Rentenmarkt spekuliert auf staatliche Hilfen der EU
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 1. März 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
hoffentlich hat Sie der gestrige starke Sturm nicht verweht und der schwache Donnerstag an den Börsen nicht zu sehr verwirrt. Obwohl die vergangene volatile Woche durchschnittliche Verluste von etwa 2 % für die deutschen Indizes bescherte, haben sich unterhalb der Oberfläche einige Verbesserungen ergeben. Darauf hatte ich Sie ja schon in der vergangenen Woche hingewiesen. Aber wie gesagt, der Kursrücksetzer vom vergangenen Donnerstag hat an meiner grundsätzlichen Meinung nichts geändert und trotz der vielen negativen Schlagzeilen und den kritisch zu beurteilenden äußeren" Charts sehe ich die Gefahren eines größeren Kursrutsches gebannt. Die vergangene Woche war wieder einmal typisch dafür, dass es meist nicht viel schadet selber zu denken und weniger die Medien auf sich einwirken zu lassen. Wirklich schade, dass mit der tollen Winter-Olympiade ein triftiger Grund zur Ablenkung weggefallen ist!
Hochspannung in Athen
Da das Thema Verschuldung" im allgemeinen und die kreativen Buchführungspraktiken Griechenlands im speziellen, die Devisen-und Aktienmärkte ganz schön durcheinander gewirbelt haben, komme ich heute darauf kurz zurück. Denn Griechenland steht nun vor einer milliardenschweren Anleiheemission von zehnjährigen Papieren und Spitzenpolitiker der EU sind zu Gesprächen vor Ort. Devisenhändler sehen den aktuell leicht erholten Euro im Falle eines Scheiterns der Anleihe-Platzierung vor einer erneuten Schwäche und Kanzlerin Merkel fordert bereits weitere harte Schnitte. Trotzdem gibt es zeitgleich Spekulationen um ein bis zu 30 Mrd. Euro schweres Hilfspaket einiger Euro-Staaten für das verschuldete Griechenland. Vor allem Deutschland und Frankreich gelten als potentielle Kandidaten für staatliche Garantien, sind doch deren Banken die Hauptgläubiger Griechenlands. Sollten diese Schulden wirklich im Feuer" stehen, würde sich die Bankenkrise hierzulande stark verschärfen und möglicherweise neue Staatsgelder notwendig machen. In den vergangenen Tagen wurde immer wieder spekuliert, dass die Regierungen in Berlin und Paris direkt, oder über Staatsbanken wie die KfW, Garantien für griechische Staatsanleihen anbieten könnten.
Trotz der vielen Dementis für staatliche Garantien aus Berlin steigt dafür die Wahrscheinlichkeit, denn die Rendite für zweijährige griechische Staatsanleihen fällt heute um etwa 60 Basispunkte auf 5,98 Prozent, während die Rendite für zehnjährige Papiere auf 6,17 Prozent fiel.
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