Rohöl in 2011
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohöl als Geldanlage
vom 11. Januar 2012, 20:45 Uhr
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Ab heute wollen wir uns den einzelnen Rohstoffenklassen und dabei den wichtigsten einzelnen Rohstoffen im großen Jahresrück- und Ausblick widmen. Beginnen möchte ich dabei, wie immer, mit dem Schmierstoff der Zivilisation, dem Rohöl.
Rohöl in 2011 - zwischen Konjunktur- und Angebotsrisiken
Das vergangene Jahr wurde von Schuldenkrise(n) und Konjunktursorgen bestimmt - eigentlich somit kein einfaches Jahr für Rohöl, dessen Preisentwicklung so sehr von der vorherrschenden Stimmung und den Konjunkturaussichten abhängt...sollte man meinen.
Tatsächlich aber, haben die Ölpreise das vergangene Jahr mit einem Plus abgeschlossen.
WTI-Öl seit 2010 in USD/Barrel
Quelle: CFX-Trader
Brent-Öl seit 2010 in USD/Barrel
Quelle: CFX-Trader
Der WTI-Preis schloss das Jahr 2011 mit einem Plus von 8,2%. Der Brent-Preis legte sogar um 13,3% zu.
Dennoch können wir natürlich die Konjunkturängste in den Ölpreisen sehen - ganz besonders beim Blick auf die WTI-Preis-Entwicklung, wo wir einen deutlichen Preiseinbruch von April bis Ende September sehen. Eine Entwicklung entlang der Aktienmärkte und eigentlich völlig normal in einem konjunktursorgenvollen Umfeld.
Doch ab Oktober dann die Wende im WTI. Der Preis für das amerikanische Referenzöl holt plötzlich stark auf und das kann es auch, so günstig wie es gegenüber dem europäischen Referenzöl Brent gehandelt wird. (doch dazu gleich im 2.Teil noch mehr)
Warum? Waren die Konjunkturaussichten plötzlich besser? Nun ja, auf Seiten der Amerikaner gab es schon weitere Erholungszeichen, aber einer der wichtigsten Faktoren war mit Sicherheit der FED-Twist, der ja auch die Aktienmärkte exakt ebenfalls ab Anfang Oktober unterstützen konnte. (kurz zum FED-Twist: Sie mögen sich erinnern, die Lage war schon wieder so vertrackt, dass sich der Ben von der FED dazu gezwungen sah, mal wieder was zu unternehmen. Für das QE-3 fehlte ihm der Mut, also gab er dem Markt den Twist, bei dem die FED immerhin längerfristige Staatsanleihen kauft....womit wir wieder bei den Notenbanken wären...ich sag's ja, die Notenbanken können viel bewirken, wenn sie wollen...das mal ohne Wertung).
Ganz anders dagegen Brent im vergangenen Jahr. Nachdem der starke Jahresanfangs-Trend im April beendet war, handelte Brent stattdessen in einer Seitwärts-Range zwischen 100 USD und 120 USD pro Barrel. Warum? Wegen der Angebotsrisiken. Doch das wollen wir uns im 2.Teil genauer ansehen....
Zum zweiten Teil von: Der Brent-WTI-Spread in 2011

