Risikoaversion steigt wieder: JPY profitiert
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 17. Juni 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
So schnell kann sich die Stimmung am Markt verändern!
Im Moment jedenfalls scheinen die Marktteilnehmer, nicht mehr nur eitel Sonnenschein zu sehen. Knapp vor der Sommerpause nimmt die Skepsis in Bezug auf die Nachhaltigkeit der allgemeinen Marktrallye signifikant zu.
Schlechter als erwartet ausgefallen Ergebnisse des US Empire State Manufacturing Index tragen zur risikoaversiveren Stimmung bei. Auch Aussagen des US-Präsidenten Obama, der doch noch einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 10% sieht, tragen nicht zur Verbesserung der Stimmung bei.
Die Aktienmärkte sehen erst einmal Gewinnmitnahmen und schwächere Volumina. Der VIX Index hat in den letzten beiden schwachen Tagen an den Aktienmärkten um über 6% zugelegt.
Trotz oder mittlerweile vielleicht auch gerade wegen der schwachen Stimmung fielen auch die US-Treasuries weiter, bei steigenden Renditen. Die Rendite auf US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit liegt aktuell bei 3,69%.
Da mutet es fast lächerlich an, dass ein Teil der Marktteilnehmer noch immer davon ausgeht, die FED werde bald den Leitzins anheben. Meiner Meinung nach, ist die FED im Angesicht einer US-Wirtschaft die noch immer nicht in trockenen Tüchern ist, einer Arbeitslosenquote die erwartet auf 10% steigen wird, und einem noch immer bestehenden deflationären Szenario (US-CPI-Daten stehen für heute zur Veröffentlichung an; der Konsens erwartet einen Rückgang um 0,9%), noch lange nicht so weit. Möglicherweise wird sich die FED in der kommenden Woche dennoch äußern, um die Spekulationen auf eine Zinsanhebung zu beruhigen.
Ein risikoaversiveres Umfeld schafft natürlich wie üblich Kaufinteresse an den traditionellen Safe-Haven-Währungen. Insbesondere der japanische Yen konnte in den letzten Tagen massiv zulegen.
USD/JPY fiel bis auf 96,00 heute Nacht, setzte dann aber wieder nach oben und notiert aktuell bei 96,48. Die nächste Unterstützungsmarke liegt bei 95,97. Wenn diese nach unten durchbrochen werden sollte, könnte auch bis zum Ende der Woche ein Schluss unter 95,49 möglich werden. Kurzfristig besteht allerdings zunächst wieder leichtes Aufwärtspotenzial bis 97,18 und 98,33.
Quelle: CFX-Broker
EUR/USD notiert aktuell bei 1,3852 nach einem Tief gestern bei 1,3748 . Über Nacht wurden wohl einige Long-Positionen mit Stopps bei 1,3850 und 1,3830 bereinigt. Aktuell gehe ich zunächst davon aus, dass EUR/USD vorerst ein Range-Trading fortsetzen wird, wobei das Risiko eher auf der unteren Seite zu suchen ist. Zunächst sollte die Unterstützung bei 1,3740 aber halten.
Quelle: CFX-Broker
ähnliche Beiträge:
- Der Dollar profitiert von "Flucht in Sicherheit"
- Stimmungsschwankungen: USD wieder leicht unter Druck
- Risikoaversion beruhigt sich wieder: USD und JPY geben ab
- EUR/USD: Fokus auf EZB-Zinsentscheid
- EUR/USD: Jahreshöchstkurse schon gesehen?
- Stimmung stabilisiert: EUR erholt sich vom Donnerstag
- Rohstoffe Wochenrückblick Teil 2 und Ausblick