Randale
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 21. Februar 2007 07:30 Uhr
ENL5454
Heute will ich ihnen kurz von einem Zwischenfall erzählen, der sich vergangene Woche in der U-Bahn zutrug.
Ich kam von einem Meeting zurück und saß in einem Waggon der Metro, als ich einen Mann schreien hörte. Ein großer dunkler Mann rannte auf die offene Tür zu, die sich schon schloss. Er saß in der Tür fest und musste sich in den Waggon zwängen. Daraufhin fing er an jeden im Waggon zu belästigen, zu bedrohen, zu terrorisieren ... und bereitete sich darauf vor, jemanden zu schlagen ... und schrie dann jemandem ins Gesicht. Pariser sind an diese Unbequemlichkeiten des Lebens gewohnt, sie sind Gesetzesbrechern, Faulenzern und Geistesgestörten gegenüber sehr tolerant. Der Mann in der Tür war sowohl betrunken als auch verrückt. Alle versuchten ihn zu ignorieren.
Also ging er von einem Ende des Waggons zum anderen und setzte sich dann schließlich neben den Autor dieser Zeilen. Zuerst fing er an einen Mann mittleren Alters zu seiner Linken zu nerven, der ein bisschen so aussah wie ein Schullehrer. Dann wandte er sich nach rechts ... und dort saß ich.
Er setzte zu einer langen Tirade an. Ich konnte nicht verstehen, was er sagte, teilweise weil sein Akzent sehr seltsam war ... und teilweise weil er in einem Gossendialekt sprach, den ich nicht kannte. Aber ich verstand das Wesentliche.
Schließlich legte er mir die Hand auf die Schulter und gab mir einen Schubs. An diesem Punkt feuerten die Synapsen in meinem Gehirn alle zugleich. Ohne darüber nachzudenken hob ich den Ellbogen und hielt ihn dem Mann gegen das Kinn. Sein Kopf fiel zurück.
“Behalten sie ihre Hände bei sich”, sagte ich zu ihm.
An diesem Punkt erhob sich der Mann zu seiner Linken.
“Raus aus dem Zug”, schrie er den Mann an, „sie steigen jetzt aus.“
“Ach ja…? F… dich doch selber”, lautete die Antwort.
“Sie müssen jetzt gehen. Sie können nicht einfach jeden so angreifen. Es ist Zeit, dass sie aussteigen“, fuhr der Schullehrer fort.
Der Zug hielt, die Türen gingen auf.
Wieder stand ich auf, ohne zu denken, packte den Mann an seiner Jacke und mit dem Schullehrer auf der anderen Seite warfen wir ihn aus dem Zug.
Daraufhin gab es Applaus. „Danke“, sagte eine Frau. „Das war aber auch höchste Zeit“, sagte ein alter Mann.