Rohstoff-Preise explodieren – auch dank japanischer Zentralbank
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 6. Oktober 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Na wer sagt es denn.
Lehrbuchmäßig.
Da wird weltweit eine „Politik des leichten Geldes" betrieben - und im Gegenzug steigen die Preise der „realen Güter" kräftig. Und damit meine ich die Rohstoffe.
Nehmen wir Japan: Gestern hat die japanische Zentralbank verkündet, den Leitzins auf „0,00 bis 0,10%" zu senken. Und dann sollen für bis zu 306 Mrd. Dollar Staats- und Unternehmensanleihen gekauft werden.
Habe ich Sie ja darauf hingewiesen, auf diese „Unsitte", wie es hier im Trader´s Daily heißt (und nicht „quantitative easing" oder sonst wie schön geredet). Letztlich ist das nichts anderes als die Finanzierung des Haushaltsdefizits mit selbst gedrucktem Geld. Brrrr oder pfui.
In den USA wird diese Politik ja besonders intensiv verfolgt von der Fed. Aber nicht erst seit Ben Bernanke. So habe ich gerade recherchiert, dass die amerikanische Geldmenge M2 zwischen 1970 und 2008 um 1.314% gestiegen ist!
Von 624 Mrd. Dollar auf 8,2 Billionen Dollar.
Unglaublich? Es ist wahr.
Wer da eins und eins zusammenzählen kann, setzt auf das reale Geld = Edelmetalle.
Insofern hat alles auch seine Vor- und Nachteile. Vorteil einer solchen Geldpolitik ist, dass ich es bei meinen „Rohstoff Signalen" leicht habe. Insgesamt 5 Positionen auf Edelmetalle, alle sind kräftig im Plus. Von ca. +43% bis +175%. Habe gerade noch eine Neuempfehlung gegeben, Hebel-Zertifikat auf ein Edelmetall, welches mir kurzfristig besonders gut gefällt.
Damit nun eine breite Palette von Instrumenten, von physischem Edelmetall bis hin zum Hebel-Zertifikat.
Na, und die Politik des leichten Geldes beflügelt auch fast das gesamte Rohstoff-Universum. Wie gesagt, diesbezüglich beschwere ich mich nicht. Auch wenn ich als Volkswirt mir die nicht vorhandenen Haare raufe, wenn ich so eine Politik sehe. Ich habe die Einstellung, dass eine Wirtschaftspolitik letztlich für die Menschen da sein soll. Die kleinen Sparen sollen eine möglichst stabile Währung haben, geringe Inflation, ebenso wie die Arbeiter, welche auch bei Stagnation der Einkommen ihr reales Lebensniveau halten können.
Die derzeitige Politik des leichten Geldes führt zu Inflation, genau dem Gegenteil. Und was wäre eigentlich, wenn China wirklich den Yuan aufwerten würde, wie es die USA fordern?
Leidtragende wären dann die kleinen Amerikaner, die bei Wal Mart einkaufen. Denn was meinen Sie wohl, wo mindestens drei Viertel der Waren dort herkommen? Eben.
Wer das erfassen kann, der erfasse es.
Ich schaue nun, ob es noch einige interessante eher unbekannte Rohstoffe gibt, welche kurz vor dem Ausbruch nach oben stehen.
Auf jeden Fall möchte ich Sie nochmals darauf hinweisen: Rohstoffe.
Rohstoffe.
Als „reale Güter" eindeutige Profiteure der Politik des leichten Geldes, welche nun offensichtlich auch verstärkt von der japanischen Zentralbank verfolgt wird.
Mit nicht inflationär freundlichem, sondern ehrlichem herzlichen Gruß an die Trader´s Daily-Gemeinde!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Claus Dorn (06.10. 2010 23:13 Uhr):
Den Ausführungen von Michael Vaupel kann man nur rückhaltlos zustimmen. Wie wäre es doch schön, wenn unsere Herren Politiker mit gleicher Sachkenntnis und vor allem mit gleicher Ehrlichkeit sprechen und handeln würden!
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