Regeln für die Geldanlage
Porter Stansberry in Investors Daily
vom 31. Mai 2010, 18:00 Uhr
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was ich Ihnen heute zeigen werde, sind meines Erachtens die zwei wichtigsten Regeln für die Geldanlage in Aktien bzw. Wertpapieren.
Wenn Sie diesem Grundsatz folgen, werden Sie sich nie wieder über größere Verluste in einer einzelnen Position sorgen müssen. Sie werden immer wissen, wann Sie verkaufen sollten. Und Sie werden wissen, wie viel Geld Sie bei der ersten Investition anlegen sollten.
90 % meiner Gewinne resultieren aus dieser "Money Management"-Strategie. Die meisten Menschen denken, dass ich ein "Stock-Picker" bin, also dass meine guten Ergebnisse aus meinen fundamentalen Analysen resultieren
Marktstimmung einschätzen
Ein breites Wissen über eine Gruppe von Aktien oder eine Branche hilft Ihnen sicherlich, die richtigen Aktien dieser Gruppe zu finden; aber das wird im Laufe der Zeit nur ungefähr 10 % zu Ihren Gewinnen beitragen. Die meisten Gewinne in Aktien werden gemacht, in dem Sie die Schwingungen der Marktstimmung erkennen und ausnutzen.
Ich habe herausgefunden, dass diese Trends nicht eindeutig vorauszusagen sind. Durch die Anwendung einer einfachen, aber zuverlässigen Strategie habe ich herausgefunden, dass Sie von den Aufschwüngen des Marktes profitieren können, während Sie die Rückschlagrisiken strikt begrenzen.
Diese Strategie beinhaltet zwei Punkte, die ich bei Aktien, Anleihen oder Währungen verfolge:
Geldanlage Regel 1: Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen
Der erste und wichtigste Grundsatz der Spekulation ist: Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen. Und auch wenn der Grundsatz allgemein bekannt ist, nutzt ihn tatsächlich fast keiner. Er scheint emotional nicht zu bewältigen zu sein...
Wenn Sie im Gewinn liegen, sagt Ihr Bauchgefühl "mitnehmen". Wenn Sie stark im Verlust liegen, sagt Ihr Gefühl, "halte aus - es sind keine Verluste, solange sie nicht realisiert sind."
Hören Sie nicht auf Ihren Bauch, sondern Ihren Verstand. Verkaufen Sie stattdessen früh und häufig Ihre Verlierer-Aktien. Erinnern Sie sich daran, dass Sie Kapital brauchen, um mehr Geld zu machen. Nichts blockiert Sie mehr als ein großer Verlust. Akzeptieren Sie viele kleine Verluste und keine großen, und Sie werden als reicher Mensch sterben.
Geldanlage Regel 2: Wieviel Sie bei einer einzelnen Investition anlegen sollten
Der zweite Grundsatz, der für jede Investition gilt, dreht sich um das Money Management.
Es ist egal, mit was Sie traden, oder in was Sie investieren. Sie sollten nicht zu viel Geld auf eine Karte setzen. In der Regel lege ich nie mehr als 5 % meines gesamten Portfolios in eine einzelne Investitionsidee an.
Der einzige Zweck von (Trailing) Stopps ist der, zu verhindern, dass ein katastrophaler Verlust entsteht. Ein katastrophaler Verlust entsteht, wenn eine einzige Position in Ihrem Wertpapierbestand so weit im Verlust liegt, dass die anderen Gewinne pulverisiert werden und/oder Ihr Lebensunterhalt gefährdet wird.
Unterschied zwischen Amateur und Profi-Anleger
Einer der größten Unterschiede zwischen Berufs-Kapitalanlegern und Amateur-Kapitalanlegern ist die Größe ihrer Positionen in Bezug auf ihren Gesamtwertpapierbestand. Profis betrachten eine Positionsgröße, die 2 - 3 % des Gesamtbestandes einnimmt als riesig. 5 % in einer einzelnen Position zu haben, wird von den meisten Fachleuten fast schon alsl "selbstmörderisch" bezeichnet.
Wenn ich Kapitalanlegern auf Konferenzen rate, sie sollten nie mehr als 4 % ihres Wertpapierbestandes in eine Aktie investieren, gucken mich die Leute an, als ob ich einen Scherz machen würde.
Ich würde wetten, dass 99 von 100 einzelnen Kapitalanlegern nicht einmal genau wissen, wie viel Geld 4 % ihres Wertpapierbestandes ausmachen. Stattdessen messen fast alle einzelnen Kapitalanleger ihre Positionsgrößen in der Menge der Aktien, meist sind es runde Zahlen, d. h. "ich besitze 50 Aktien."
