Ratingagenturen

Rating-Agenturen verunsichern weiter

in Rohstoff Daily zum Thema Ratingagenturen
vom


Ach, die Rating-Agenturen! Welch ein Thema! Ein Thema, bei welchem man entweder sprachlos mit dem Kopf schütteln, oder sich einmal so richtig auslassen kann...

S&P im Abstufungswahn

Ganz kurz...was ist passiert?! Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben sollten, die Rating-Agentur Standard & Poor's hat sich wieder einmal dazu herabgelassen das zu tun, was sie am besten kann: irgendwas einzustufen. Nun, natürlich nicht irgendwas! Tatsächlich hat S&P nun die Kreditwürdigkeit Griechenlands um 3 Noten auf BB+ und damit auf Junk Bond Status zurückgestuft. Das bedeutet, die Rating-Agentur geht davon aus, dass Griechenland als Schuldner höchstens 30 - 50% seiner Kredite bedienen kann.


Doch die Griechen sind natürlich nicht die Einzigen, die mal wieder einen auf den Deckel bekommen haben. Abgewatscht wurden auch Portugal (Abstufung portugiesischer Staatsanleihen um 2 Noten auf A-) und Spanien (Abstufung um 1 Note auf AA). Ist ja auch klar, wenn man die Griechen abstuft und damit weitere Verunsicherung erzeugt, dann wächst auch die Verunsicherung gegenüber den anderen Südeuropäern, also muss man die eben auch gleich abstufen. (Rating-Logik! - meiner Meinung nach).

Nach dem Rating-Schock bekommen Anleger aktuell nur noch 50-70% des ursprünglichen Nominalwertes für ihre griechischen Anleihen. Zudem sind die Spreads extrem in die Höhe geschossen. Also griechische Anleihen sind jetzt Ramsch und auch Renditen, CDS-Prämien und Spreads auf portugiesische und spanische Anleihen steigen auf Rekordwerte oder zumindest massiv an. Und die Griechen können sich jetzt wirklich nicht mehr selbst refinanzieren. Wer könnte auch Renditen von 25% bezahlen (auf 2-jährige Anleihen)? Schockiert reagieren die Medien jetzt auch noch auf die Ankündigung, dass Griechenland nicht nur über 1 Jahr, sondern mindestens 3 Jahre Hilfe brauchen wird (also 3 x 45 Milliarden von IWF und EU = 135 Milliarden), obwohl das doch auch vorher schon abzusehen war.

Und so kehrt die alte Angst vor dem Dominoeffekt zurück!

Wenn ich allerdings an die alten Lehman-Domino-Ängste denke, dann stößt mir vor allem die Erinnerung an die Rating-Heinis in dieser Zeit, so richtig sauer auf. Hatten diese doch, nicht nur den Lehman Brüdern, sondern gleich einer ganzen Reihe an Ami-Ramschpapieren noch bis zum bitteren Ende die beste Bonität bescheinigt.

Und jetzt? Will S&P uns was beweisen? Womöglich...die Rating-Agenturen jedenfalls sind verschnupft. "Wir können es nie allen recht machen, weil Investoren unterschiedliche Interessen haben. Während die einen kritisieren, dass wir zu langsam auf Entwicklungen agieren, sagen andere, wir würden viel zu schnell herunterstufen und damit wie Brandbeschleuniger wirken", verteidigt sich Fitch-Deutschland-Chef Schmidt-Bürgel. (obwohl Fitch bislang ja nur das Damoklesschwert kreisen lässt, während sich Moody's immerhin noch zurück hält). Aha, ich hätte da einen Vorschlag liebe Rating-Heinis: wie wäre es, wenn ihr einfach gar nichts mehr tut?! So wie es aussieht, macht ihr es doch in jeder Situation falsch.

Nun, ich möchte nicht ungerecht klingen, aber ein wenig Kritik müssen sich die Rating-Heinis, äh, - Agenturen, meiner Meinung nach, schon anhören....im 2.Teil....


von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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Der Börsenbrief von Miriam Kraus: "Tiger & Dragon"


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Kommentar von Ludovici

Sehr geehrte Frau Kraus, sie haben sowas von REcht.Derzeit geht nach oben nix mehr. Folglich muss ein Flächenbrand gezündet werden, damit das smart Money wieder billig an die Aktien der Kleinanleger kommt. Nix da, die Aktien werden gehalten, denn die Wirtschaft erholt sich weiter. Lass die Deppen doch stufen was sie wollen. Nur nicht irre machen lassen, denn genau das ist es was sie erreichen wollen,um wieder billig einsteigen zu können.

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Kommentar von Rudolf

Wie kommt es dass Italien wie Griechenland Schulden in der Hoehe von 115% vom BIP hat aber immer nur von Griechenland die Rede ist?

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