Risikofaktor 4: Kapitulation vor dem totalitären Steuerstaat
Markus Miller in Kapital & Steuern Global zum Thema Kapitalschutz
vom 25. September 2008, 16:00 Uhr
In meinen letzten Veröffentlichungen habe ich Ihnen bereits drei Risikofaktoren vorgestellt:
Risikofaktor 1: Epochale globale Veränderungen!
Risikofaktor 2: Starres Festhalten an alten Rezepten
Risikofaktor 3: Gedankenlosigkeit gegenüber dem eigenen Besitz
Die Steuergesetzgebung und die Steuerrechtssprechung ist für viele Bürger ebenfalls ein Risikofaktor. Teilweise empfinden vielleicht auch Sie ein gewisses Willkürrecht" in diesem Bereich. Das ist sicher eine zugespitzte Formulierung. Ich könnte Ihnen aber auch tonnenweise Belege dafür auf den Tisch legen, welche dieses Gefühl bestärken. Steuerprobleme haben viele Menschen in der Vergangenheit um ihre Existenz gebracht.
Oftmals unterschiedliche Auslegungen von Finanzämtern
Auch das Gebaren der Finanzämter ist oft sehr eigenmächtig, was sich daran erkennen lässt, dass es oftmals von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich ist. Gut möglich, dass Sie diese unterschiedlichen Auslegungen von Finanzämtern und der Steuergerichtsbarkeit schon selbst am eigenen Leibe erfahren haben.
Dabei bewegt sich der deutsche Staat zum Ausgleich seiner jahrzehntelangen Misswirtschaft immer mehr in Richtung Steuer-Totalitarismus. Nichts und niemand soll ihm mehr entgegen. Ich habe nichts dagegen, dass die Menschen steuerlich gleich behandelt werden, bin aber ein entschiedener Gegner des Trends, dem Bürger mehr und mehr Geld aus der Tasche zu ziehen und die notwendige Haushalssanierung allein über die Einnahmeseite durchzuführen, während bei den unsinnigen Ausgaben praktisch nichts passiert.
Wer die Pflicht hat Steuern zu zahlen, hat auch das Recht Steuern zu sparen!
Die Gesamtsteuerlast ist gerade für Vermögende stetig gestiegen. Lassen Sie sich das Geld nicht wehrlos aus den Taschen ziehen. Sie dürfen und müssen sich der tausend Hände, die nach Ihrem Vermögen greifen, erwehren. Nutzen Sie alle legalen - auch grenzüberschreitenden - Wege, die es heute und auch in Zukunft weiter geben wird.
So wie Sie Ihre Rendite optimieren müssen, ein entsprechendes Risikomanagement haben sollten, müssen Sie auch Ihre Steuerquote auf ein vertretbares Maß reduzieren. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Trickserei zu tun, sondern mit völlig legalem Risiko-Management und bewusstem Vermögensschutz.
Wer heute Rücklagen aus versteuerten Einkünften in egal welcher Höhe hat - ob 10.000 Euro, 100.000 Euro oder 1 Million - der hat in meinen Augen fast schon eine Art "Naturrecht" auf Widerstand. Schauen Sie um Himmels willen nicht schreckstarr zu, wie Ihnen Ihr redlich erworbener und bereits hoch versteuerter Besitz Schritt für Schritt vom Staat wieder abgerungen wird.
Der Trend in Deutschland für Ihre Vermögenswerte
Dies ist leider momentan in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern der vorherrschende Trend. Statt den Steuerwettbewerb mit den Ländern aufzunehmen, die zurückhaltender agieren, zielen die deutschen Politiker auf die Errichtung eines totalitären Steuerstaates. Inhaber von liquidem Vermögen sind innerhalb der letzten 10 Jahre ein ums andere mal schlechter gestellt worden.
Nur einige Beispiele, welche vor allem Klein- und Vorsorgesparer treffen
+ Die Freistellungsbeträge sind seit den 90er Jahren in mehreren Stufen um 83% (!) gesenkt worden... (aber die Bürger sollen mehr für ihre private Vorsorge tun!)
+ Die Möglichkeiten, Erträge und Verluste miteinander auszugleichen, sind brutal eingeschränkt worden. Vor allem zukünftig für Aktienanleger und im Bereich der Werbungskosten
+ Der steuerliche Rahmen von Kapitallebensversicherungen ist verschlechtert worden.
+ Mit der demnächst geltenden "Abgeltungsteuer" macht sich der Staat zum 25%-Teilhaber sämtlicher Wertpapierdepots in Deutschland - er nimmt jetzt praktisch an sämtlichen Erträgen des angelegten Vermögens teil, das sich die Deutschen im Laufe der Jahrzehnte ansparen.
+ An den Kosten für Wertpapierorders, Depotführung, Informationsbeschaffung etc. beteiligt sich der Staat dann natürlich nicht mehr - die Werbungskosten werden auf absolut lächerliche 51 Euro pauschalisiert.
+ Parallel dazu wurde das Bankgeheimnis in Deutschland geradezu in sein Gegenteil verkehrt - staatliche Anfragen müssen von den Banken beantwortet werden. Damit sind die deutschen Banken nur noch die verlängerte Datenbank der Finanzämter!
+ Endgültig totalitär werden die Zustände dann demnächst sein, wenn jeder Deutsche seine Steuer-Identifikationsnummer verpasst bekommt. Diese Nummer werden Sie nie wieder los. Sie kann eines Tages verknüpft werden mit jeder Kartenzahlungen oder jeder Überweisung.
Was ist die Perspektive?
Der Trend ist klar. Das Vermögensrisiko Steuergesetzgebung war für Deutsche noch nie so groß wie heute. Es wird Ihnen - salopp formuliert - immer mehr abgeknöpft. Gegen diesen Teil des Vermögensfraßes müssen Sie sich genauso wehren wie gegen Inflation oder magere Renditen.
Wenn von Ihrem Besitz auch das Wohl und Wehe anderer abhängt - Familienmitglieder, Angestellte oder der eine oder andere gute Zweck, den Sie regelmäßig unterstützen möchten - dann dürfen Sie sich in der Pflicht sehen, alles für den Erhalt Ihrer Vermögensgrundlagen zu tun, was getan werden kann.
Rendite nach Risiko, Inflation + Steuern!
Schon wenn Sie mit meinen Hinweisen auf steueroptimierte Vermögensstrukturen nur einen einstelligen Prozentbetrag pro Jahr vor dem Fiskus retten, stärken Sie Ihr Vermögen über die Jahre enorm.
Erhalt oder Zerstörung Ihrer Kapitalkraft hängen maßgeblich davon ab, dass Sie nicht lethargisch zuschauen, wie der Staat ausprobiert, bis zu welchem Punkt Sie sich ausräubern lassen. Sie haben Rechte und Möglichkeiten, welche unglaublich hoch an der Zahl, aber auch teilweise an der Komplexität sind. So wie Sie sich über die Wirtschaft, die Börsen oder Finanzprodukte informieren, sollten Sie sich also auch dieser Thematik widmen.
Ihr
Markus Miller
...das Steuern ist wichtiger als die Steuern!