Richten Sie Ihr Depot nach der BRIC-Formel aus
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 04. August 2006 19:00 Uhr
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Kennen Sie die BRIC-Formel? Keine Sorge, dass ist kein neuer Lippenstift mit optimierter Leuchtkraft oder ein schicker Hightech-Kulli für Kinder. Hinter BRIC verbergen sich die Länder, die zukünftig die größten Märkte der Welt bilden werden: Brasilien, Russland, Indien und China. Während im Euro-Land das Wachstum weiterhin schwach bleiben wird, gewinnen die BRIC-Märkte immer mehr an Anziehungskraft aufgrund andauernd hoher Wachstumsraten.
Die Prognose ist klar: Der Anteil der entwickelten Länder an der Weltwirtschaft wird in den nächsten Jahren kontinuierlich zurückgehen. Nehmen Sie als Beispiel China. Das Volkseinkommen Chinas wird nach Einschätzung von Goldman Sachs das von Großbritannien 2007 überholen. Deutschland als weltweit drittgrößter Markt wird 2010 überholt. Auch mit Indien setzen Sie klar auf einen der wichtigsten Wachstumsmärkte. Das Volkseinkommen Indiens wird das von Großbritannien spätestens 2020 überrunden.
Für mich ist deshalb absolut klar: Wer auch in den nächsten Jahren eine überdurchschnittliche Performance erzielen will, kommt an der BRIC-Formel für sein Depot nicht vorbei.
Trotz aller Wachstumseuphorie dürfen Sie nicht die Risiken vergessen
Dennoch wird Aufbruch der BRIC-Länder nicht ohne Rückschläge ablaufen. Bei der Einkommensverteilung bleiben die BRIC-Länder zum Beispiel noch lange auf Entwicklungsländer-Niveau. Gerade was China anbelangt, müssen Sie mit Risiken rechnen, vor allem in diesen 4 Bereichen:
• 60% der Bevölkerung leben auf dem Land. Das sind 800 Millionen Menschen, die mit weniger als 1 Euro pro Tag auskommen müssen und weitestgehend vom rasanten Wachstum ausgeschlossen sind. Soziale Unruhen sind vorprogrammiert.
• Der Energiebedarf in China ist so hoch, dass in einzelnen Regionen bereits Gas rationiert wird. Zum Beispiel in der Region um die Hauptstadt Beijing.
• Nach einer Erhebung der Weltbank befinden sich 16 der 20 schmutzigsten Städte in China. Zunehmende Umweltbelastungen dürften das Wachstum bremsen.
• Wassermangel wird zu einem immer größeren Problem. Die Boom-Region Guangdong überlegt zum Beispiel, Wasser zu rationieren. Für Industriebetriebe bedeutet das Produktionsausfälle. 400 von 660 Städten haben zu wenig Wasser.
Doch, wo es Probleme gibt, wird auch nach Lösungen gesucht. Und genau daraus entwickeln sich die lukrativsten Zukunftsmärkte: Wasseraufbereitung, Umwelttechnologie, energiesparende Technologien