Denken Sie wie ein Profi - berechnen Sie Ihre Positionen als ein Prozentsatz Ihres Wertpapierbestandes, nicht als die Anzahl der Aktien. Und behalten Sie die Stopps aller Ihrer Positionen im Kopf - zu jeder Zeit.
Folgen Sie diesem Zweipunkte-Grundsatz - indem Sie Ihre Verluste begrenzen und Ihre einzelne Positionsgröße auf höchstens 4 % Ihres gesamten Wertpapierbestandes minimieren - und ich verspreche Ihnen, Sie werden sofort bessere Investitionsergebnisse sehen.
Good Investing
Porter Stansberry
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ringo (31.05. 2010 21:09 Uhr):
Sehr geehrter Herr Stansberry, in Ihrem heutigen Beitrag schreiben Sie, dass Anleger eine einzelne Positionsgröße auf höchstens 4 % Ihres gesamten Wertpapierbestandes minimieren sollen. Was ist, wenn ein Anleger z.B. 100.000€ oder weit weit mehr in Aktien investieren will (angenommen er wäre noch anderweitig investiert oder möchte gar nicht anderweitig investieren)? Er müsste dann in mind. 25 Aktien investieren. Ist das nicht ein bisschen viel? Da verliert doch der Anleger den Überblick. Wie stehen Sie zu so einer Situation? Denn die Sache mit der Positionsgröße kenne ich schon sehr lange, habe mich aber schon oft gefragt, ob es korrekt ist, wenn Anleger, die sehr hohe Beträge investieren wirklich in so viele Werte (25 oder mehr) investieren sollten. Ihre Meinung würde ich sehr interessieren! Viele Grüße Ringo
Antworten - Kommentar von Andreas E (01.06. 2010 22:09 Uhr):
Beitrag von "Porter Stansberry" 31.05.2010: Vielliecht finden diese Gesichtspunkte bei der Anwendung der 2 genannten Regeln Ihr Interesse für einen weiteren Kommentar: [1] "Regel 1: Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen" gestaltet sich äußerst schwierig in Seitwärtsphasen und auch in volatilen Phasen, wie wir sie derzeit sehen. Es besteht die Gefahr, dass viele Einzelpositionen ausgestoppt werden, dies kann sogar mehrfach passieren. Hochvolatile Tage, wie z.B. am Fr, 07.05.2010 würden ein ganzes Depot leeren. Wirklich ärgerlich, da die Märkte sofort sehr schnell wieder anzogen... Wie Sie bemerkten, setzt nur ein kleiner Teil der Anlager diese Regel um: Doch schauen wir einmal auf ein beiebiges DAX - Unternehmen und wenden die folgende Strategie an: Stopp-Loss bei -10% Verlußt und/oder Verkauf bei +20% Gewinn. Die Kurse der lezten Jahre zeigen bei diesem Beispiel, dass nur sehr wenige Tage im Jahr zu Gewinn führen, oder anders gesagt: Man wird zumeist ausgestoppt, und dies obwohl der DAX im letzten Jahr gestiegen ist! Daher erfordert die Anwendung dieser Regel ein gutes Marktgefühl... [2] "Regel 2: Wieviel Sie bei einer einzelnen Investition anlegen sollten": Max 4% des Depotwertes in eine Position zu investieren bedeutet, dass mind. 10.000 € für Investments zur Verfügung stehen sollten. Die maximale Ordergröße beträgt dann 400€: Kauf- und Verkaufsgebühren von durchschnittlich jeweils 10 € würden dann schon 5% Wertsteigerung verbrauchen! Bei kleinen Positionsgrößen wird ein größerer Teil des Gewinns für Gebühren verbraucht. Mit 10.000€ Gesamtkapital sind dann 25 Käufe für ca. 400€ möglich. Für einen Privatanleger ist es aber wahrscheinlich nicht sinnvoll, mehr als 10 verschiedene Positionen im Depot zu verwalten, da sonst der Überblick verloren gehen kann...
Antworten - Kommentar von Henning Wilhelm (02.06. 2010 18:48 Uhr):
zum Thema: nie mehr als 4 % ihres Wertpapierbestandes in eine Aktie investieren. Was bedeutet dies, soll ich also mindestens 25 verschiedene Aktien im Depot haben ? Wenn ich also ein Papier verkaufe, muss ich sofort ein neues kaufen, damit die 4% bei den restlichen verbliebenen nicht überschritten werden ?
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