Rohstoffboom beflügelt den Austral-Dollar
Daniela Knauer in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 24. April 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
heute möchte ich Sie einmal nach Australien entführen. Von Down Under lesen Sie hierzulande in der Presse weniger als von jedem asiatischen Schwellenland, dabei ist Australien als Anlageziel sehr interessant und lukrativ. Australien profitiert direkt von den boomenden asiatischen Ländern - denn es ist ihr benachbarter Rohstofflieferant. Hauptexportgüter sind Energie (Kohle, Öl, Gas) mit 23,1%, Rohstoffe (20,3%) und Nahrungsmittel mit 15,4% der Ausfuhren. Die Hauptausfuhrländer sind Japan (19,7%), China (10,2%) und Südkorea mit 7,7% der Exporte (alle Angaben 2005, Spiegel Länderlexikon).
Die Inflation lässt nach
Das Wachstum lag im vierten Quartal 2006 bei 2,8%. Die Inflationsrate hat sich durch die starke Währung abgemildert und lag zuletzt bei 3,3%. Der Leitzins blieb nach den verbesserten Inflationsdaten konstant bei 6,25%, nachdem es im vergangenen Jahr mehrere Zinserhöhungen gegeben hatte. Heute Nacht kamen die mit Spannung erwarteten neuesten Daten zur Verbraucherpreisinflation heraus. Und sie waren eine deutliche Überraschung: Denn der Index stieg nur um 0,1%, was einer Jahresrate von 2,4% entspricht, wie das australische Statistikbüro mitteilte. Erwartet worden war eine Rate von 0,6%. Vor diesem Hintergrund ist es sehr wahrscheinlich, dass bei der nächsten Notenbanksitzung die Zinsen weiter unverändert bleiben werden.
Keine Sonne ohne Schatten
Aber auch Australien hat seine Probleme. Die Arbeitslosigkeit liegt auf einem extrem niedrigen Niveau von 4,5%, so dass die Gefahr von hohen Lohnsteigerungen besteht. Die Immobilienpreise sind ähnlich heissgelaufen wie in den USA und es gibt ebenso hohe Hypothekenschulden mit dem Risiko fauler Kredite, wenn die Zinsen zu stark anziehen. Die Mieten in den Städten sind teuer, Experten rechnen damit, dass in Sidney dieses Jahr eine Steigerung von 20% zu erwarten ist. Dazu kommen ökologische Probleme, unter anderem in vielen Gebieten ein extrmer Wassermangel durch die anhaltende Dürre. Und bei der starken Währung besteht die Gefahr, dass die Gewinne der Rohstoffproduzenten geringer werden. Viele Rohstoffe werden im schwachen US-Dollar gehandelt, so dass die Firmen nur begrenzt von den hohen Rohstoffpreisen in US-Dollar profitieren, denn im australischen Dollar gerechnet, steigen die Rohstoffpreise nur unterproportional.
Der Export für australische Kohle brummt
Doch für das wichtigste Exportgut, Kohle, werden die Preise direkt mit den Abnehmern ausgehandelt. Und hier profitiert Australien von der immensen Nachfrage aus Asien und den günstigen Produktionskosten. So steigt die Kohleförderung pro Jahr um rund 5%, die Exporte nach Asien legten 2006 sogar um 43% zu. Ein Ende dieses Exportbooms ist vorerst nicht abzusehen, denn vor allem China benötigt dringend die australischen Rohstoffe. Vor der Olympiade 2008 wird sich die Nachfrage aus China auch nicht abschwächen. Denn China ist daran interessiert, dass die Wirtschaft weiter brummt, da sonst das Risiko von Unruhen in der Bevölkerung zu sehr steigen würde. Diese Blöße werden sich die Parteioberen nicht geben, bevor nicht die Medien nach der Olympiade wieder abgezogen sind.
Bevor ich Ihnen im zweiten Teil den Austral-Dollar im Verhältnis zu den wichtigsten Währungen zeige, ein Wort in eigener Sache: Wenn Sie sich für lukrative Anlagen in Australien interessieren, schauen Sie doch mal beim Rohstoff Investor vorbei (Unter diesem Link können Sie ein kostenloses Probeabo bestellen). Hier stelle ich Ihnen lukrative Rohstoffaktien unter anderem aus Australien vor - damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie profitieren von dem Rohstoffboom und gleichzeitig vom festen Austral-Dollar. Und die Gewinne sprudeln: z.B. 470% mit Mirabella Nickel in anderthalb Jahren.