Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Edelmetalle
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nutzen wir die heutige außerplanmäßige Ausgabe des Nebenwerte Daily zu einem Blick auf den Markt der großen Platingruppenmetalle, speziell Platin, Palladium und Rhodium. Anlass dazu gibt mir die gestrige Vorstellung des Jahrbuchs der Platingruppenmetalle durch die renommierte CPM Group. Die CPM Group veröffentlicht regelmäßig Statistiken zum Ausblick für die Edelmetalle, Industriemetalle und Agrarrohstoffe. Zudem ist sie in die Beratung für professionelle Bedürfnisse und den Handel der Rohstoffe involviert.
Nachfragespitzen führen immer wieder zu Preisschüben
Die drei untersuchten Platingruppenmetalle verhielten sich in den vergangenen Jahren in der Preisentwicklung sehr unterschiedlich, obwohl alle drei zum größten Teil vom industriellen Bedarf abhängig sind. Preisspitzen kamen immer dann zustande, wenn die Nachfrage durch neue technologische Entwicklungen oder verschärfte Abgasvorschriften der Automobilindustrie sprunghaft stieg, das Angebot damit aber nicht mithalten konnte. Regelmäßig brechen diese Übertreibungen im Preis dann wieder zusammen, wenn entweder das Angebot erhöht werden kann bzw. neue Forschungen eine Substitution möglich machen.
Rhodium enttäuschte die Anleger 2011
Besonders deutlich zeigte sich dies in den vergangenen Jahren beim Rhodium, einem 2011 heiß diskutierten Platingruppenmetall. Anlass dazu war die Einführung eines physisch hinterlegten Rhodium-ETFs durch die Deutsche Bank im Mai 2011. Spekulationen wurden laut, dass die Nachfrage nach Rhodium dadurch so stark steigen würde, dass dieses Metall wieder in ein Angebotsdefizit fallen würde und sensationelle Preissteigerungen wie 2008 zu erwarten seien:
Rhodium-Preischart 1972-2012. Quelle: CPM-Group 2012.
Es kam jedoch, wie es kommen musste: Nach Einführung des ETFs fiel der Preis schnell wieder in sich zusammen, weil das Angebot weiterhin höher war als die Nachfrage, die am langsamsten von allen Platingruppenmetallen wuchs:
Rhodium Angebot und Nachfrage 1972-2012. Quelle: CPM-Group 2012.
Verantwortlich war dafür einerseits die Autoindustrie, die nach den schmerzhaften Preisspitzen von 10.000 USD je Unze schnell die Bremse anzog und den Bedarf durch neue Technologien mit anderen Materialien senkte. Andererseits erhöhte Südafrika bereits seit Jahren die Produktion an Rhodium stärker als bei den anderen Platingruppenmetallen, indem die Prozesswege und damit die Ausbeute verbessert wurden. Dazu kam auch noch ein größeres Angebot aus neuen Minen in Kanada, was dem Preis zusammen mit den Glattstellungen nach der misslungenen Spekulation endgültig den Boden unter den Füßen nahm.
Nun aber erwartet CPM jedoch eine Beruhigung der Situation. Zum Einen wird der Rhodium-ETF weiterhin dem Markt Material entziehen. Zudem sollen nun alle Verbesserungsmöglichkeiten im Raffinationsprozess umgesetzt worden sein, sodass der Ausstoß der südafrikanischen Platinminen an Rhodium nur noch in gleichem Maße wachsen kann wie der der anderen enthaltenen Platingruppenmetalle. Und da sieht es nicht ganz so gut aus.