etwas ab. Aktuell notiert Silber in USD bei 42,85 USD pro Feinunze.
So lange das Umfeld nach Sicherheiten verlangt dürfte vor allem Gold weiterhin gefragt bleiben, etwas weniger dynamisch auch Silber.
Industriemetalle
Auch die Industriemetalle standen, ähnlich wie die Ölpreise, insbesondere zum Ende der Woche deutlich unter Druck. Schwache Konjunkturdaten, wachsende Unsicherheit und Risikoaversion, sowie die negativen Aussichten für die Konjunkturentwicklung in Europa und den USA belasten die Preise.
Konjunkturmetalle Kupfer, das zu Beginn der Woche noch von der zwischenzeitlichen Hoffnung auf die Möglichkeit eines QE3 profitieren konnte, hat heute ebenfalls alle Gewinne der Vorwoche abgegeben.
So notierte Kupfer zur Lieferung im Dezember am Mittwoch letzter Woche noch bei 4,22 USD pro Pfund in der Spitze und fiel heute bis auf ein Tief bei 4,04 USD. Aktuell notiert Kupfer zur Lieferung im Dezember bei 4,06 US-Dollar pro Pfund.
Trotz der schwachen Konjunkturaussichten für die USA und Europa, könnte der letzte Preisrückgang langsam einen Boden ausbilden. Denn zum einen gibt es noch immer Probleme auf der Angebotsseite, zum anderen bleibt abzuwarten, wie stark die Auswirkungen der Wachstumsdellen tatsächlich werden, bzw. wie stark sich die Emerging Markets dagegen stemmen können.
Agrarrohstoffe
Nach wie vor zeigen sich die Agrarrohstoffpreise wesentlich resistenter gegen den allgemeinen von schwachen Konjunkturaussichten bestimmten Abwärtstrend. So musste Mais zur Lieferung im Dezember von seinem Hoch am letzten Mittwoch bei 7,79 USD pro Scheffel zwar ebenfalls abgeben und fiel am Freitag bis auf 7,37 USD im Tief, konnte sich daraufhin aber wieder erholen und schloss am Freitag bei 7,59 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Grund dafür ist die fundamentale Ausgangslage. Auf der einen Seite stehen die Erwartungen für sinkende Erträge der US-Ernte, aufgrund widriger Wetterbedingungen. Auf der anderen Seite steht die steigende Nachfrage. So wurde aus China bekannt, dass man beabsichtigt die Maisimporte in 2011/12 um 1 Million Tonnen auf 2,5 Millionen fast zu verdoppeln.
Die Grains dürften weiterhin gut unterstützt bleiben.
So long liebe Leser....wie gesagt, habe ich heute auf die Konjunkturdaten verzichtet, denn die Ausarbeitung meines Kollegen Andreas Lambrou zu den Herausforderungen, welche uns bevor stehen und den möglichen Szenarien, halte ich für wesentlich wichtiger...morgen geht's im Übrigen weiter, mit dem zweiten möglichen Szenario, welches auf uns zukommen könnte...doch mal ganz abgesehen davon, freut mich vor allem eines:
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Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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