Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
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Graduell wird wieder zunehmend Geld aus den Risikomärkten abgezogen. Die Aktienmärkte haben weltweit abgegeben, die Rohstoffpreise fallen - der Erdölpreis hat eine wichtige Unterstützungsmarke bei 68,50 US-Dollar pro Barrel bereits nach unten durchbrochen.
Immer mehr schwinden die Hoffnungen auf eine rasche Erholung! Die Marktteilnehmer reagieren gezielter auf schwache Wirtschaftsdaten, als auf positiv zu deutende Signale.
Europa
Aus Europa belasten Kommentare des EZB-Mitglieds Bini Smaghi, dass das Europäische Bankensystem wohl mittelfristig nicht in der Lage sein wird, sich selbst zu finanzieren.
Für die Schweiz erwartet die OECD einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,9% bis zum Ende des laufenden Jahres und 5,1% bis Ende 2010.
USA
In den USA beginnt heute die Q2-Earning-Report-Season, mit der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse durch Alcoa. S&P schätzt eine negative Wachtumsrate von - 35% gegenüber dem Vorjahr.
Auch die Ankündigung eines möglichen zweiten US-Konjunkturprogramms trägt nicht gerade zur Zufriedenheit der Investoren bei, erhöhen sich doch dadurch die finanziellen Belastungen der US-Wirtschaft.
Japan
In Japan sind die Machinery Orders den dritten Monat in Folge gefallen. Für Mai wurde ein Rückgang um 3% gegenüber dem Vormonat verzeichnet. Erwartet wurde zuvor nur ein Rückgang um 2%.
Ein weiterer Regierungsbericht zeigt, dass sich auch der Leistuungsbilanzüberschuss Japans den vierten Monat in Folge verringert hat. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Weltwirtschaft noch Zeit brauchen wird, für den Beginn einer nachhaltigen Erholung.
JPY gefragt
Wie üblich, wenn sich die Stimmung verdüstert, profitieren die Safe-Haven. Aktuell profitiert vor allem JPY, obgleich aus US-Treasuries zulegen konnten. Die 10yr Yield notiert aktuell bei 3,44%. Gold notiert relativ flat, aufgrund hinten angestellter Inflationsbefürchtungen.
Interessant ist, dass USD im aktuellen Umfeld nicht zulegen kann. Zu sehr belasten im Moment auch die Spekulationen über die Aufrechterhaltung des Reserve-Status der US-Währung. Russland und Indien haben sich bereits in der vergangenen Woche geäußert und prangern an, die Weltwirtschaft sei zu abhängig von der US-Währung. Zudem fordern sie Überlegungen hinlänglich der Diversifizierungsmöglichkeiten der Währungsreserven. Damit wächst die Möglichkeit, dass vom anstehenden G8-Treffen negative Signale für den USD ausgehen könnten.
Somit richtet sich das Kaufinteresse an den Devisenmärkten aktuell auf die japanische Währung.
USD/JPY fiel von 96 zu Beginn der Woche bis auf aktuell 94,22 . Die nächste Unterstützung liegt bei 92,60, obgleich zwischenzeitliche Rebounds bis 95 und eventuell sogar 95,99 durchaus möglich sind. Im aktuellen Umfeld könnte sich mittelfristig, über die kommenden Wochen, aber die 90,51 als nächstes realistisches Ziel herauskristallisieren.
Quelle: CFX-Broker