Rohstoffe aus Elliott-Wellen Sichtweise
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 05. September 2006 20:45 Uhr
ENL5462
Die Elliott-Wellen-Theorie wurde in den späten 1920ern von dem amerikanischen Mathematiker Ralph Nelson Elliott (* 28. Juli 1871 in Marysville, Kansas, USA - † 15. Januar 1948) entwickelt. Elliott versuchte damit, auch psychologische Aspekte des Käuferverhaltens zu berücksichtigen. Die Elliott-Wellen-Theorie ist insbesondere eine Analyse massenpsychologisch bedingter Marktbewegungen.
Die Wellentheorie von Elliott behauptet, daß die Aktienpreise durch Zyklen gelenkt werden, die auf der Reihenfolge der Fibonacci-Zahlen beruhen: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, ....
Fünf Wellen nach oben gefolgt von 3 Wellen nach unten
Demnach bewegen sich die Märkte in einer vorherbestimmten Anzahl von Höhen und Tiefen, eben den Wellen. Die Marktpreise bewegen sich in fünf Wellen nach oben und in drei Wellen wieder etwas nach unten (5-3-Sequenz). Bei einer Hausse gilt diese einfache Beobachtung als gesichert. Die erste, dritte und fünfte Welle werden Impulswellen genannt. Bei einer Baisse verhält sich der Markt umgekehrt, dann gehen fünf Wellen nach unten und drei Korrekturen nach oben.
In der Praxis zeigt sich dies dann so:
CRB Index
Demnach könnten wir aktuell am Ende der Welle 3 stehen. Die Welle 3 ist oft die längste Welle und zeigt die geringsten Korrekturbewegungen.
Mögliche Korrekturtiefs für die beginnende Welle 4 wären demnach rund 280-300 Punkte im CRB-Index. Eine Korrektur in Höhe von 20 % vom Hoch. Aktuell steht der CRB-Index bei 330 Punkten. Damit wäre rund die Hälfte der Rohstoffkorrektur beendet.
Das schwierige an dieser Bewegung ist natürlich die Abschätzung, ob die Korrektur tatsächlich begonnen hat und wie weit sie sich ausbauen wird. Die Theorie besagt, dass sich die Wellen nicht überschneiden dürfen. Demnach wäre eine maximale Korrektur bis an das Ende der Welle 1 also bei 232 Punkten möglich. Wobei ich keinesfalls behaupten möchte, dass es soweit kommt, denn schließlich ist dies nur reine Theorie.
Auf jeden Fall dürfte die Korrektur von den Basismetallen und vom Rohöl ausgehen. Werfen wir deshalb einen Blick auf den Rogers Commodity Index. Auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild zum CRB-Index.
Soll man jetzt seine Rohstoffanlagen als Anleger verkaufen?
Nein, denn es handelt sich um eine Korrektur im Aufwärtstrend. Sollte es überhaupt zu dieser Korrektur kommen, dann schließt sich daran eine Aufwärtsbewegung auf neue Allzeithochs an. Wer seine Rohstoffanlagen also in Erwartung dieser Korrektur komplett verkauft läuft deshalb Gefahr, dass er seine Investments nicht mehr rechtzeitig zu Tiefstkursen zurückkaufen kann.
Allerdings macht es nichts, wenn Sie etwas spekulatives Kapital abziehen und etwas Bargeld halten, um wieder günstiger in den Markt einsteigen zu können. Oder zumindest einen Teil der gut gelaufenen Öl- und Metallanlagen in zurückgebliebene Rohstoffe umschichten. Aber bitte nicht alles auf einmal, sondern schon langsam und unter Beachtung der individuellen "Contango" und "Backwardation" Situation. Zahlreiche Rohstoffe notieren ja immer noch erheblich unter ihren Allzeithochs.
Dazu gehören zum Beispiel Kaffee, Zucker, Weizen, Mais, Baumwolle, Gold, Silber oder Palladium.
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