Rapide Verschlechterungen

Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Finanzkrise
vom


Oh je, jetzt kommt es wirklich knüppeldick. Die globale Überschuldungskrise frisst sich langsam aber sicher immer stärker in die Realwirtschaft hinein. Gestern wurde bekannt, dass sich die Lage der deutschen Privatwirtschaft im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 rapide verschlechtert hat.

Fallender Einkaufsmanagerindex


Dem Marktforschungsinstitut Markit zufolge fiel der Einkaufsmanagerindex für Deutschland im Juli von 48,5 auf 47,3. Laut Markit werde vor allem die deutsche Industrie heftig von der Krise getroffen. Die Exportaufträge schrumpfen so stark wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Es wäre also wahrlich nicht verwunderlich, wenn es im dritten Quartal in Deutschland zu einem schrumpfenden BIP käme.

Aktien fallen weiter

Apropos Rückgang, den dritten Tag in Folge ging es gestern auch am deutschen Aktienmarkt nach unten. Und zwar auf 6390 Zähler. Dies entspricht einem Minus von einem knappen halben Prozent. Gut möglich, dass es schon in den nächsten Tagen weiter bergab in Richtung 6150 gehen wird. Exakt auf diesem Niveau ist noch eine offene Kurslücke, die darauf wartet, geschlossen zu werden.

Südeuropa im Abwärtsstrudel

Die deutschen Aktien kamen in Relation zum Niedergang der südeuropäischen Börsen gestern wieder relativ glimpflich davon. In Madrid ging es trotz des Leerverkaufsverbots um knapp 3,6 Prozent nach unten. Der spanische Leitindex stürzte unter die psychologisch wichtige 6000er Marke auf 5956 ab. Auch in Mailand setzte sich das Kursdebakel fort. Hier lag Italiens Leitindex am Ende des Handelstages mit gut 2,7 Prozent im Minus.

Ruf nach der Bazooka

Angesichts explodierender Anleiherenditen in den Krisenstaaten und einbrechender Aktienmärkte verwundert es in diesen hektischen Tagen des Niedergangs nicht, dass langsam aber sicher selbst hochrangige Vertreter internationaler Organisationen die verantwortlichen Politiker und Notenbanker zum Handeln aufrufen. Am gestrigen Dienstag war es wieder mal so weit. Der Generalsekretär der OECD, Angel Gurria, forderte gegenüber dem Fernsehsender Bloomberg die EZB zum Handeln auf. Europa solle all seine Instrumente nutzen. Vor allem die EZB, sie habe die Bazooka.

Stabilisierung der Anleiherenditen

Laut Gurria solle die EZB wieder ihr Anleihekaufprogramm entschlossener und mit größerem Volumen aufnehmen. Jetzt sei es an der Zeit, die Renditen wieder zu stabilisieren. Es gebe Gurria zufolge keinen Grund, dass Spanien eine Rendite von 7,5 Prozent bezahlen muss. Spanien brauche folglich kein Hilfsprogramm; es genüge, den Iberern mit dem Anleihekaufprogramm unter die Arme zu greifen.

Ja, der Ruf nach der Bazooka wird wieder laut. Ob Mario Draghi schon relativ rasch zur Tat schreiten wird, ist aber fraglich...

Zum zweiten Teil von: Die Illusion einer Wahl

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