Reis knackt die 21 USD-Marke
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 08. April 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
und wieder ist es Zeit sich dem noch von so Vielen unbeachteten Getreide Reis und seiner unglaublich starken Preisentwicklung zu berichten.
Während der Rohstoffboom endlich auch die Agrarrohstoffe in die Gedanken und Überlegungen Einzug halten ließ, impliziert das Wort für die Meisten noch immer nur Mais, Weizen und vielleicht noch Sojabohnen, wenn es ums Getreide geht. Der Reis der aber nun schon den vierten Tag in Folge einen Rekordpreis nach dem anderen jagt sickert nur langsam in das Bewusstsein durch. Dies mag daran liegen, dass es bislang nicht gerade viele für Anleger attraktive Finanzinstrumente zum Handel gab, doch das hat sich inzwischen geändert. (Dazu allerdings morgen mehr!)
Reis auf Rekordhoch bereits vier Tage in Folge
Gegenwärtig notiert der Zentner Reis an der CBOT bei 21,28 US-Dollar im Julikontrakt, Limit-up bei absoluten All-Time-Highs. Die Reispreise sind damit seit vergangenem Jahr um 100 % und seit 2003 um 400 % gestiegen.
Grund für die gegenwärtige Preisrallye ist die stetig schwieriger werdende Versorgungslage. Weltweit stellt Reis das Grundnahrungsmittel für über 50 % der Weltbevölkerung dar. Doch schon jetzt befinden sich die weltweiten Lagerbestände auf dem niedrigsten Stand seit 1980. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach dem Getreide in den letzten zwei Jahrzehnten um 40 % angestiegen.
Exporte werden zurückgefahren
China, Ägypten, Vietnam und Indien stehen zusammen für mehr als ein Drittel der weltweiten Reisexporte. Doch diese Länder haben inzwischen, aufgrund steigender Teuerungsraten und teilweise schlechter Ernteerträge ihre Exporte massiv zurückgefahren um ihre eigene Versorgungslage nicht zu gefährden.
Gegenwärtig profitieren davon vor allem die beiden inzwischen größten Exportnationen Thailand und die USA. Der Preis für Reis aus Thailand, dem inzwischen größten Verkäufer weltweit, dürfte in diesem Jahr wohl noch um weitere 25 % ansteigen.
US-Aussaat zurückgefallen
Weiteren Druck auf die gegenwärtige Angebotssituation und damit Unterstützung für die Preise erweist die US-Aussaat.
Aufgrund von starken Niederschlägen, die in einzelnen Anbauregionen der USA zu Überflutungen geführt haben steckt die Reisaussaat förmlich fest.
Der USDA zufolge haben die Reisfarmer in sechs Bundesstaaten bislang nur 11 % der Reisaussaat vornehmen können. Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren bereits 21 % der Saat ausgebracht worden.
In Arkansas, dem größten Reisproduzierenden Bundesstaat der USA sind bislang sogar nur 2 % der Aussaat vorgenommen worden, verglichen mit 21 % im Vorjahr gibt das weiter Anlass zur Besorgnis.
Soziale Unruhen vorprogrammiert?
Steigende Lebensmittelpreise feuern weltweit die Inflation an. In Haiti kam es aufgrund dessen bereits zu Unruhen, die vier Menschenleben gekostet haben. Auch in anderen Staaten, die zu den ärmsten der Welt zählen, wie Burkina Faso, Mosambik und Mauretanien kam es in der Zwischenzeit bereits zu Unruhen.
Dafür wird andernorts versucht die Lagerbestände aufzubauen wie es nur geht! Die Philippinen beispielsweise, die 15 % ihres Reisverbrauchs importieren, verstärken inzwischen die Kontrollen über die heimischen Verkäufe und kaufen verstärkt auf dem Weltmarkt ein.
So wurde heute bekannt gegeben, dass die Philippinen den Kauf einer weiteren Million Tonnen an Reis planen.
Der philippinische Landwirtschaftsminister Arthur Yap sagte überdies, die Philippinen würden möglicherweise ihre Reisimporte in diesem Jahr um 42 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,7 Millionen Tonnen erhöhen.
Reis, liebe Leser, wird in diesem Jahr zusammen mit dem Mais das große Thema der Agrarrohstoffe sein. Dessen kann man wohl sicher sein!
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