Rating-Agenturen haben Schuld an der Krise
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Ratingagenturen
vom 24. September 2009, 12:00 Uhr
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Interessante Email von Trader´s Daily-Leser Reinhard H.! Er schrieb mir:
"Meine Schwiegertochter kam im Zuge ihrer Tätigkeit bei Mac Kinsey mit einem S&P-Menschen in Kontakt und hat ihn gefragt, wie sie zum Triple-A für diese Papiere (gebündelte Ramsch-Hypotheken) kamen. Er hat verlegen geantwortet, dass ja keinerlei negative Erfahrungen vorlagen, also bliebe ihnen nichts anderes übrig. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Finanzkonstrukte, zu denen es nur deswegen keine negativen Erfahrungen gibt, weil sie neu sind, erhalten das AAA!"
Mein Kommentar:
Genau, das ist der eigentliche Skandal:
Rating-Agenturen wie eben S&P oder Moodys haben den „Ramsch-Papieren" (wie gebündelten Hypotheken von Schuldnern geringer Bonität) genau diese besten Ratings gegeben. Das relativiert natürlich die Schuld eines Sparkassen-Managers, der sich auf dieses Rating verlässt. Denn dem Rating zufolge waren die Papiere eben „sicher".
Auf die Banker wird - zumindest teilweise völlig zu Recht - geschimpft.
Die Rating-Agenturen hingegen sind leider nicht in der Schusslinie (oder habe ich da was verpasst?). Da hört man nichts von Konsequenzen, und sei es nur personeller Natur.
Wer hat schon gegen die krasse Fehlbewertung der Rating-Agenturen seine Stimme erhoben?
Niemand? Dann holen wir dies nach:
Schande auf die Fehlbewertungen der Rating-Agenturen! Den Verantwortlichen - und zwar soweit sie wider besseres Wissen gehandelt haben - ist das heutige Zitat des Tages gewidmet.
Warum hat dies keine Konsequenenzen? Warum dürfen diese trotzdem wie bisher weitermachen, warum werden sie von ihren Auftraggebern bezahlt und haben keinerlei Konsequenz zu befürchten - selbst dann nicht, wenn ihre krasse Fehleinschätzung die gesamte Weltwirtschaft ins Wanken bringt?
Problematisch ist ohnehin, dass es sich hier um ein Oligopol handelt. Drei private Rating-Agenturen beherrschen den Weltmarkt für Ratings, auf sie entfallen zwischen 90 und 98% der Ratings.
Das gekoppelt mit „persönlichen Kontakten" der Vorstände...keiner Sanktionsgefahr...mangelnder Transparenz...
...und wir haben den Salat.
Und den haben wir ja auch tatsächlich.
Mein Fazit: Es ist erstaunlich, wieso die Rating-Agenturen als eigentliche Verursacher der derzeitigen Krise nicht stärker ins Visier geraten sind. Einführung von Sanktionsmöglichkeiten, Einführung von gewisser Haftbarkeit, Offenlegung der Entscheidungsgrundlagen - das wären doch mal Maßnahmen.
Doch es herrscht Schweigen im Walde.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Donnerstag! Und dem Salzburger Teil der Trader´s Daily-Gemeinde einen erbaulichen Landesfeiertag.
