Rhodium im Preisfieber
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Edelmetalle
vom 13. März 2008 20:45 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
wieder einmal wird es Zeit sich dem teuersten aller Edelmetalle zu widmen: dem Rhodium. Dieses Metall verbucht derartig massive Preissteigerungen, dass fast kein Auge trocken bleibt. Bei dem Einen aus Freude, bei dem Anderen eher aus Trauer, weil er zu früh ausgestiegen ist.
Der Rhodiummarkt ist wohl einer der undurchsichtigsten überhaupt, da der Markt äußerst eng ist. Rhodium wird überdies nicht an einer Futures-Börse gehandelt, der Handel findet stattdessen direkt zwischen Produzenten und Abnehmern statt. Nur sehr geringe Handelsaktivitäten finden an den Metallbörsen statt. Umso größer sind Geheimhaltung und Undurchschaubarkeit in diesem Markt.
Umso größer ist die vorherrschende Meinung der Analysten, es handele sich bei den massiven Preisgewinnen in den vergangenen Jahren inzwischen um eine handfeste Blase. Andere wiederum glauben, dass auf diesen sehr engen Markt schon geringe Einflussfaktoren massive Auswirkungen in Bezug auf die Produktion nach sich ziehen.
Betrachten wir die jüngsten Preissteigerungen, sowie die Gründe dafür, könnten wohl beide Meinungen für sich genommen als richtig gelten.
Rhodium + 4.500 % seit 2003
Der Preis für Rhodium sieht seit 2003 praktisch kein Halten mehr. Fundamental betrachtet steht hier ohne Zweifel die steigende Nachfrage, nach Metallen der zweiten Industrialisierungsstufe aus den schnell wachsenden, vor allem asiatischen Volkswirtschaften als Begründung im Vordergrund.
Dennoch, keines der anderen Metalle der Platingruppe hat eine derartig beachtliche Preisentwicklung hinter sich gebracht. Obgleich allein der Preis für Platin im gleichen Zeitraum um mehr als 190% gestiegen ist.
Betrachten wir die jüngste massive Preissteigerung seit November
Seit Januar ist der Preis für eine Unze Rhodium um über 37% auf gegenwärtig 9.280 US-Dollar gestiegen.
Ausschlaggebend hierfür sind natürlich mit die gleichen Gründe, welche auch für den Preisanstieg der anderen Platingruppenmetalle gelten.
Die starke Nachfrage nach Edelmetallen als Absicherungselement im Zuge von Inflationsängsten ist ein Faktor, obgleich die Platingruppenmetalle ja vor allem in der Industrie Verwendung finden.
Der zweite bedeutsame Faktor sind die Produktionsausfälle in den südafrikanischen Platinminen, aufgrund der Stromausfälle.
Dennoch reagiert der Rhodiumpreis seltsamerweise, im Gegensatz zu den anderen Platingruppen, gar nicht auf die jüngsten Neuigkeiten aus Südafrika.
Von dort wurde berichtet, dass erstens die Stromversorgung zu über 90% wieder hergestellt ist und zweitens die Minenindustrie zusätzlich mit 5% mehr Strom versorgt werden soll.
Während der Platinpreis, als Reaktion auf diese Nachrichten seit Anfang März fast 10% verloren hat, setzte Rhodium seinen Aufwärtstrend unberührt weiter fort und verteuerte sich im gleichen Zeitraum um weitere 300 USD pro Unze.