Rechteck Top mit 98 % Trefferquote
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Technische Analyse
vom 24. Januar 2012, 16:00 Uhr
ENL5454
Aus gegebene, Anlass steigen wir heute wieder einmal in die klassische Charttechnik ein. Sie erinnern sich: letzte Woche habe ich Ihnen die Keilformation (Rising Wedge) am Beilspiel des deutschen Zinsmarktes (Bundfuture) gezeigt. Target Trader-Leser liegen mit dieser Short-Empfehlung bereits mit 19 Prozent im Profit (Probelesen: hier) und ich möchte heute untersuchen wieweit der Markt noch nach unten laufen kann.
Diesmal aber spreche ich nicht über den steigenden Keil, den kennen Sie ja bereits, sondern über eine andere Formation, nämlich das Rechteck-Top. Seit Oktober läuft der deutsche Rentenfuture (s.Chart) bestehend aus einer synthetischen Anleihe mit 10 Jahren Laufzeit und einem 6%-Zinskupon zwischen den Kursmarken 132,80 und 140 Prozent hin und her. Somit bildet sich im Chart ein Rechteck aus, wie ich es Ihnen eingezeichnet habe.
Kursbäume wachsen nicht in den Himmel
Der Vorteil an dieser Chartformation liegt darin das sich das Kursziel 1 und 2 sehr leicht ablesen lässt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Kurs im nächsten Schritt bis an die untere Begrenzung von 132,80 heran laufen. Für Optionstrader wie wir wäre diese Entwicklung bereits ausreichend um die Option mit 40 bis 50 Prozent Profit zu schließen. Sollte sich aber herausstellen, dass der Rentenmarkt nach oben ausbricht und das Rechteck zur Konsolidierungsformation mutiert, wäre das Kursziel in Höhe des blauen Kastens nach oben abzutragen, das wäre dann 144,20 Prozent. Also genug Platz um den Put zu schließen und mit einem Call weiter zu Traden. Da wir uns aber im Zinsmarkt befinden und das jetzige Renditeniveau bereits weit unter der 2 Prozentmarke abgesunken ist, sollte man annehmen das mit einer technischen Reaktion und fallenden Kursen zu rechnen ist. Und je nachdem wie stark die technische Reaktion ausfällt ist sogar mit einem Durchbruch unterhalb des gleitenden Durchschnitts MA38 (orange) bei 132,80 zu rechnen.
Nun aber zu den Besonderheiten des Rechtecks. Thomas Bulkowski schreibt dieser Formation eine Fehlerquote von lediglich 2 bis 0 Prozent zu. Nach seinen jahrelangen Beobachtungen und statistischen Erhebungen von 300 Formationen, die er untersuchte erfolgt ein Ausbruch in 98 Prozent aller Fälle nach oben. Steigt der Kurs aber nicht wesentlich an und das Kaufsignal verkümmert unterhalb von 5 Prozentkursanstieg fällt der Kurs in das Rechteck zurück und wir bekommen es mit einem Fehlsignal zu tun welches sich in 100 Prozent aller beobachteten Fälle zu einem lukrativen Shortsignal entwickelt hatte. ; Der durchschnittliche Gewinn nach einem Ausbruch nach unten lag bei 20 Prozent. Um in unserem Beispiel zu bleiben: Das Kursziel vom Bundfuture würde nach einem Durchbruch nach unten bei ca. 130 Prozent anzusiedeln sein.
Fazit: Die Möglichkeit dass es sich um ein Konsolidierungsmuster mit anschließendem Ausbruch nach oben handeln könnte sollte nicht restlos ausgeschlossen werden. Aber die Tatsache, das wir es hier auch mit einem steigenden Keil zu haben (s. letzte Woche) schränkt die Möglichkeit doch sehr stark ein. Sollte es so kommen wie prognostiziert dann rechnen Sie nach dem erfolgten Durchbruch bitte mit einem Kursreflex zurück an die Ausbruchlinie heran bevor es weiter in Richtung Kursziel 130 Prozent geht. Eine gute Möglichkeit zwischendurch einmal Gewinne mit zu nehmen und nach der Erholung neu einzusteigen. Wie bereits erwähnt können Sie den Kursverlauf auf dem Laufband von n-tv ablesen.
Viel Erfolg am Markt
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
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