Reisender in Sachen Biodiesel
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 17. August 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
*** Themen „Ethanol und Biodiesel".
Das Thema Ethanol hatte ich hier im Trader´s Daily schon einige Male. Sie wissen, um was es geht: Ethanol ist nichts anders als Alkohol, welcher Benzin beigemischt werden kann. Entsprechend kann Benzin und damit dessen Vorstufe Rohöl eingespart werden.
Zunächst einmal eine feine Sache, gerade für mitteleuropäische Staaten - die nicht gerade für bedeutende Rohöl-Vorkommen bekannt sind.
Ethanol hingegen kann aus nachwachsenden Rohstoffen und damit im eigenen Land hergestellt werden.
Doch das ist gleichzeitig ein Problem: Die Welt ist nun einmal so stark besiedelt, dass es durchaus ein Problem werden kann, wenn nachwachsende Rohstoffe zur Ethanol-Produktion und nicht zur Ernährung der Menschen verwendet werden.
Und dies sind die Pflanzen, aus denen Ethanol derzeit hergestellt wird: Mais (besonders in den USA), Zuckerrohr (Brasilien) und Weizen (Mitteleuropa). Klar, da gibt es eine direkte Konkurrenz - Weizen zu Ethanol oder zu Brot?
Bei Ethanol hoffe ich auf die „nächste Generation". Ethanol aus Ernteresten, oder aus Algen...da gibt es einige Möglichkeiten. Auch als Investment höchst interessant. Mehr darf ich an dieser Stelle dazu nicht sagen.
*** Wollte heute aber gar nicht in erster Linie über Ethanol, sondern über Biodiesel schreiben. Das ist - wie der Name schon sagt, nicht wahr - kein Benzin, sondern Diesel.
Kann ebenfalls dem Diesel beigemischt werden. Es gibt auch Motoren, die mit reinem Biodiesel (B100 genannt) fahren können.
Hier im Grunde ein ähnliches Problem wie bei Ethanol: Biodiesel wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, und gerät ebenfalls in Konkurrenz zur Nahrungsproduktion.
In Deutschland ist der Input in erster Linie Raps. Rapssaat wird in einer Ölmühle gepresst, dann erfolgt die Weiterverarbeitung.
Input kann aber auch Sojaöl oder Palmöl sein.
Letzteres klingt zunächst gut...hat allerdings in Südostasien dazu geführt, dass Regenwälder abgeholzt wurden, und dort Ölpalmen-Monokulturen hingesetzt wurden. Nicht optimal für die Umwelt.
*** Auch hier soll es aber eine „nächste Generation" geben. Und auch dies ist natürlich für uns als Investoren interessant. Und wenn dies eine nachhaltige und umweltfreundliche Produktion von Biodiesel ermöglichen sollte - wäre es eine 1a Empfehlung für meinen Dienst „LOHAS Investor", welcher sich weiterhin in der Test-Phase befindet.
Und wissen Sie was: Das schaue ich mir nun vor Ort an.
Wissen Sie, solange der körperliche Verfall noch nicht allzu weit fortgeschritten ist und die Neugier da ist sowie kaum jemand in Mitteleuropa, der einen wirklich vermissen würde - warum also nicht auf, nach Südostasien? Ad majorem patriae gloriam!
Und genau das mache ich. Schaue mir die Sache vor Ort an. Biodiesel-Produktion der „nächsten Generation". Recherchiere vor Ort. Interessiert mich arg, und vielleicht finde ich eine neue Anlagemöglichkeit. Erkenntnisgewinn auf jeden Fall, denke ich.
Demnächst mehr.
Herzliche Grüße!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lourme (17.08. 2010 12:39 Uhr):
denken Sie an Jatrophasamen? Gute Reise und liebe Grüße BL
Antworten - Kommentar von Günter Elsässer (17.08. 2010 12:44 Uhr):
Sehr geehrter Herr Vaupel, ich halte Sie und Ihre Kommentare für die Glaubwürdigsten in diesem Bereich. Vermutlich handelt es sich bei Ihrem Geheimtipp um Curcas, diese Aktie hatte ich schon und habe sie mit gutem Gewinn verkauft. Nach ständiger Beobachtung bin ich der Meinung, das es sich um eine Luftnummer handelt, auch wenn die Aktie von Ihren Kollegen heiß empfohlen wird. mfG G.Elsässer
Antworten- Antwort von Helmut (17.08. 2010 20:27 Uhr):
Kann mich dem obigen Beitrag nur anschlie0en. Wäre sehr schön, wenn die Reise Sie in den Kreis um Curcas führt und Sie "ehrliche" Berichte dazu geben. Ich glaube nämlich auch eher an eine "Luftnummer" bzw. wie es so schön in diversen Foren heißt "abzocke alias Star xxx" mfg Helmut
- Antwort von Helmut (17.08. 2010 20:27 Uhr):
- Kommentar von KGBull (18.08. 2010 09:55 Uhr):
Werter Herr Vaupel, Zum Negativ-Schlagwort "Umweltzerstörung für Plantagen" sollten Sie berücksichtigen, dass alle einigermaßen verantwortlichen Biodieselhersteller nur Palmöl von durch das Sustainability Board zertifizierten Lieferanten verarbeiten. Diese schließen z.B. die Plantagen die durch Moorland-Trockenlegung entstanden sind, aus und haben weitere wichtige Kriterien, deren Aufzählung hier zu weit führen würde. Grundsätzlich besteht aber der Konflikt Lebensmittel/Treibstoff. Mit Jatropha wird hier vieles günstiger, weil neben der fehlenden Konkurrenz zur Agrarwirtschaft für die Lebensmittelherstellung auch eine wirtschaftliche Perspektive für die Landbevölkerung entsteht. Grundsätzlich meine ich aber, dass Biodiesel nur eine Zeitfenstererscheinung ist, die vermutlich nicht länger als 30 Jahre dauern wird. Die Zukunft für Treibstoff liegt ganz woanders. Biomasse - Sythesegas - Treibstoffdestillation ist nur ein Alternativweg (Sie erwähnten schon Zellulose als einen Biomasseträger). Solarenergienutzung in allen möglichen Formen und der stetige Wandel der Transportmittel zu Elektroantrieben ist ein anderer Schritt. Vielleicht erleben wir noch den abgasfreien Stadtverkehr. Gute Reise und Erleuchtung!
Antworten - Kommentar von Hellmut Lempp (18.08. 2010 10:40 Uhr):
Sehr geehrter Herr Vaupel, Ihren Idealismus und Unternehmungslust finde ich toll ! Gute Reise, und ich freue mich schon auf Ihre Erkenntnisse bei Ihrer Rückkehr. - Ihren vorigen newsletter zu diesem Thema schickte ich übrigens meinem Sohn weiter, der beim BMZ direkt in diesem Bereich arbeitet, und hier ist seine Antwort: Wir beobachten zellulose-basierte Biotreibstoffe natürlich auch genau. Es ist allerdings auch dabei noch Vorsicht angebracht was Konkurrenz zu Nahrunsmitteln anbelangt. Schließlich kann auch damit noch die Pflanze angebaut werden, NUR um die "Reststoffe" zu verwenden. Und damit würden ggf. Flächen eingenommen, die sonst der Lebensmittelproduktion zugute kämen. Grundsätzlich denke ich, dass batteriebetriebene Autos die Zukunft sind - biofuels nur Übergangstechnologie weil technologisch näher an der derzeitigen Realität. Freundliche Grüße, Hellmut Lempp
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