Renditen auf längerfristige US-Staatsanleihen steigen: USD unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 29. Mai 2009, 12:00 Uhr
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Liebe Leser,
die FED sitzt nach wie vor in einer Falle! Zwar stießen die Auktionen von US-Treasuries mit kürzeren Laufzeiten auf eine recht erfreuliche Nachfrage aus dem Ausland. Doch offensichtlich hat dies andere Gründe, als vielleicht erhofft.
Nachdem die Auktion von US-Staatsanleihen mit 2-jähriger Laufzeit noch fast 55% indirect bidders und damit eine hohe Nachfrage aus dem Ausland suggeriert, verzeichnete die Auktion von US-Staatsanleihen mit 5-jähriger Laufzeit bei rund 44% indirect bidders zwar noch immer eine relativ hohe Auslandsbeteiligung, doch offenbar geht es mittlerweile immer weniger um die tatsächliche Nachfrage nach US-Treasuries, sondern vielmehr um die Verkürzung der Duration.
10-year Treasury Yields steigen
Der Markt sieht es offenbar nicht nur ähnlich, sondern nimmt den massiven Verkauf von Staatspapieren zur Finanzierung der gigantischen Rettungspakete mittlerweile immer übler.
Laut Goldman Sachs, einem der 16 Primary Dealer bei den Treasury Auktionen, werde die US-Regierung bis zum Ende des Fiskaljahres am 30.September, insgesamt eine Rekordsumme in Höhe von 3,25 Billionen US-Dollar an Schulden verkaufen müssen.
Der Markt fragt sich nicht umsonst immer stärker, wer all diese Schulden schließlich überhaupt noch kaufen wird?!
Süd-Koreas National Pension Service, der größte staatliche Investor, plant, Regierungsangaben zufolge, bereits, seine Gewichtung in US-Bonds zu senken.
Trotz der relativ positiv verlaufenen Auktionen von Treasuries mit kürzeren Laufzeiten, stehen nun US-Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten unter Druck.
Treasuries mit 10-jähriger Laufzeit fallen also weiter. Im Umkehrschluss steigen die Renditen. Die 10-year Treasury Note Yield liegt aktuell bei 3,61%, nach einem Anstieg um 50 Basispunkte im Mai und 46 Basispunkten im April.
Die FED in der Falle
Dank der somit immer steiler werdenden US-Zinskurve haben sich auch die US-Hypothekenkredite verteuert (die durchschnittliche Rate auf 30-year fixed mortgage stieg gestern auf 5,27% von 4,85% im April). Dies trotz der massiven Käufe von hypothekengesicherten Anleihen durch die FED.
Dieser Zinsanstieg führt aber wiederum zu der Besorgnis, dass sich dadurch ein rascher Wiederaufschwung im besten Falle verzögern könnte. Was wiederum die Sorgen unterstützt, dass die FED, um der steiler werdenden US-Zinskurve entgegen zu wirken, ihre QE-Maßnahmen ausweiten könnte.
Das Zusammenspiel dieser Faktoren setzt die US-Währung ebenso unter Druck, wie Berichte, dass brasilianische Offizielle verlauten ließen, die BRIC-Staaten planten, bei ihrem Gipfel in Russland, ernsthaft die Rolle des US-Dollar als Reserve- und Leitwährung zu diskutieren.
Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang bis auf 1,3795 gestern, der aber noch weit von den Unterstützungsmarken bei 1,3717 und 1,3695 entfernt lag, setzte EUR/USD einen massiven Aufwärtstrend fort und notiert aktuell bei 1,4084. Der Bruch des Widerstands bei 1,3989 nach oben, bietet weiteres Potenzial nach oben. Die nächste Marke, die es zu testen gilt, liegt bei 1,4169.
Quelle: CFX-Broker