Rösch meldet Insolvenz an
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 03. Januar 2003 18:00 Uhr
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Es ist schon traurig miterleben zu müssen, wie viele Firmen, von denen man auch irgendwann mal Aktien besaß, nun Insolvenz anmelden. Ich hoffe, Sie sind nicht in einer dieser Firmen investiert. Heute hat das Berliner Medizintechnik-Unternehmen Rösch (WKN 529140) Insolvenz angemeldet. Rösch war durch die Entwicklung der nadelfreien Spritze weltweit bekannt geworden, hatte aber Schwierigkeiten mit der Vermarktung. So waren die Liquiditätsschwierigkeiten von Rösch bereits seit längerem bekannt. Vorstandschef Burghard Weidler hatte zudem bereits auf der letzten Hauptversammlung Anfang Dezember darauf hingewiesen.
Jetzt ist die Suche nach neuen Investoren wohl erst einmal gescheitert. Aber auch die Hoffnung auf einen Vertrag mit dem hessischen Arzneimittelhersteller Stada erfüllte sich nicht. Stada begründet dies mit der "unklaren Finanzlage" bei Rösch. Ein bekannter Teufelskreis. Rösch setzt nun darauf, dass im Insolvenzverfahren neue Investoren gefunden werden.
Die nadelfreie Spritze war eigentlich eine vielgepriesene Entwicklung, insbesondere für Menschen, die sich täglich Spritzen setzen müssen. Nach langem Warten hatte Rösch letztes Jahr die Kassenzulassung dafür erhalten. Doch scheinbar zu spät. Jetzt hat Firmengründer Andy Rösch seinen Wiedereintritt in Aussicht gestellt. Er hatte im vergangenen Jahr das Unternehmen aufgrund von Unstimmigkeiten verlassen und alle seine Anteile verkauft.
Um 13.45 Uhr wurde Rösch heute vom Handel ausgesetzt und verlor nach Wiedereröffnung fast 50 % auf 0,50 €.