Rohstoff- und Edelmetall-Hausse geht in 2010 weiter
Franz-Josef Buskamp (Gastbeitrag) in Investors Daily
vom 19. Januar 2010, 18:00 Uhr
ENL5454
für die Rohstoff- und Edelmetallsektoren war das zurückliegende Jahr äußerst erfolgreich. Aber im Grunde genommen wurde nur das korrigiert, was im Herbst 2008 völlig aus dem Ruder gelaufen war. Aus fundamentaler Sicht nicht nachvollziehbare Ausverkäufe sowie regelrechte Bestandsverramschungen der Hedgefonds und institutionellen Anleger in historischen Dimensionen.
Investoren, die sich von der damaligen Verkaufspanik haben anstecken lassen, dürften im vergangenen Jahr so manchen Stressmoment erlebt haben: beispielsweise beim Blick auf die stark erholten Kurse von Rohstoff- und Edelmetallaktien. Die positive Entwicklung wurde zuletzt auch von vielen Kurszielerhöhungen flankiert. Solche Erhöhungen waren und sind möglich, da beispielsweise an den Edelmetallmärkten noch kein mittelfristiges Hoch markiert wurde.
Die Top-Bildung Ende November/Anfang Dezember 2009 stand eher im Zeichen eines kurzfristigen Hochpunkts, da insbesondere bei den Edelmetallaktien keinerlei Überhitzungssignale beobachtet werden konnten. Mittelfristige Hochs gehen immer auch mit einer kurzfristigen Überhitzung des Edelmetallaktiensektors einher. Zudem verlief die sich anschließende Korrektur zu sehr nach markttechnischen Idealmustern. Solche Korrekturen suggerieren späterhin gute und günstige Einstiegsgelegenheiten, die sich dann aber erfahrungsgemäß nicht bieten.
Kurzfristig überkaufte Märkte sind für uns kein Verkaufsgrund
Einfach nur aufgrund eines kurzfristig übergekauften Marktes zu verkaufen, das mag ein Argument für kurzfristig orientierte Trader sein, nicht aber für mittel- bis längerfristig orientierte Investoren. Nachdem sich im Rahmen solcher Korrekturen so gut wie nie idealtypische Einstiege ergeben, wird der Rückkauf entweder verpasst, oder er erfolgt zu spät. Das wiederum ist unnötiger Stress, den sich jeder umsichtige Investor sparen kann. Im Rahmen eines mittelfristigen Hochs hingegen sollten Gewinnrealisierungen immer in Erwägung gezogen werden, da die nachfolgenden Korrekturen im Edelmetallsektor oftmals weit über das Potenzial hinausgehen, das ursprünglich vorstellbar war. Wir befanden uns Ende Dezember 2009 auch nicht inmitten solch einer Phase. Den konservativen Investor mag die stets vorhandene hohe Volatilität im Edelmetallsektor abschrecken, er verzichtet dann aber auch auf überdurchschnittliche Gewinnchancen.
Käufe sollten immer dann erfolgen, wenn die Chancen größer sind als die Risiken. Zumindest sollten sie ausgeglichen sein. Da sich die Edelmetallhausse längerfristig fortsetzen wird, sind Käufe auch vor neutralem Chance-Risko-Hintergrund vertretbar. Steigen jedoch die Risiken - unabhängig, ob kurz- oder mittelfristig -, ist Zurückhaltung das Gebot der Stunde. Es geht also nicht darum, jederzeit investieren zu können, sondern auf Einstiegsgelegenheiten zu warten, die Ihnen zumindest ein ausgeglichenes Chance-Risiko-Verhältnis bieten.
Herzlich Ihr
Franz-Josef Buskamp,
Chefredakteur Value Investor
Aus dem Editorial der Sonderanalyse Rohstoff- und Edelmetallaktien
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von RohstoffTrader (20.01. 2010 15:08 Uhr):
Denke auch, dass da noch lange nicht Schluss ist. Allerdings fraglich, ob tatsächlich Aktien UND Rohstoffe im selben Maße weiter steigen können...
Antworten - Kommentar von RohstoffTrader (20.01. 2010 15:23 Uhr):
Denke auch, dass da noch lange nicht Schluss ist. Allerdings fraglich, ob tatsächlich Aktien UND Rohstoffe im selben Maße weiter steigen können...
Antworten- Antwort von soso (20.01. 2010 15:28 Uhr):
Kann sein, dass die Hausse noch lustig überall weitergeht
- Antwort von soso (20.01. 2010 15:28 Uhr):