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Weshalb sind Ratingagenturen überhaupt so wichtig?

Ratingagenturen wird von vielen Politikern und Medien Allmacht zugeschrieben, Sie seien Herr über ganze Nationen und könnten sie mit ihren Ratingentscheidungen in den Abgrund stürzen. Doch ihre Macht erhielten sie von keinem geringeren als der Politik selbst.

Früher waren Ratings unnötig

Die meiste Zeit über war es so, dass Banken bei ihrem Eigenhandel einen bestimmten Eigenkapitalanteil vorhalten mussten. Wollte eine Bank eine Anleihe kaufen, so musste diese Anleihe stets mit zum Beispiel 8% Eigenkapital finanziert werden.

Für flexiblen Eigenkapitaleinsatz sind Ratings die Grundlage

Irgendwann waren Politiker der Ansicht, dass diese pauschale Eigenkapitalregel nicht mehr zeitgemäß sei. Unsichere Anlagen sollten mit mehr Eigenkapital hinterlegt werden, sicherere Anlagen mit weniger Eigenkapital. Das Ziel ist klar: je weniger Eigenkapital die Banken für den angeblich sicheren Eigenhandel vorhalten müssen, desto höhere Eigenkapitalrenditen sind möglich.

Jetzt kommen die Ratingagenturen ins Spiel. In den neuen Eigenkapitalrichtlinien stellen die Bonitätsnoten der Ratingagenturen das Fundament dar. Die Bonitätsnoten sind es, nach denen die Banken das vorzuhaltende Eigenkapital berechnen müssen. Top-Noten heißen: es ist quasi kein Eigenkapital nötig.


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Banken haben die neuen Regeln ausgenutzt

Prinzipiell sind diese Regeln gut – führten aber dazu, dass die Banken ihre Bilanzen mit quasi-sicheren Anlagen vollpackten. Denn dafür brauchten sie kaum Eigenkapital. Großbanken kommen mittlerweile auf zwei Billionen Euro Bilanzsumme, für die nur 40 oder 50 Milliarden Euro Eigenkapital hinterlegt werden müssen – das sind Hebel von 40 bis 50.

Das System provoziert geradezu Panikverkäufe

Dieses Kartenhaus bricht zusammen, sobald die Bonität eines Schuldners sinkt. Wertet eine Ratingagentur die Bonitätsnote ab, müssen die Banken plötzlich wesentlich mehr Eigenkapital vorhalten. Eigenkapital, das sie aber weder haben noch kurzfristig beschaffen können. Also verkaufen die Banken kollektiv die Anleihen des downgegradeten Schuldners – und die Kurse stürzen wie im Falle Griechenlands ins Bodenlose.

Inzwischen arbeiten auch die meisten Fonds nach Ratings

Und es kommt noch schlimmer: Fonds richten sich inzwischen ebenfalls mehrheitlich nach den Bonitätsnoten. Fondsinitiatoren geben ihren Fondsmanagern heutzutage detailliert vor, was sie überhaupt kaufen dürfen. Und dieses „Was“ orientiert sich wieder an den Ratings der Ratingagenturen.

Ratings machen die Profianleger zu Lemmingen

Weltweit verlassen sich alle Banken, Fondsmanager und auch Anleger auf die Ratings. Sie versprachen Sicherheit und Planbarkeit.  Doch da sich inzwischen alle Marktteilnehmer nur noch an den Ratings orientieren, können Herabstufungen eine sich selbst verstärkende Bewegung auslösen.

Unterschreitet ein Rating eine bestimmte Schwelle, sind auf einen Schlag sehr viele Marktteilnehmer gezwungen, zu verkaufen. Diesem Verkaufswunsch steht keine entsprechend große Nachfrage gegenüber, und die Kurse stürzen ab.

Das System könnte jederzeit zum Guten gewendet werden

Doch dieses System ist nicht naturgegeben. Die Politik, die Anleger, können jederzeit entscheiden, wieder zum alten System zurück zu kehren. Fortan müssten für alle Anlagen gleich viel Eigenkapital hinterlegt werden. Und Fondsmanager dürften wieder selbst entscheiden, was sie kaufen oder verkaufen. Ratings wären dann wieder das, was sie früher waren: eine reine Hilfestellung.

Notverkäufe wären unnötig, da jeder selbst frei entscheiden kann und nicht vom System zum Verkauf gezwungen wird. Doch dann hätten Politik und Medien keinen Sündenbock mehr.

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Über den Autor Thomas Kallwaß

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