Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom
Liebe Leser,
da ich in dieser Woche relativ viel über die Aussichten einzelner Rohstoffe eingegangen bin und Ihnen einen gewissen langfristigen Überblick verschaffen wollte, konnte ich nicht so detailiert auf die einzelnen Marktbewegungen der Rohstoffe eingehen.Deshalb ein kurzer Wochenrückblick.
Energie
Der Beschluss der OPEC – Staaten zur Beschränkung der Erdölförderquoten um 1,2 Millionen Barrel pro Tag zeigte zunächst nur bedingt Ergebnis. Die Preise für Brent Crude und WTI Rohöl dümpelten bis zum Ende der Woche in ähnlichem Ausmass wie in der vergangenen Woche um die 57 – 58 US Dollar herum. Ein, wie von der OPEC erhoffter signifikanter Preisausbruch nach oben ward nicht gesehen. Erst gegen Ende der Woche konnte sich der Preis ein wenig nach oben entwickeln. Brent Future im November Kontrakt steht gegenwärtig bei 58,65 US Dollar pro Barrel. Die Future Preise für Dezember dagegen hielten sich innerhalb der vergangenen Woche kontinuierlich über 60 US Dollar. Gegenwärtig wird der Brent Crude Dezember Kontrakt bei 61,55 US Dollar gehandelt.
Erdgas – November – Future – Kontrakt mit starkem Wochenanstieg
Erdgas konnte innerhalb der vergangenen Woche eine steile Performance bei einem PLUS von 20 % aufweisen. Nachdem der Kassapreis Erdgas in den letzten 10 Monaten 74 % verloren hatte und das Aus für den Amaranth Hedge – Fonds bedeutet, haben in der letzten Woche ausgerechnet wieder Hedge – Fonds den Preis nach oben gedrückt. Ausschlaggebend sind Prognosen, die aufgrund von Hurrikane – Schäden an Fördereinheiten, eine sinkende Produktionskapazität voraus sehen, sowie die steigende Nachfrage aus Asien und den USA. In dieser Woche kam hinzu, dass der durchschnittliche Temperaturverlauf in der beginnenden Heizphase in den USA bislang leicht tiefer lag als in den Vorjahren. Zudem sind immer weniger Gasförderer bereit zu Preisen unter 6 US-Dollar je Mio. Btu zu verkaufen.
Metalle
Die Edelmetalle entwickelten sich in dieser Woche ebenfalls wieder äusserst positiv. Allen voran konnte Gold gegen Ende der Woche fast wieder die 600 US Dollar Marke erreichen. Gegenwärtig steht das Metall bei 599,5 US Dollar pro Unze und verbuchte damit ein Plus von 1,7 %. Insbesondere die Aussicht auf bald fallende Leitzinsen in den USA sowie eine saisonal starke Periode gegen Ende des Jahres bieten dem Goldmarkt zurzeit eine gesunde Unterstützung. Apropo Goldmarkt in den nächsten Tagen müssen Sie genau auf die Nachrichten aus China achten. Die Währungsreserven Chinas haben bereits oder werden in Kürze die astronomische Marke von 1 Billion US-Dollar übertreffen. Jährlich kommen dann noch mehr als 200 Milliarden US-Dollar hinzu. Würde man nur 5 % dieses Geldes in Gold anlegen, dann könnte China sämtliche Goldverkäufe der westlichen Zentralbanken auffangen und der Goldmarkt würde in ein Defizit abtauchen.
Auch die anderen Edelmetalle konnten hiervon profitieren. So stieg Palladium um 1,6 % auf 322 US Dollar pro Unze.
Auch die Industriemetalle konnten mehrheitlich eine Aufwärtsbewegung verbuchen. Die Ereignisse in Bolivien, dem weltweit grössten Zinnproduzenten und Indonesien liessen den Zinnpreis innerhalb der letzten Woche zwar zunächst einbrechen, resultierten aber schlussendlich wieder in einem Aufwärtstrend der seit Mitte der Woche ein Plus von 1,4 % hervorbrachte. In Bolivien hatte Staatspräsident Morales nach blutigen Auseinandersetzungen der Arbeiter der grössten Zinnmine der Welt, bekannt gegeben man wolle die Minenindustrie nun auch verstaatlichen. Zudem wurde in Indonesien beschlossen zwanzig Schmelzanlagen, welche ohne Genehmigung betrieben wurden, zu schliessen. Dies bewirkte zunächst innerhalb einen satten Anstieg des Zinnpreises. Nachdem Morales allerdings dann am Wochenanfang eine moderate Linie fuhr und erklärte man beschränke sich bei der Verstaatlichung auf noch auszubauende Projekte, sank der Preis zunächst beträchtlich.
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