Risikoaversion beruhigt sich wieder: USD und JPY geben ab
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 29. April 2009, 12:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
hach ja, wie schnell sich doch immer wieder die Stimmung ändern kann! Der temporäre Effekt der Schweine-Grippe scheint sich ein klein wenig abzukühlen - die WHO berichtet inzwischen von nur 7 tatsächlich auf das Virus zurückzuführenden Todesfällen. Zwar schloss die Wall Street noch leicht im Minus, doch der DAX notiert aktuell schon wieder leicht im Plus.
Aber lassen wir einmal die Grippe sein und widmen uns den Wirtschaftsdaten. Oder besser gesagt den Aussichten. Die sind heute wieder etwas heiterer, man könnte fast sagen ein leichter Optimismus ist bereits wieder zu spüren.
Besser wäre es allerdings zu sagen, die Risikoaversion beruhigt sich wieder ein bisschen. Denn wie wir alle wissen, sind Stimmungsschwankungen im Markt nichts Neues. Heutiger Optimismus kann sich morgen schon wieder in Pessimismus umschlagen.
Heute: wieder einmal US-Optimismus
Für heute stehen die US-BIP-Daten zur Veröffentlichung an. Der Konsens erwartet einen Rückgang um 4,7 % im 1. Quartal 09. Das klingt eigentlich nicht so positiv, in Relation aber schon. Denn die US-Wirtschaft schrumpfte im 4. Quartal 08 noch um 6,3 %.
Auch die Konsumentenzufriedenheit in den USA ist wieder gestiegen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass eine Zahl bei 39% noch immer nicht gerade positiv ist.
Außerdem fallen die Häuserpreise mittlerweile langsamer als zuvor (Case-Shiller wurde bereits gestern veröffentlicht).
Also, Friede, Freude, Eierkuchen?! Na ja, im Moment schon! Doch, wie gesagt, wenn wir Eines mit Bestimmtheit wissen, dann, dass sich die Dinge auch wieder schnell ändern können. Um die US-Arbeitslosenrate steht es auch nicht gerade zum Besten - im März wurde ein 25-Jahres-Hoch bei 8,5% erreicht. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge erwartet der Konsens bis zum 4. Quartal einen Anstieg auf 9,5%.
Doch heute scheint die Sonne und während USD und JPY als Safe-Haven-Währungen folglich abgeben müssen, legt der EUR wieder zu.
Nachdem EUR/USD die 1,3222 erfolgreich nach oben durchbrochen hat (EUR/USD notiert aktuell bei 1,3240) könnte nun der Weg in Richtung des Widerstands bei 1,3339 offen stehen und möglicherweise sogar eine stärkere Rallye in Richtung der 1,3857 begründen. Doch - wie gesagt - die Dinge können sich auch schnell wieder ändern. Unsicherheit in Bezug auf die Uneinigkeit innerhalb der EZB könnte den Euro auch wieder rasch unter Druck bringen. Allerdings dürfte erst ein Bruch der Fibonacci-Unterstützung bei 1,2761 nach unten den Trend umkehren.
Quelle: CFX-Broker
EUR/JPY stieg von 124,65 gestern bis auf aktuell 128,43. Sollte EUR/JPY den Widerstand bei 129,25 ebenfalls nehmen, könnte der Weg sogar in Richtung 132,00 offen stehen.
Quelle: CFX-Broker
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