Rohstoffe, Bäume und der Wahnsinn
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 1. Dezember 2009, 12:00 Uhr
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*** Ihr Trader´s Daily-Autor meldet sich hiermit „von unterwegs".
Manchmal halte ich es für ganz gut, sich ein paar Dinge direkt vor Ort anzuschauen. Unvoreingenommen sich sein eigenes Bild machen, anstatt ausschließlich im Büro vor dem Monitor zu sitzen.
So hatte ich es z.B. im Fall der neuen iranischen Erdölbörse gehalten, beim Thema „Israel/Palästina" oder im Fall der „Pumpen für Malawi". Und nun bin ich in Afrika unterwegs, zur Recherche Thema „Rohstoffe".
Bitte nicht falsch verstehen: Beim Thema „Rohstoffe" ist eigentlich keine Vor-Ort-Recherche notwendig. Das ist ja das Schöne bei Rohstoffen: Es geht da letztlich immer um Angebot und Nachfrage.
Welches Land hat welche Vorkommen, fördert welche Mengen oder baut wie viel an. Und welches Land verbraucht wie viel, und wie ist die Tendenz. Kann die Nachfrage weltweit befriedigt werden, werden Lagerbestände sogar aufgebaut etc.
Das sind die Fragen, um die es geht. Wer die Antworten recherchiert und die Richtung herausfindet, in welche Angebot und Nachfrage laufen, kann sagen, wohin der Preis des entsprechenden Rohstoffs gehen sollte.
(Deshalb bin ich auch kein Rohstoff-Bulle „per se". Ich bin es dann, wenn Angebot und Nachfrage für einen steigenden Preis sprechen. Sonst eben nicht.)
Und diese Daten lassen sich sogar viel besser „im stillen Kämmerlein" recherchieren als z.B. durch das Besichtigen einer Mine oder von Maisfeldern im Mittleren Westen der USA. Als Rohstoff-Investor geht es darum, den Wald zu sehen, und weniger einzelne Bäume.
Es geht weniger darum, zu sehen, wie ein bestimmtes Kupfer-Vorkommen ausgebeutet wird - es geht darum, zu erkennen, ob China und die USA mehr oder weniger Kupfer brauchen werden. Und es geht darum, zu wissen, wie viel die Minenbetreiber in die Erschließung neuer Vorkommen investieren.
Und dennoch, kennen Sie sicher auch: Wenn Sie ein Thema brennend interessiert, dann wollen Sie dazu nicht nur Dinge lesen, sondern nach Möglichkeit auch in die Praxis schauen.
(Es sei denn, Sie interessieren sich für Dinge wie Urgeschichte, wo das naturgemäß nicht mehr geht. Obwohl ich da jemanden kenne, der vom Aussehen her aus dieser Epoche stammen könnte, doch dies nur am Rande und ohne Nennung von Namen.)
Also: Jetzt stehen einige Dinge wie die Navachab Mine auf meinem Programm.
Bis die Tage!
Ihr
Michael Vaupel
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