Ihr
Michael Vaupel
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Michael Gebert (24.09. 2009 12:17 Uhr):
Na ja, Herr Vaupel, natürlich sollte man die Rating Agenturen mehr ans Licht zerren. Aber daß die Papiere neu waren, müßte doch auch den Herren Bankern aufgefallen sein. Ebenso müßten die Besitzverhältnisse der Rating Agenturen und die Verflechtungen bekannt gewesen sein. "Cui bono" ist doch nicht eine Frage, die erst dieser Tage bekannt ist. Wofür bekommen diese Herrschaften denn ihr kärgliches Salär? Und wer in drei Teufels Namen zwang die Herrschaften denn, die Katze im Sack zu kaufen? (In einem zweiten Brief die Fortsetzung) Viele Grüße Michael Gebert
Antworten - Kommentar von Michael Gebert (24.09. 2009 12:24 Uhr):
(Fortsetzung des Kommentars - Ich weiß allerdings nicht, ob die erste Hälfte angekommen ist) Vielleicht sollte man sich auch mal die Rolle der Politik anschauen (vielleicht noch vor der Wahl!!!), die ihre Landesbanken unter erhöhten Renditedruck gesetzt haben und gleichzeitig ihre Kontrollpflichten sträflich (auch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht) vernachlässigt haben. Wer sitzt denn in den Kontrollgremien? Steht nicht was von "Schaden von ihm wenden" im Amtseid? Wie lautet die Strafe auf Meineid? Viele Grüße Michael Gebert (Sollte der erste Teil nicht angekommen sein, bitte ich um Nachricht)
Antworten - Kommentar von Küppers Hermann Josef (24.09. 2009 12:42 Uhr):
Sehr geehrter Herr Vaupel, herzlichen Glückwunsch zu dieser Veröffentlichung!!! Auf eine Bennenung der wirklich Schuldigen, die durch ihr skrupelloses Handel die Finanzkatastrophe inzeniert haben und unzählige Menschen in Not, Elend und auch Tod gebracht haben, warten wohl alle, die betroffen sind und für eine Bestrafung der Verantwortlichen plädieren. Bitte recherchieren Sie weiter und bringen Sie die Namen und Fakten an die Öffentlichkeit, damit die Menschen nicht den Glauben an Gerechtigkeit restlos verlieren. Sie werden einen unermesslichen Dank ernten und die Politiker zwingen zum Handeln. Vielen Dank für Ihr Engagement!!! Warum wurden bisher anscheinend von offiziellen Stellen keine Ermittlungen und Anklagen erhoben, wie bei jedem Kapitalverbrechen, wo es doch diesmal im wahrsten Sinne des Wortes zutrifft und das in einer bisher von der Menscheit noch nie erlebten Dimension. Mit besten Grüßen Ihr täglich begeisterter Leser Hermann-Josef Küppers
Antworten - Kommentar von Bernd Fischer (24.09. 2009 14:11 Uhr):
hallo, herr vaupel, alles, was zu der rolle der rating-agenturen auch woanders schon gesagt wurde, ist wohl so. allerdings, glauben sie da an einen zufallsprozess oder ist nicht so, dass diese mit ihrer rolle und ihrem wirken einem gesamtsystem und einer zielstellung folgten? mit grüssen bernd fischer
Antworten - Kommentar von Josef Müller (24.09. 2009 15:59 Uhr):
Hallo Herr Vaupel, "Selten ein Schaden, aus dem nicht Irgendjemand seinen Nutzen zieht". Und warum sollen nicht gewisse Kreise die Krise nutzen, um ausserordentliche Gewinne einzufahren. Erst ein bisschen Krise, dann ein bisschen Preisverfall, und schon kann man für wenig "altes" Geld werthaltige Invests einsammeln und dann mit inflationiertem Geld bezahlen .... Zum Dank hält man dann die Hand schützend über die Rating - Geschäftspartner. Viele Grüße Josef PS: "Geld, das Geld gebiert, ist des Teufels" (aus dem Koran)
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- Kommentar von Ecki (24.09. 2009 19:17 Uhr):
Da werden Schuldige für die sogenannte Immobilien-bzw Finaznkrise erfunden, dabei sind das alles nur Handlanger und Mittäter. Den Finanzhäusern war doch bekannt, dass Schuldverschreibungen auf Immobilien aus einem Hause niemals eine derart horrende Summe haben kann. Insgesamt sollen es zwischen 7 bis 15 Billionen Dollar gewesen sein, die durch die betrügerischen Papiere ausgewiesen wurden. Man stelle sich vor, wieviele Häuser da in den USA gebaut werden mußten um so eine Kreditsumme zu erzeugen. Die Veruracher sind allein die Versender dieser Betrugspapiere, also die Lobby Bank Lehman Brothers. Dass dann die US Regierung diese Bank über Nacht in den Konkurs schickte und somit keiner mehr da ist, von welchem man sein Betrugsgeld zurückverlangen kann, ist ebenso geplant wie der ganze Betrug selbst. Dass dann auch noch die Europäischen Lobbyhörigen Regierungen ihre Banken mit Steuergeldern stützten, schägt dem Fass den Boden aus. Was wird aus dem Gewinn durch die Versteigerung der Häuser ? Den wird jetzt die US Regierung Kassieren. Genauso, wie sie die Steuern von den Billionen aus aller Welt kassierte. Die Lobby ist mächtig und hat sogar die Möflichkeit ihre Helfershelfer zu schützen. Wenn nicht, könnte eine Revolution ausbrechen .... Zahl von niemals
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