rechtzeitig wissen was institutionelle Anleger planen
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Technische Analyse
vom 27. Dezember 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin, lieber Leser
Fondsmanager kaufen die Aktien ihrer Wahl gerne an schwachen Börsentagen. Sie handeln antizyklisch und ich habe Ihnen in der letzten Ausgabe vor Weihnachten erläutert warum sie sich so verhalten (müssen). Aus der antizyklischen Handelsweise ist die Börsenregel -Buy on bad news- entstanden.
Dann habe ich Sie rhetorisch gefragt ob Sie sich einen Indikator wünschen der Ihnen frühzeitig anzeigt ob die starken Hände institutioneller Anleger wie Fonds kaufen oder verkaufen? Und genau das möchte ich Ihnen heute und morgen näher bringen. Es handelt sich um den OBV-Indikator (On Balance Volume) und die Accumulation - Distribution Line. Darüber hinaus werden wir heute und morgen deren Vor- und Nachteile im praktischen Einsatz besprechen.
Im VTAD-Wiki finden Sie folgende Erklärung für den On Balance Volume Indikator: Der On Balance Volume Indikator wurde von Joseph Granville entwickelt und zählt zu den bekanntesten und wichtigsten Indikatoren der technischen Analyse. Joseph Granville geht in seinem theoretischen Ansatz von einer Gruppe Marktteilnehmer aus, die einen Informationsvorsprung gegenüber den anderen Anlegern hat. Diese können daher Aktien zu niedrigeren Preisen ansammeln als die übrigen Anleger. Für die Berechnung des OBV-Indikators wird der Tagesschlusskurs mit dem des Vortages verglichen. Liegt der tagesaktuelle Schlusskurs über dem des Vortages wird der Tagesumsatz (Stückzahl der gehandelten Aktien) zum OBV-Wert des Vortages addiert, ist er niedriger erfolgt analog eine Subtraktion.
Interpretation
Beim OBV wird die Abweichung des Indikators vom Kursverlauf betrachtet. Verlaufen beide Kurven tendenziell in die gleiche Richtung, erfolgt die Bestätigung des Trends (Konvergenz) durch den Indikator. Wird ein hoher Kurs nicht durch den OBV bestätigt, ist dies ein Signal für eine Trendwende (Divergenz) nach unten. Umgekehrt gilt eine Trendwende nach oben wenn ein Kurstief nicht duch ein OBV-Tief bestätigt wird (bullishe Divergenz) und darauf sollten Börsianer achten.
Ich zeige Ihnen jetzt an Hand der Aktie von Wal-Mart Stores, Inc. (Zeitraum November bis Dezember 2010) ein Beispiel:
Im mittleren Chartbereich sehen Sie gleich am Anfang des Charts grüne Umsatz-Balken mit Tagesvolumen zwischen 8 und 8,5 Millionen Aktien. Im darüber liegenden Barchart (jeder Tagesbalken beschreibt Hoch-,Tief-,Eröffnungs- und Schlusskurs) sehen Sie das die Tagesschlusskurse bis 7.November gestiegen sind (schwarze Balken). Somit werden die Tagesvolumen jeweils zueinander addiert bis am 7. und 8. November die Schlusskurse fallen (rote Balken). An den Tagen an denen der Schlusskurs unterhalb des Schlusskurses des Vortages liegt werden die Tagesvolumen von der kumulierten Summe (OBV des Vortages) subtrahiert. Die OBV-Linie (unterer Chart, grün) fällt bis 15. November um anschließend seitwärts zu verlaufen. Diese Seitwärtsphasen sind oftmals Akkumulierungsphasen institutioneller Anleger die Ihre gesteigerte Aufmerksamkeit haben sollte.
Wichtig ist das hier nicht der absolute OBV-Wert (unten, grün) analysiert wird, sondern lediglich die Richtung um Konvergenzen und Divergenzen zum Kursverlauf aufzuspüren.
Zum zweiten Teil von: Den Großanlegern auf der Spur (Fortsetzung)ähnliche Beiträge:
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