Reich werden durch Geld ausgeben?
Bill Bonner in Investors Daily
vom 05. August 2005 18:00 Uhr
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*** Dan Denning und Addison Wiggin haben augenscheinlich Ende letzter Woche in New York ihren Beitrag geleistet, die amerikanische Wirtschaft vor dem Konkurs zu bewahren.
Mr. Wiggin berichtet: "Wir verbrachten den größten Teil des Tages, indem wir überall in der Stadt Dinge konsumierten. Dan sollte an jenem Morgen ein Interview geben und dann am Nachmittag in einer Fernsehsendung auftreten. Wir begannen mit einem riesigen Frühstückbuffet im Hotel ... probierten dann ein paar neue Haarschnitte aus, ein paar neue Hemden und Krawatten ... Kaffee ... Lunch in einem New Yorker Imbiss, wo man Sandwiches bekommen konnte, die ein ganzes Pfund Fleisch enthielten (riesige, gefräßige Portionen) ... dann verbrachten wir ein paar Stunden in einer Bar, bevor man Dan aus der Sendung warf, weil man lieber über die NASA berichten wollte. Vollständig entmutigt haben wir in Little Italy zu Abend gegessen und dabei viel zu viel Nudeln gegessen und Wein getrunken."
"Die gesamte Produktivität des Tages belief sich auf einen siebenminütigen Beitrag der an diesem Wochenende ausgestrahlt wurde. Aber jetzt kommt der beste Teil: Das Thema des Interviews? Unter anderem ging es um Verschwendung und die amerikanische Vorstellung, man könne reich werden indem man Geld ausgibt."
*** "Die Inflation ist der Buhmann, den Andere nutzen, damit man selbst schlechte Investitionen macht", schreibt mein Freund Martin Spring. "Es ist ebenso wahrscheinlich, dass wir zum Goldstandard zurückkehren. Jahr für Jahr, sagen die Experten (fast alle) dass die Zentralbanken so viel Geld "drucken" (in Umlauf bringen) dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Preise für die Güter dadurch inflationär werden ... explosiv inflationär."
"Dummerweise scheint es genau dazu nie zu kommen. Im letzten Jahr hat die Inflation in Amerika nur einen Wert von 2,7 Prozent erreicht, in der Eurozone nur 1,8 Prozent,1,3 Prozent in Großbritannien und 0,1 Prozent in Japan, trotz dem stärksten Wirtschaftswachstum weltweit in fast 30 Jahren."
"Selbst wenn man die offiziellen Manipulationen der Statistiken mit einrechnet, die die Realität abmildern sollen (was sie zweifellos tun), sind das immer noch sehr niedrige Zahlen. Und die Ökonomen sagen auch in den nächsten ein bis zwei Jahren keine großen Veränderungen voraus."
"Die Inflationistas sind überzeugt, dass die Inflation zurückkehren wird, weil sie das bisher immer getan hat. Das ist wahr. Aber die Anleger verlieren vielleicht Geld, während sie darauf warten. Die Inflationistas scheinen zu vergessen, dass es fast das ganze 19. Jahrhundert hindurch keine Inflation gegeben hat, ebenso wenig wie in weiten Phasen des 20. Jahrhunderts. Und in der letzten Zeit konnte man sehen, dass die zweitgrößte Wirtschaft der Welt – Japan – trotz massiver fiskalischer und monetärer Stimulation schon seit mehr als einem Jahrzehnt keine Inflation mehr erlebt hat."
"Geld in den Umlauf zu bringen führt nur dann zu einer Inflation, wenn es die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen über das verfügbare Angebot hinaustreibt. Weltweit, ist das schon seit Jahren nicht mehr passiert, und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass es passieren wird."