Regiert Goldman die Welt?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Gold als Geldanlage
vom 10. August 2009, 07:30 Uhr
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Goldman... Goldman... Goldman... Die Italiener glauben, dass Goldman ihr Land regiert. Goldman hat drei Posten in Rom... Premierminister Romano Prodi ist ehemaliger Angestellter von Goldman. Er ist auch der Kopf des Finanzministeriums. Und zuletzt auch Chef der Zentralbank.
Sie denken, Goldman sei ein Kult... eine halb-geheime Gesellschaft von Insidern mit der Macht, das Land zu beherrschen - verstohlenerweise. Wie die Freimaurer... die Jesuiten... oder die Illuminaten.
Goldman hat seine Jungs auch in den Vereinigten Staaten auf wichtigen Posten sitzen - aber nicht in gleichem Ausmaß wie in Italien. Tim Geithner hat nicht bei Goldman graduiert und Ben Bernanke ebenso wenig. Aber beide hatten viel Input von ehemaligen Goldman-Partnern, Kollegen und Anwendern.
Ich gebe zu, dass auch ich ein Interesse habe - ich habe Verwandte, die bei Goldman arbeiten. Aber ich bezweifle, dass Goldman die Welt regiert. Sehen Sie sich nur einmal an, was sie in den vergangenen beiden Jahren getan haben. Sie hatten nicht mehr Ahnung, was gerade los war, als irgendein anderer. Nein, sie regieren die Welt nicht... aber es gelingt ihnen, die Welt davon zu überzeugen, von Zeit zu Zeit, in ihre Richtung zu laufen.
Während der Jahre der Blasen haben sie die Verbraucher, die Banker und die Anleger dazu gedrängt, Geld zu leihen... zu spekulieren... und sich dann selbst zu ruinieren. Natürlich wirkt Goldman jetzt so wie... nun... wie ein Bandit.
Und jetzt versuchen die Jungs von Goldman die Regierung dazu zu bringen, sich selbst in den Ruin zu treiben. Ja, liebe Leser. Die Ära der Blasen ist noch nicht ganz vorbei. Jetzt gibt es eine Blase bei den Staatsschulden. Auch hier verdient Goldman Geld... wie ein Bandit. Je mehr die Regierung leiht... desto mehr Schuldtitel gibt es, die man kaufen und verkaufen kann. Und je mehr die Regierung versucht, die Wirtschaft anzukurbeln... desto mehr leichtfertige Spekulation gibt es, die finanziert werden muss.
Und je mehr Geld Goldman erwirtschaftet... desto mehr ist das Unternehmen in der Lage, weitere Politiker zu kaufen. Die Politiker begrüßen deren Beiträge zu den Wahlkampagnen natürlich sehr.
Und die Wall Street gibt natürlich Rekordbeträge für Lobbyarbeit aus. Aber der wahre Anreiz ist natürlich der Köder, dass man in der Lage ist, Goldman selbst beizutreten... oder in der Lage ist, einige Zeit in Washington zu verbringen... und die Geschäfte in Richtung Goldman zu stupsen... und dann das große Geld abzusahnen, indem man zum Unternehmen gehört und einen Teil der Maßnahmen für sich beanspruchen kann.
Die Blase China
Heute gibt es zwei große Blasen. Es gibt die allseits bekannte bei den Staatsschulden. Und die andere ist die der Volksrepublik China.
Andy Xie sagt, China sei ein gewaltiges Schneeballsystem", das durch die Hoffnung der neuen Anleger, reich zu werden, gefüttert wird. Die Sache mit China ist natürlich sehr attraktiv. Chinas Wachstumsrate ist spektakulär. Selbst während einer weltweiten Krise... und der größten Depression seit den Dreißigern... zeigt China immer noch ein Wachstum von mehr als 8% im Jahr - zumindest ist es das, was die Zahlen uns erzählen wollen. Es werden immer noch neue Städte gebaut... und das in atemberaubender Geschwindigkeit.
Die Aktien an der Börse in Shanghai sind bislang in diesem Jahr um 80% gestiegen. China hat den größten Berg Geld auf dem Planeten - im Wert von zwei Billionen Dollar. Und das Land hat mehr aufgeweckte, gut gebildete Ingenieure als irgendein anderes Land... um genau zu sein, hat das Land so viele Wirtschaftswissenschaftler, die an den Universitäten des Westens ausgebildet wurden, dass es fast sicher ist, dass sich China selbst in die Luft jagen wird...
Vielleicht ist das das Jahrhundert Chinas. Vielleicht aber auch nicht. Wie es auch sei, es scheint mir unumgänglich, dass die Blasenwirtschaft Chinas platzen wird. Die Banken verleihen dreimal so viel Geld wie im vergangenen Jahr. Man kann die Kreditrate nicht so sehr erhöhen und ohne dass sich die Qualität der Kredite verschlechtert - wenn es überhaupt je welche gegeben hat. Es werden viele Gebäude gebaut, die niemals Mieter finden werden. Viele der Fabriken, die gerade expandieren, werden niemals Kunden finden. Und ein großer Teil der Spekulationen, die wir gerade sehen, werden von den Anlegern irgendwann bereut werden. So funktionieren die Blasen nun einmal...
Immobilienkosten in China so hoch wie in den Vereinigten Staaten
Mr. Xie sagt beispielsweise, dass die Kosten für Immobilien in China ungefähr so hoch sind wie in den Vereinigten Staaten. Aber das durchschnittliche Einkommen in China beträgt doch nur ein Siebtel des durchschnittlichen Einkommens in den Vereinigten Staaten, oder? Wie können sich die Chinesen dann die amerikanischen Preise leisten? Nun, das können sie nicht. Sie setzen alle auf die Theorie des nächstgrößeren Idioten" - die besagt, dass sie jeden Preis zahlen können, weil ein noch größerer Idiot kommen wird, und noch mehr zahlen will. Das Problem ist, dass irgendwann immer der größte Idiot von allen kommt... und dass die gesamte Struktur dann in sich zusammenbricht.
Von Barron's heißt es, die grünen Scheinchen sind Pleite". Es stimmt, der Dollar hat Boden unter den Füßen verloren, während der Aktienmarkt an Boden gewonnen hat.
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