Ratingagenturen

Sehr gut: Gegenwehr gegen US-Rating-Agentur S&P

in Traders Daily zum Thema Ratingagenturen
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*** Also die Rating-Agenturen werden mir immer unsympathischer...

Gerade lese ich, dass S&P in den USA das Monopol auf die ISINs für US-Unternehmen hat. Wusste ich überhaupt nicht, und wundert mich auch...ich dachte, die ISINs werden von einer staatlichen Stelle vergeben.

Pustekuchen, aus irgendeinem Grund hat das privatwirtschaftliche Unternehmen S&P für die Vergabe das Monopol, und lässt sich das fürstlich honorieren. So müssen Informationsdienste für die Nutzung der entsprechenden ISINs an S&P zahlen. Das muss man sich mal vorstellen: Wer z.B. ein Börsenportal betreibt und da auch US-Aktien mit ihren ISINs nennt, muss dafür an S&P zahlen.

Geld verdienen sehr leicht gemacht.

*** Doch was ist das?

Es gibt Gegenwehr. Und zwar von der in diesen Zeiten oft geschmähten Europäischen Kommission.

Als überzeugter Europäer freut es mich, dass die Kommission in diesem Fall einmal "klare Kante" gezeigt hat. Sie stellte gegenüber S&P klar:



Nutzer, die ISIN nicht direkt von S&P beziehen, sollen keinerlei "Gebühren" mehr an S&P zahlen müssen.

Es folgte ein Rechtsstreit, den die Kommission gewann. Lizenzgebühren darf S&P nur noch von wenigen "direkten Abnehmern" kassieren, und dann auch maximal 15.000 Dollar. (Da fragt man sich als harmloser Durchschnittsmensch ja, wie viel da vorher gezahlt werden musste für das "Nutzen" von Zahlen.)

Für alle anderen gilt: Die Kommission verbietet diesbezüglich Forderungen von S&P.

Sollte S&P dagegen verstoßen, dann behält sich die Kommission vor, eine Geldbuße in Höhe von bis zu 10% des Jahresumsatzes von S&P festzusetzen. (Quelle: Dr. Rohrer "Ausgewählte Vorgänge auf EU Ebene", Nummer 38/2011)

Da würde ich mich ja regelrecht freuen, wenn S&P gegen die Vorgaben der Kommission verstoßen würde und diese Geldbuße berappen müsste...

Jedenfalls beweist Europa hier einmal, dass es kein zahnloser Tiger ist.

Soviel für heute. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily



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Michael Vaupel
Michael Vaupel

Michael Vaupel ist einer der führenden Rohstoff- und Derivate-Experten. Bereits während seiner Studienzeit hat er als Finanzjournalist und Analyst gearbeitet.

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Der Börsenbrief von Michael Vaupel: "Der Rohstoff Performer"


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Kommentar von Martin Stefan Knop

Na Endlich, werden die Machenschaften der US-Ratingagenturen aufgedeckt. Es wird an der Zeit das sich Europa gegen das Madig reden/raten von EU-Ländern ordentlich zur Wehr setzt. Diese vorsätzliche Diskreditierung (die USA sind längst Bankrott und haben immer noch ein TOP Ranking)von EU-Ländern muss ein Ende finden. (Allerdings auch die Budgetpolitik der EU-Länder)

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Kommentar von Dieter

In den USA sind die Aufsichtsgehörden in "Bankenhand" und letztlich auch die Ratingagenturen. Wen wundert es da noch, wenn für die Nennung Geld er- hoben wird. Es werden ja auch schon für pflanzliche Produkte, für die eine Firma ein Patent beantragt und erhalten hat Gebühren beim Kauf der Saat er-hoben, die dann auch der Kunde zahlt.

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