Risikoaversion steht wieder auf dem Plan: EUR unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 9. Dezember 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Wie schnell sich doch immer alles ändern kann - besonders im Markt! Und insbesondere wenn es um die Stimmung geht und diese dann auch noch dadurch Unterstützung erhält, dass mehrere Ereignisse zusammenkommen.
Zunächst war da der Dubai-Schock, der eigentlich schon als überstanden galt, bis erneut Sorgen-Wolken auftauchten. Berichten zufolge hat die Dubai World - Tochter Nakheel offenbar im 1. Geschäftshalbjahr einen massiven Verlust eingefahren. Moodys senkt - wie immer in der Folge - zeitnah die Kreditwürdigkeit einer ganzen Reihe von staatlich kontrollierten Dubaier Unternehmen. Ausländische Assets werden wohl abgestoßen werden müssen und die Erwartungen steigen, dass noch mehr Unternehmen des Emirats in Zahlungsschwierigkeiten geraten könnten. Erneut geht die Angst vor einer neuen Kreditkrise um.
Alles in allem: viel Nervosität im Markt! Worauf natürlich auch die Aktienmärkte negativ reagieren und was schließlich wieder zu altbekannten Zwischenflucht in die traditionellen Safe-Haven Währungen USD und JPY führt und EUR wie vor einem Jahr erneut unter Druck setzt.
Doch das ist noch lange nicht alles! Mitten in dieser bereits hochnervöse Situation platzt nun auch noch Griechenland, oder besser gesagt, die Rating-Agentur Fitch, welche die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft hat. Kurz zuvor enttäuscht auch noch Eurozonen-Zugpferd Deutschland mit einem überraschenden Rückgang der Industrieproduktion und erneut kehren die gleichen Ängste, wie zu Jahresanfang zurück. Schon erinnert man sich wieder der alten Euro-Problemländer wie (neben Griechenland) Irland, Italien oder Portugal und vielleicht erinnert sich der eine oder andere auch wieder an die damaligen Diskussionen in Bezug auf ein mögliches Auseinanderbrechen der europäischen Einheitswährung.
Auch wenn in meinen Augen die ganze Situation aktuell wieder einmal sehr hoch gekocht wird (schließlich hat sich in Europa so weit bislang nicht viel verändert; die Probleme Griechenlands bestehen nicht erst seit gestern, nur weil sich eine Rating-Agentur dazu entschlossen hat ein paar Buchstaben auszutauschen) ist momentan wohl einfach eine ganze Fülle von Negativ-Einflüssen am Werk, die jeder für sich genommen (sofern von Dubai nicht tatsächlich eine bedrohliche Kettenreaktion ausgehen wird) wohl noch vor zwei Wochen wenig Einfluss genommen hätten.
Doch es ist, wie es ist! EUR/USD ist bereits am Freitag eingebrochen und hat seine bisherige Range verlassen. Gestern wurde ein Tief bei 1,4682 erreicht. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4753. Unterstützung ergibt sich zunächst bei 1,4670 und hernach bei 1,4614 was allerdings ein sehr kritisches Level bedeutet. Allerdings deutet das heutige Überschreiten der 1,4744 zunächst auf ein kurzfristiges Rebound-Potenzial bis in Richtung der 1,4817/30, worauf in dieser Woche dann zunächst wieder tiefere Notierungen folgen könnten.
Quelle: CFX-Broker
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