Realtech zuversichtlich
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 22. Februar 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
hoffentlich hatten Sie ein angenehmes Wochenende und sind gut in die neue Woche gestartet. In der vergangenen Woche konnte sich der DAX auf wichtigen Unterstützungen stabilisieren und dann sogar etwa 3 Prozent zulegen. Nun hält er sich in einem dichten Widerstandsnetz bei 5.700 Punkten auf und muss nun Farbe bekennen. Diese Woche wird meiner Ansicht nach sehr spannend verlaufen - zumindest unter der Oberfläche der Indizes. Nach dem sich die Wogen um die Spannungen im Währungssystem etwas gelegt und die Devisenhändler ihre Wunden geleckt haben, lohnt sich in dieser Woche wieder ein Blick unter die Grasnarbe der Indizes, bzw. auf den Internen Markt". Speziell nach dem Signal der US-Notenbank FED in Form der Anhebung des Preises für Notfall-Gelder" der Geschäftsbanken wird sich nun langsam der Rauch über dem Schlachtfeld zwischen Bullen und Bären legen.
Realtech AG steigert Cash-Flow
Bevor ich im zweiten Teil nochmals auf den allgemeinen Markt zurückkommen werde, will ich kurz Ihre Aufmerksamkeit auf die heute veröffentlichten Zahlen eines recht interessanten Nebenwertes lenken. Die REALTECH AG ist nach eigenen Angaben ein internationaler IT-Dienstleister, der auf Technologie-Beratung, Hosting von SAP und e-Business-Lösungen sowie auf die Software-Entwicklung für das System- und Applikations-Management spezialisiert ist. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die technische Beratung von SAP-Systemen und deren Komponenten, mit Fokus auf mySAP.com. In dem eigenen Rechenzentrum betreibt REALTECH für seine Kunden komplette ERP- (Enterprise Resource Planning) und e-Business-Systemlandschaften. Des Weiteren werden innovative Software-Produkte entwickelt, mit deren Hilfe sich komplexe Anwendungen wie mySAP.com überwachen und verwalten lassen.
Heute gab Realtech die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 bekannt. Demnach scheint es wahrscheinlich, dass die IT-Firma die Krise mit Bremsspuren und einem blauen Auge durchstanden hat, nun aber besseren Zeiten entgegenblickt. Den Angaben zufolge sank der Umsatz auf etwa 62 Mio. Euro nach 71 im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank auf 3,5 Mio. Euro von immerhin 8 Mio. im Jahr 2009. Der operative Gewinn sank auf 2,6 von 7,0 Mio. Positiverweise konnte aber der operative Cash Flow von 3,3 Mio. Euro in Jahr 2008 auf 5,2 Mio. Euro in 2009 deutlich zulegen. Wegen der sich heute im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 verbesserten Auftragssituation und den nachhaltigen Kosteneinsparungen geht der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr bei moderatem Umsatzwachstum von einer Ergebnis-Steigerung um mehr als 20 Prozent aus. Trotz der etwas dünnen Eigenkapitalquote von knapp 30 % würde ich die Firma im Auge behalten, da diese auf aktuellem Niveau eine Bodenbildung andeutet. Konkrete Einstiegsaufforderungen erhalten Sie wie gewohnt im Dividendenbrief und Im NebenwerteInsider!
Ist die liquiditätsgetriebene Hausse fundamental tragfähig?
Je weiter man sich emotional und zeitlich von der Berg- und Talfahrt der Indizes in der jüngeren Vergangenheit entfernt, desto gewöhnlicher erscheint zumindest die Aufholjagd des vergangenen Jahres. Denn in der Regel beginnt eine Hausse auf dem Tiefpunkt der Rezession und wird mehr oder weniger weit von überschüssiger Liquidität angetrieben. Der Knackpunkt dabei ist aber regelmäßig der Übergang von einer rein liquiditätsgetriebenen Hausse zu einem selbsttragendem Aufschwung. Dieser Übergangsprozess ist im besten Fall von einer Konsolidierung der Kurse durch eine Seitwärtsbewegung geprägt. In Abhängigkeit der Intensität des vorhergehenden Aufwärtstrends verläuft die Seitwärtsbewegung länger öder kürzer, volatiler oder schwankungsärmer. In genau dieser Übergangsphase befinden wir uns aktuell, weshalb man sich weniger auf die Berichterstattung in den Medien als auf das Ergebnis des Kampfs zwischen Angebot und Nachfrage konzentrieren sollte. Denn für jede Kursbewegung kann man später gute Begründungen konstruieren, die aber keinem Anleger etwas nützen. Heute und in den kommenden Tagen werden Sie bestimmt Analysen lesen, die Sie davon überzeugen wollen, dass die Kursschwäche Ende Januar/Anfang Februar weniger mit dem Verschuldungsproblem in der EU als mit der Angst vor einem Zinsschritt der FED zu tun hatte. Eine beginnende bzw. leichte Straffung der Zinsen ist aber etwas durchaus gesundes und ein Beweis dafür, dass der Konjunkturzyklus voranschreitet und der Weltuntergang doch nicht stattfindet. Im Gegenzug dafür kommt die Hausse in Stottern, da die Marktteilnehmer abwarten, wie sich die Unternehmensgewinne zukünftig entwickeln. Bisher wurde deren Entwicklung trotz der vor allem gesenkten Kosten sehr positiv kommentiert. Bisher haben 430 der im S&P-500-Index gelisteten Unternehmen berichtet. Davon haben 70 Prozent die Erwartungen der Analysten übertroffen, während nur 18 Prozent unter den Prognosen der Experten lagen.
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