Rohstoffe in 2012 – die Voraussetzungen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 10. Januar 2012, 20:45 Uhr
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2012 - wie wird das wohl für die Rohstoffe? Na ja, im Moment weiß das natürlich keiner und wie meistens ist man sich sowieso nicht einig, weil ja alles möglich ist und niemand jemals in die Zukunft schauen kann. Ich kann das auch nicht, aber ich hab' trotzdem vor, Ihnen zu sagen was ich denke. ;-)
Risiko Europa und die Notenbanken
2012 - nach wie vor rätselt man, was wohl aus der Zone werden wird. Und, ok, das weiß wirklich niemand, weil es so sehr von der Politik abhängt. Und, natürlich, bricht die Zone doch noch unkontrolliert auseinander, dann haben wir alle ein Problem und nicht nur, weil das dann selbstverständlich auch die Rohstoffpreise belastet.
Aber, wir haben ja in der letzten Woche schon über die Notenbanken gesprochen. Auf deren Schultern ruht tatsächlich wohl und wehe einer halben Welt - und ich hoffe einfach mal, dass das den Notenbankern bewusst und nicht egal ist.
Um es nochmal zu sagen: Die EZB muss weiterhin den Zusammenbruch der Zone vermeiden (was dann schon vor Erleichterung die Anlagefreude zurück kommen lassen könnte) und weitere QE-Programme von der FED dürften die Preise für Vermögenswerte und auch die Rohstoffe deutlich stützen.
China
Ein besonders wichtiger Faktor für die Rohstoffpreise ist aber auch China. China ist mittlerweile in den meisten Rohstoffsektoren der größte Verbraucher der Welt. Klarerweise hängen also die Rohstoffpreise von Chinas wohl und wehe ab.
Und im vergangenen Jahr war da eher "wehe" angesagt.
Aus zwei Gründen:
Zum einen hatte China noch den Großteil des vergangenen Jahres über die Geldzügel ziemlich straff angezogen.
Zum anderen kamen dann die Befürchtungen auf, dass China mit der für dieses Jahr erwarteten und von Europa ausgehenden weltweiten Wirtschaftsabschwächung, auf gut deutsch, einen unsanften Wachstums-Bauchklatscher machen würde.
Und jetzt sage ich Ihnen, was ich denke:
Die Chinesen sind in der Regel ziemlich clever und die wissen ganz genau, dass sie sich ein deutlich verlangsamtes Wachstum nicht leisten wollen. Die chinesischen Teuerungsraten sind zurück gekommen und folgerichtig und erwartungsgemäß haben die Chinesen mittlerweile damit begonnen, die Zügel wieder lockerer zu lassen. Die Senkung von Mindestreservesätzen, die Ankündigung weiterer Erleichterungen für die Banken und damit eine gute Voraussetzung für eine fließende Kreditvergabe - das alles zeigt, dass China keineswegs vorhat einen Bauchklatscher machen zu wollen. Mittlerweile ist sogar schon von selektiven Konjunkturprogrammen die Rede - die sich China im Übrigen, im Gegensatz zum "westlichen" Teil der Welt wenigstens auch leisten kann.
Der springende Punkt ist, all diese Maßnahmen machen es wahrscheinlicher, dass China im Höchstfall ein so genanntes "Soft Landing" auf die Matte legt, anstelle eines harten Bauchklatschers.
Ist das der Fall und können sich auch die Amis ganz gut halten (entweder indem ihre Erholung doch Bestand hat und nicht nur auf dem Papier geschieht ;-) oder, vielleicht wahrscheinlicher, gerne alternativ indem die FED mit einem QE-3 nachhilft), sieht es auch für die Rohstoffnachfrage gut aus.
Im 2.Teil geht's weiter...
Zum zweiten Teil von: Was für Rohstoffe in 2012 spricht