Rohstoffaktien sind besser als ihr Ruf
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 05. Juli 2006 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
immer wieder werde ich von Investoren mit dem Argument konfrontiert, dass Anlagen in Rohstoffaktien eine schlechtere Entwicklung aufweisen, als die Anlage in Rohstoffen selbst.
Eine Studie, welche von der Universität Yale aufgestellt wurde besagt, dass eine Anlage in Rohstoff-Futures eine rund dreimal so hohe Rendite abwirft, als eine Anlage in Rohstoffaktien.
Sehr langfristig betrachtet denke ich, dass diese These durchaus stimmt. Wobei ich als sehr langfristig einen Zeitraum von 10 oder 20 Jahren meine. Mittelfristig möchte ich diese Theorie aber dennoch in Frage stellen.
Der Grund?
Das Management von Rohstoffunternehmen wechselt
In den 80er und 90er Jahren fielen die Rohstoffpreise und dies brachte viele Unternehmen an den Rand des Bankrotts. In dieser Zeit wurden bei den Minenunternehmen Manager eingesetzt, die sehr vorsichtig vorgingen. Investitionen wurden gestrichen, Mitarbeiter wurden entlassen, usw. Auch heute sind diese Manager noch am Ruder und sie ändern ihre Strategie nur sehr langsam, da sie immer noch die tiefen Preise im Hinterkopf haben. Die Industrie befindet sich daher trotz der Rekordpreise bei den Rohstoffen immer noch im Halbschlaf. Aggressive Manager, wie zum Beispiel die Familie Lundin, welche eine Reihe von gleichnamigen kleineren Minenunternehmen besitzt, nehmen diese Chance war und sichern sich schnell Marktanteile.
Ich vermute, dass je länger dieser Rohstoffboom anhält, es immer mehr „Lundin“ Manager geben wird. Die Bosse der grossen Minenkonzerne (die sicher nicht schlecht sind) werden ihren Hut nehmen und durch aggressive Manager ersetzt werden. Dann wird man viele neue Projekte angehen und das China-Wachstum, welches zurzeit unterschätzt wird, dürfte dann überschätzt werden. Am Ende trifft das neue Angebot an Rohstoffen auf eine nur langsam wachsende Nachfrage. Die Preise für Rohstoffe fallen wieder und die Aktien der Minenunternehmen werden dann zusammenbrechen und wesentlich stärker fallen, als die Rohstoffe. Kurzum die Volatilität der Rohstoffaktien ist grösser, als bei den Rohstoffen selbst. Dann wird sich die Yale Studie rückblickend auch wieder als richtig erweisen.
Ich denke jedoch, dass dieser Zeitpunkt noch nicht erreicht ist. Ich schätze bis dieser Zyklus beendet ist werden noch mindestens 5 Jahre vergehen.
Weitere Argumente, die die Aktienbären anführen sind die steigenden Förderkosten.
Fortsetzung im zweiten Beitrag der heutigen Ausgabe...
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