Riesiges Infrastrukturpotenzial in Russland
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 15. Oktober 2007 20:45 Uhr
ENL5454
Fortsetzung von Teil 1
Riesiges Entwicklungspotenzial für Tourismus
Interessant fand ich als wirtschaftlich interessierter Reisender natürlich zu erfahren, dass Listwjanka erst vor Kurzem zu einer Sonderwirtschaftszone ernannt wurde. Steuererleichterungen und rund 600 Mio. USD an Investitionen, vor allem von der Baugesellschaft, die von dem Ehegatten der Irkutsker Bürgermeisterin geleitet wird, sollen in den nächsten Jahren dabei helfen dieses Tourismus-Potenzial zu nutzen.
Das Dorf Arshan am Fusse des Sajan Gebirges
Ebenfalls als Touristen Attraktion gilt der russische Ferienort Arshan. Hier gibt es riesige unberührte Wälder, in welchen meine Freundin und ich sich bei beginnenden Regen stundenlanf verlaufen haben sowie Thermalquellen und 2000 bis 3000 Meter hohe Berge. Für Bergwanderer ist dieser abgelegene Ort, der für umgerechnet 8 Euro mit dem Minibus innerhalb von 4 Stunden von Irkutsk erreicht werden kann, ein Paradies. Einen Ausflug in die Bergwelt ersparte ich mir aber dann doch, da hier das Wort Seilbahn offenbar ein Fremdwort ist, denn die Notwendigkeit einer solchen hat man hier noch nicht erkannt. Auch in Punkto Hotels hat man kaum Auswahl. Entweder man schläft für rund 60-80 Euro pro Nacht in einem völlig heruntergekommenen Plattenbau, einem ehemaligen Krankenhausgebäude und Sanatorium, der neben dem verdreckten Bad immerhin fliessendes Warmwasser besitzt. Oder man teilt sich das Zimmer mit 5-6 anderen Reisenden in einer Art Jugendherberge, die ebenfalls mit völlig unrealistischen 30 Euro pro Nacht zu Buche schlägt. Günstiger geht es dann nur noch in einem der vielen Holzhäuser, die jedoch nur Toiletten ausserhalb des Gebäudes und kein Warmwasser besitzen.
Dennoch wimmelte es in diesem Ort nur so von Touristen und wir waren froh überhaupt eine "Absteige" für 60 Euro pro Nacht zu finden, denn drei Hotelgebäude in denen wir anfragten waren bereits voll belegt.
Es mangelt hier keineswegs an der Kaufkraft der Touristen. Nur kam offenbar hier noch niemand auf die Idee, dass viele Touristen gerne 100 Euro pro Nacht für eine halbwegs normale Bleibe oder 30 Euro für die Seilbahn auf den Berggipfel bezahlen würden.
Fazit
Russland ist eine Reise wert. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie eine russischsprachige Reiseleitung haben, oder sich russische Sprachkenntnisse aneignen, denn in Russland hatte ich selbst in Metropolen wie Moskau und St. Petersburg immer wieder riesige Probleme, um mich verständlich zu machen. Ein Problem, welches mir in Asien noch nie in dieser Form begegnete. Oftmals liegt dies ganz einfach daran, dass man in Russland einfach nicht gewöhnt ist mit Touristen zu komminzieren, die keine oder nur wenige Sprachkenntnisse besitzen. Doch auch hier bin ich zuversichtlich, dass sich dies in den nächsten Jahren verbessern wird. Und selbst wenn dies nicht eintritt, ist Russland selbst gross und stolz genug, um auch "ohne den Westen" weiter zu wachsen.
Russische Aktienempfehlungen werden deshalb auch in Zukunft eine Rolle im Tiger & Dragon spielen.
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