Rohstoff-Produzenten und fallende Commodity-Preise
Daniel Wihelmi in Profit Radar zum Thema Rohstoffe
vom 31. August 2007 19:00 Uhr
ENL5454
Wie angekündigt, gehe ich heute auf die Rohstoff-Produzenten ein. Hintergrund ist die Frage: Belasten kurzfristig fallende Rohstoffpreise die Geschäftsentwicklung der Produzenten? Auf die Explorer bin ich ja bereits eingegangen. Bei denen spielt das eigentlich keine Rolle. Aber wie sieht es mit den Produzenten aus, die ja bereits Erze fördern?
Nun. Einige Produzenten werden von den kurzfristigen Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten betroffen. Keine Frage. Denn sie haben für ihre Gewinnkalkulationen zu optimistische Marktpreise angesetzt. Aber die guten Produzenten mit einem konservativen, erfahrenen Management verhalten sich konservativ und setzen bei ihren Schätzungen für die Geschäftsentwicklung bzw. das Potenzial von Explorationsminen Rohstoffpreise an, die deutlich unter den aktuellen Marktpreisen notieren.
Beispiel: Ein ungehedgter Goldproduzent gibt seine Schätzungen für das Gesamtjahr ab – und zwar konservativ auf Basis eines Goldpreises von 600,- US$/Unze Gold. Aktuell steht der Goldpreis aber bei 668 US$. Für die Geschäftsentwicklung des Produzenten ist es also völlig egal, ob der Goldpreis auf 645 US$ fällt.
Denn die unternehmensinternen Prognosen beziehen sich ja eh auf 600 US$. Alles andere ist nur ein Bonus. Deshalb sind die kurzfristigen Volatilitäten für die Entwicklungen der guten Rohstoff-Produzenten und Explorer überhaupt nicht relevant. Für die Marktpsychologie sieht das anders aus. Wenn die Analysten oder Anleger zu euphorische Rohstoffpreise für Kurszielkalkulationen angesetzt haben, dann werden kurzfristig fallende Preise natürlich diese Kalkulationen ruinieren und dafür sorgen, dass diese Anleger die Aktie verkaufen.
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